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Festivalbericht zum 22. Protzen Open Air
28.06. - 29.06.2019



Flyer
Im Juni eines jeden Jahres steht fr die hell-is-open-Gemeinde seit vielen Jahren das Protzen Open Air Festival auf dem Programm. Nicht anders war es auch im Jahre 2019 nach Christus und mit fnf Headbangern ging es auf den 640 km-Trip in das brandenburgische Protzen.
Denn das POA bedeutet seit jeher klasse Band, familire Atmosphre, nette Leute, Freunde treffen, humane Preise, gutes und abwechslungsreiches Essen, Mexikaner, Erdbeerbowle, Partymucke abends nach den Gigs und und und also viele gute Grnde sich sein Ticket zeitig zu besorgen. Im Gegensatz zum sonst eher beschaulichen Landleben in dem 500-Seelen-Drfchen, fanden sich am Wochenende wieder 1000 schwarz gekleidete Headbanger und Headbangerinnen zum alljhrlichen Stelldichein beim Protzen Open Air ein und lieen es wieder ordentlich krachen.

Das Wetter hatte es in diesem Jahr wieder gut gemeint und es war von angenehm warm bis sehr warm und nachts angenehm khl, also temperaturmig alles dabei. Schade war, dass wegen der langen Trockenheit, die Waldbrandgefahr sehr hoch war und das nchtliche groe Lagerfeuer leider in diesem Jahr nicht entzndet werden durfte.
Nach den Gigs im Hangar fand natrlich die Aftershow-Party im Zelt statt, wo uns Metal-DJs Geknppel, aber auch Rock-Klassiker um die Ohren hauten und die Tanzflche gut fllten.
Auch anders als andere Festivalveranstalter macht Mario kein groes Gehabe um Bandverffentlichungen und haut jedes Jahr schon einen Groteil der Bands fr das nchste POA zum Abschluss des laufenden Festivals raus. Auch dieses Jahr hing schon das groe Banner mit der ersten Bandserie am gewohnten Platz und manch einer bekam schon ein nasses Hschen wegen der Vorfreude auf 2020. Prima, dass Mario schon lange vorausplant und seine treuen Fans nicht lange zappeln lsst.

Nachfolgend meine Eindrcke, die ich bewaffnet mit Foto, Stift und Notizblock fr euch gesammelt habe

Freitag: 28.06.2018, Tag 1
Foto: Macbeth
Macbeth
Der Freitag begann fr uns mit den Erfurter Heavy Metallern Macbeth. Die 1985 gegrndete Band war schon zu DDR-Zeiten eine echte Gre und einer der ersten Metal-Bands dort berhaupt. Und auch hier auf dem POA wurde Macbeth von den Fans gefeiert. Es waren viele Fans in den Hangar gekommen, um der Band zu huldigen. In den vorderen Reihen waren die Fans textsicher und sangen die deutschen Titel lauthals mit. Es wurde gesungen, gebangt, Fuste gereckt und Schultern geklopft. Macbeth mit Fronter Oliver Hippauf machte schwer Action auf der Bhne und erinnerte mich optisch etwas an die alten Helden Saxon. Fr uns ein gelungener Auftakt in das POA 2019 und fr die Macbeth-Fans eine mitreiende Show, die man nicht alle Tage bekommt.

Foto: Soul Demise
Soul Demise
Vor deutlich weniger Publikum folgten Soul Demise, die kurzfristig fr die verhinderten Sodomized Cadaver eingesprungen sind. Die Nrnberger Band hatte heftig gepowert und Gas gegeben. Snger Roman Zimmerhackel wlzte sich zeitweise auf der Bhne herum, sa am Bhnenrand und stieg auch mal in den Fotograben hinunter irgendwie war das aber auch etwas zu viel des Guten. Mit Andrea, von den Protzen OA Veranstaltern, hat die Band offensichtlich einen groen Fan und so machte sie zu dem modernen, melodischen Death/Thrash/Grind mchtig Stimmung in der ersten Reihe.

Foto: Endseeker
Endseeker
Zu Endseeker wurde es innen wie auen sommerlich hei auf dem POA. Der Fnfer aus Hamburg wurde bei voller Htte gleich enthusiastisch empfangen, legte entsprechend los wie die hanseatische Feuerwehr und hatte von Anfang an die Fans fest im Griff. Snger Lenny war mal wieder voll in seinem Element und unterhielt das Publikum nicht nur mit seinen Shouts & Growls, sondern auch mit seiner charmanten Art. Die Band feuerte ein wahres Hitfeuerwerk aus Songs ihrer EP Corrosive Revelation und dem Debt-Album Flesh Hammer Prophecy ab, und auch vom kommenden neuen Dreher The Harvest gab es einen ersten exquisiten Song zu hren. Alles schn schwedisch und groovy! So ernteten Endseeker fr ihren tollen Auftritt verdient mchtig viel Applaus, machten noch ein Fanfoto und rumten die Bhne fr Deathrite.


