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Albuminfo

cattle decapitation - death atlas
Band:
Cattle Decapitation
Album:
Death Atlas
Genre:
Death Metal
VÖ-Datum:
Spielzeit:
Wertung:
10 / 10
Reviewdatum:
Autor:
The Lu
ID:
1360
Views:
486

Review

Da ist es nun… Das seit Anfang/Mitte des Jahres heiß erwartete neunte Studioalbum des Fünfers aus San Diego. Und eins vorne Weg: Es ist ein grandioses Meisterwerk geworden!

Aufgenommen, gemixt und auch gemastert wurde das gute Stück einmal mehr in DER Schmiede für dickes Geballer in Denver/Colorado. Nämlich in den Flatline Audio Studios bei Herrn Dave Otero himself. Und der Mann hat sich mal wieder selbst übertroffen. Aber dazu später mehr….

Ich werde in diesem Review nicht darauf eingehen, wie gut oder weniger gut die einzelnen Bandmitglieder ihre jeweiligen Instrumente beherrschen. Das ist bei einem solchen Kaliber vollkommen überflüssig, denn die Herren setzen einfach mal wieder Maßstäbe.

Wenn der letzte Silberling „The Anthropocene Extinction“ noch davon erzählt, wie wir als Menschen den Planeten zu Grunde richten, scheint „Death Atlas“ direkt daran anzuknüpfen und zeichnet ein Bild der Resultate unseres Handelns.
Gleich mit dem Intro wird eine dermaßen bedrückende Stimmung erzeugt, die einen völlig in den Bann zieht. Mich erinnert das Ganze ein wenig an den Soundtrack von einem der Resident Evil Filme, aber da mag ich mich auch irren. Auf jeden Fall ist der Grundstein gelegt.
Es folgt ein Paukenschlag (wortwörtlich) und dann geht es direkt gegen. „The Geocide“ startet gleich mit einem Brachialblastgewitter der Extraklasse und zeigt jetzt schon, wie sauber und dick dieses Album produziert ist. Alles ist auf den Punkt gemischt und klingt überragend.
Die angesprochene Stimmung und das damit verbundene Feeling zieht sich nun durchgängig durch das Album. Travis (Vocals) setzt sich wieder in feinster Cattle-Manier in Szene und präsentiert das gesamte Spektrum seines Ausnahmeorgans. Vom tiefsten Gurgeln bis in den Cleanbereich ist einfach alles dabei. Der Anteil an den typischen (Gollum-)Screams ist auf Death Atlas deutlich höher als bisher und auch weitaus melodischer als sonst.
Musikalisch ist dieses Album ebenfalls mehr als nur komplex. Vom stumpfen Stampfen über filigranste Gitarrenfiguren und –soli bis hin zum alles zerreißenden Blast, durchzogen von Blackmetalanleihen, ist alles mehrfach dabei. Ohne allerdings in langweilige Wiederholungen zu verfallen arrangieren die Herren hier alles bis ins kleinste Detail durchdacht. Eine Wucht an Musik erschlägt einen förmlich und der Sound der Platte tut sein übriges. Mix/Master ist absolute Spitzenklasse und lässt selbst Audiophile aufhorchen, was bei der standardisierten Einordnung der Band in den „Death-Grind-Bereich“ nicht Gang und Gäbe ist….aber es ist deutlich mehr als das.
Neben dem Intro haben sich auch noch drei Einspieler, in die Tracklist eingereiht. Diese unterstreichen die apokalyptische Grundstimmung mehrfach und leiten jeweils perfekt in das darauffolgende Gewitter ein.
Den Abschluss des Albums bildet mit „Death Atlas“ ein über 9 minütiger Brecher, der nochmal zeigt mit welchem Kaliber Band man es hier zu tun hat. Ein grandioses Werk, welches dem gesamten Album zum Abschluss nochmal genau diesen Stempel aufdrückt. Nach dem Ersten Durchlauf ist man womöglich etwas erschlagen von der Schallwand, allerdings bleiben die Meloparts schon beim ersten Lauschen im Gehörgang kleben, was ebenfalls in diesem Bereich nicht selbstverständlich ist.


Fazit: Mit „Death Atlas“ haben sich Cattle Decapitation und auch Dave Otero selbst übertroffen. Selten habe ich ein so gut durchdachtes und auch so gut in Szene gesetztes Album gehört. Musikalisch polarisiert „Cattle Decap“ nach wie vor. Die einen lieben sie wofür andere sie absolut nicht mögen, und das nicht nur wegen der Screamvocals.
An dieser Stelle kommt ja sonst immer sowas wie: „Wer diese oder jene Band mag, sollte hier unbedingt mal reinhören etc….“
Das ist bei Cattle Decapitation über, denn einen wirklichen Vergleich gibt es nicht. Ich empfehle an dieser Stelle jedem, der gute Musik im Extrembereich (Death/Grind/Black/Prog) zu schätzen weiß, hier mal Zeit zu investieren und unvoreingenommen an das Album ranzugehen.
Die Zeitinvestition erwähne ich nicht ganz grundlos, denn mit 14 Tracks und fast 55 Minuten ist Death Atlas kein Leichtgewicht. Aber es lohnt sich!
Wenn der Weltuntergang einen Soundtrack hätte, würde es so oder sehr ähnlich dem klingen was die Amis hier dieses Mal gezaubert haben. Definitiv ein Höhepunkt des musikalischen Schaffens der Band und ich denke bald auch schon ein Klassiker im Bereich Extremmusik. Für mich ist „Death Atlas“ DAS Album des Jahres 2019 und deshalb auch volle Punktzahl.


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Tracklist

01. Anthropogenic-End Transmission
02. The Geocide
03. Be Still Our Bleeding Hearts
04. Vulturous
05. The Great Dying
06. One Day Closer To The End Of The World
07. Bring Back The Plague
08. Absolute Destitute
09. The Great Dying II
10. Finish Them
11. With All Disrespect
12. Time’s Cruel Curtain
13. The Unerasable Past
14. Death Atlas

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