Albuminfo

mosaic - old man`s wyntar
Band:
Mosaic
Album:
Old Man`s Wyntar
Genre:
Black Metal
VÖ-Datum:
Label:
Spielzeit:
Wertung:
9 / 10
Reviewdatum:
Autor:
www.hell-is-open.de
ID:
931
Views:
295

Review

Old Man's Wyntar ist nicht ganz neu, erstmals erschien die Ep unter dem selben Namen 2014. Und damals war es schon erstaunlich das das Ganze mit einer Spielzeit von fast 45 Minuten noch als EP bezeichnet wurde, eine Vielzahl von Bands im Metalbereich veröffentlichen Platten mit weit weniger Spielzeit und bezeichnen das als vollwertiges Album.
Die 2017er Neuauflage wurde noch um ein Kapitel erweitert, jetzt beträgt die Spielzeit stolze 74 Minuten. Hier bekommt der Hörer also einiges geboten für sein Geld. Zumal dem Rerelease ein A5 Buch beigelegt ist, Artwork&Booklet wurden überarbeitet und erweitert. Zusätzlich gibt es erstmals eine komplette Übersetzung der Texte ins englische. Somit also auch lohnenswert für Fans die das Album schon besitzen.

Thematisch dreht sich das Album rund um den Winter. Mosaic nähern sich dem Thema aber von der mystischen und finsteren Seite, also nix mit Schneemannbauen oder Schlittenfahren. Wobei, so rasant wie es teilweise zu Werke geht könnte das eine sehr flotte Abfahrt werden.
Black Metal ist das Hauptthema, dieser pendelt zwischen melancholisch getragenem Midtempo und garstig kalter Raserei. Zuweilen erinnert das etwas an die Sachen die aktuell aus dem kanadischen Bereich kommen a la Forteresse oder Cantique Lépreux gepaart mit nordisch romantischen Klängen von Grift und Stilla.
Hier schimmert auch immer wieder die Vorgängerband Alchemyst durch, die Nebentätigkeit von Bandkopf Inkantator Koura bei den thüringischen Black Metallern Vivus Humare trägt sicher auch seinen Teil dazu bei.
Leshiyas von Vivus Humare hat den Meister beim einspielen des neuen Kapitels übrigens begleitet. Doch nicht nur er, ebenfalls anwesend und beteiligt war das neoklassische Duo NACHTREICH, Scorpios Androctonus (CRIMSON MOON, ex-MELECHESH), Erik Gärdefors (GRIFT), Barth (OUR SURIVIAL DEPENDS ON US) und E.H. (WOLFHETAN).

Mosaic setzen aber auch eine grundsätzlich Bereitschaft für ritualistisch folkige Elemente beim Hörer vorraus, diese dienen des öfteren als Bindeglied zwischen den metallischen Tracks, sind aber weit mehr als nur Zwischenspiel und stehen eigenständig und völlig gleichberechtigt als Gegenpol zu den harten Klängen. Und auch bei diesen meist akustischen Stücken gehen die Thüringer ernsthaft und durchdacht zu Werke, gelangweiltes Lagerfeuergeklimper oder sinnentleertes Bardengeträller braucht niemand zu befürchten. Grad diese reduzierten Stücke mit dem erdrückend mahnendem, dennoch aber erhaben stolzem Klargesang sorgen für die ein oder andere Gänsehaut.

Insgesamt habe ich des öfteren mal die von mir sehr verehrten Empyrium im Hinterkopf. Diese agieren ja in ähnlichen Kreisen und haben die Reise vom Black Metal hin zu den naturromantischen Klängen ja schon hinter sich. Sie haben das zwar von Album zu Album getan und nicht wie Mosaic innerhalb eines Albums, aber die Herrangehensweise, die Art und Weise der Darbietung und der ernsthafte Umgang mit dem Material sind sich schon recht ähnlich.

Ein sehr ernstes und grimmiges Werk, sowohl von der Thematik her als auch von der musikalischen Darreichung.
Aber auch sehr packend und intensiv arrangiert. Bei einem aufmerksamen Hörer wird es dafür sorgen das dieser immer weiter in die Mosaic`sche Winterwelt eintauchen möchte, Kopfhörer sind sehr empfohlen. Einmal darin gefangen ist Old Man`s Wyntar ein Werk das einen so schnell nicht mehr loslässt.


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