Foto: Deathrite
Deathrite
Deathrite mussten jetzt vor etwas weniger Publikum antreten und machten ihre Sache gewohnt groartig. Knarzig rotziger old school Death Metal ohne Kompromisse ist das Motto des Fnfers. Auch wenn man mit dem letzten Album etwas melodischere Tne angeschlagen hat, so ist ein Deathrite Auftritt immer auch ein Schlag in die Fresse. Schwedisch/crustiges Drumming auf dem spartanischen Drumkit, ergnzt um feine Gitarrenarbeit und Snger Toni, der grimmig und wtend seine Vocals rausschreit und nebenbei den Mikrofonstnder maltrtiert, machen den urigen Sound der Combo aus Dresden und Leipzig aus. Auch hier in Protzen machte man keine Gefangenen und konnte das Publikum begeistern.

Foto: >Blzer
Blzer
Das Schweizer Death Metal-Duo Blzer spielte vor gut gefllter Halle. Zumindest am Anfang hatte der Sound nicht die Durchschlagskraft, die es braucht, um Gitarrist Okoi Jones auf seiner zehnsaitigen Gitarre und Schlagzeuger Fabian Wyrsch so richtig wirken zu lassen. Nach ein paar Songs gingen wir erst mal zur Theke, um uns mit ein paar Bieren fr unseren Tagesfavoriten Misery Index zu strken.

Mit Misery Index enterte einer unserer groen Favoriten die Bhne, selbstverstndlich, dass wir da in der ersten Reihe standen! Vom ersten Ton an war klar, dass wir hier einen
Foto: Misery Index
Misery Index
Abriss par excellence zu erwarten hatten. Die US-Boys feuerten nach dem Intro We Never Come In Peace aus allen Rohren und entfachten ein Death Metal/Grind-Inferno sondergleichen! Ob Songs wie The Spectator, New Salem, You Lose, Hammering The Nails oder Traitors, es wurde gebangt und gemosht, als ob es kein Morgen mehr gbe! Jason Netherton und Mark Kloeppel schrien sich abwechselnd die Seele aus dem Hals, Sparky Voyles maltrtierte seine Axt und Adam Jarvis zertrmmerte wie ein Atomuhrwerk sein Drumkit. Mit welcher Energie und Wucht Misery Index jedes Mal live abliefern, ist einfach unglaublich! So wird auch dieser Auftritt noch lange in bester Erinnerung bleiben, nicht nur, weil der Schreiber dieser Zeilen, noch als Kirsche auf der Sahne, einen Drumstick von Adam Jarvis fing und jetzt sein Eigen nennen kann!


Vader aus Polen waren der Headliner am Freitag und hatten dementsprechend viel Zulauf. Peter und seine Mannen spielten einen tadellosen Gig und konnten die vielen Fans begeistern. Der ber die Jahre etwas zu glattpolierte Death Metal von Vader hat fr uns etwas an Anziehungskraft verloren und daher hielten wir uns etwas im Hintergrund und spter an der Biertheke auf.

Leider konnte aufgrund der Waldbrandgefahr das bewhrte Lagerfeuer nicht angezndet werden. So vertrieb man sich die Zeit, ohne den tollen Anziehungspunkt, an der Biertheke oder dem Partyzelt. Dort ging es anfangs mit heftigem Geprgel aus den Speakern zur Sache. Spter kamen dann auch mal die Rock- und Metalklassiker dran, sodass sich auch die Tanzflche etwas fllte. Auch wenn es am Tag sehr warm war, so war es in der Nacht arschkalt. Gegen 3 Uhr war es fr uns Zeit mit dem Taxi unsere Unterkunft aufzusuchen, wo wir noch den einen oder anderen Schoppen zischten.


Samstag: 29.06.2018, Tag 2
Am Samstag war es ordentlich hei in Protzen. Fr uns begann der 2. Tag des POA mit den Schweden
Foto: Wombbath
Wombbath
Wombbath. Trotz der Hitze im Hangar waren Viele gekommen, um den Death Metal von Wombbath zu huldigen. Es wurde ein Mix aus neuen und alten Songs zum Besten gegeben und das Publikum feierte die Songs mchtig ab. Man sah der Band an, dass diese richtig Spa mit dem Publikum bei POA hatte. Der Snger erklrte den Fans, dass man vor 20 Jahren Wombbath gegrndet habe, da Bier und Death Metal zhlen und nach 20 Jahren wrde immer noch Death Metal und Bier zhlen. berhaupt machte die Band einen sehr sympathischen Eindruck und der Snger glnzte nicht nur mit einem ultralangen Bart, sondern auch mit coolen Ansagen. Den Leuten hatte die Show sehr gut gefallen und man strmte frmlich den Merchandisestand der Schweden nach der Show.

Foto: Deranged
Deranged
Zu Deranged waren weniger Leute gekommen als zuvor. Sie bekamen brutalen Death/Grindcore auf die Lauscher. Mit heftigem Geknppel der getriggerten Drums, Gitarrengeschredder und derben Gegrunze vom, Napalm Death Nazi Punks Fuck off-T-Shirt-tragenden, Snger zeigte man, wo der Hammer hngt. Der Snger war auer Rand und Band und strzte sich mit starrem Blick und Mikro in der Hand mehrfach ins Publikum und drehte auch als Crowdsurfer einige Runden. Das anwesende Publikum feierten Deranged heftig ab und hatte Spa. Fr uns waren drei Songs ausreichend und man widmete sich einer khlen Hopfenkaltschale.

Foto: Bodyfarm
Bodyfarm
Auf Bodyfarm waren wir vor allem deshalb gespannt, wie sich die Hollnder nach dem traurigen Ausstieg ihres Sngers und Grnders Thomas Wouters wegen schwerer Krankheit mit ihrem Aushilfssnger David R. Kreft (Soulburn, Graceless) live prsentieren werden. Natrlich klingt David nicht wie Thomas, aber der eher tiefere Gesang verleiht dem Sound von Bodyfarm etwas mehr Brutalitt, und so bekamen wir gewohnt geilen Death Metal der alten Schule von den Tulpenschlchtern geboten! Auch hier ist die Hitdichte, aus bisher erst drei erschienenen Alben, enorm. Die Fans feierten das Quartett trotz der enormen Hitze ordentlich ab und die Stimmung war groartig! Mit Manhunt wurde auch ein geiler neuer Song prsentiert. Man merkte der Band an, dass sie ihren Auftritt einerseits genoss, andererseits aber irgendwie auch in Gedanken bei Thomas waren. So widmeten die Jungs den vorletzten Song Unbrocken auch Thomas. Und trotzdem lieferten Bodyfarm einen geilen Gig ab, wurden gro gefeiert und es ist schn zu wissen, dass sie weitermachen und im September sogar ihr neues Album Dreadlord raushauen werden!


Foto: Nervecell
Nervecell
Nervecell aus Dubai hatte ich bisher noch nie live gesehen. Und was die Band da abfeuerte war schon erste Sahne. Technischer brutaler Death Metal, irgendwo zwischen Dying Fetus und Suffocation, ballerte den Fans die Rbe weg. Blastbeastgewitter von hinten und tdliche Gitarrenriffs von vorne, dazu ein cooler Snger, der neben singen und bangen auch noch heftig den Bass bearbeitet. Den Fans hatte der Auftritt sehr gut gefallen und man kaufte spter, wie ich auch, fleiig das sehr gnstige Merch der Band.

Foto: General Surgery
General Surgery
Die blutigen General Surgery waren als nchstes an der Reihe. Bei mittlerweile angenehmen Temperaturen, hatten die Fans mchtig Spa mit den Schweden und rotierte unaufhrlich im Moshpit vor der Bhne. Bei sehr gutem Sound spielten General Surgery in ihren blutverschmierten Arztkitteln eine tolle Show, die eher deathig denn grindig rberkam.


Foto: NecrophobicNecrophobic
Necrophobic
Die Black Metaller Necrophobic waren als Co-Headliner am Start. Mit sehr lautem und guten Sound spielten die Schweden eine gewohnt perfekte Show und zeigten, wo der Frosch die Locken hat. Das Stageacting war wie immer martialisch und gut, wenn auch heute vielleicht etwas zu bertrieben. Es wurden viele Hits losgelassen und es waren viele melodische Sachen im Programm. Revelation 666, Blinded By Light, Enlightened By Darkness, Tsar Bomba und Mark Of The Necrogram sind Granaten, die man einfach immer wieder abfeiern muss.
Den Fans hatte es sehr gut gefallen, der Band offensichtlich auch und auch fr uns war dies ein weiteres Highlight.

Foto: Krisiun
Krisiun
Als Headliner standen nun die Brasilianer Krisiun auf der Bhne. Zuletzt auf einem kleinen Club-Gig sowie auf der PSOA Bhne gesehen, konnte der Dreier mich heute nicht so recht begeistern. Mir war das Gitarrengefrickel der Thrasher deutlich zu ausufernd, zu wenige Bang- und Moshparts machten das Ganze recht statisch und verdammte die Fans zum zuschauen und zuhren.
Denke, dass dies viele anders gesehen haben mgen, aber wir blieben auch hier nicht bis zum Ende des Sets. Ein nervendes Detail war zudem, dass die Band sich nach jedem Song bei den Fans, dem Veranstalter und sonst wem lang und breit bedankte. Man konnte meinen, dass man damit die Spielzeit etwas aufblhen wollte.


So endete dann leider schon wieder einmal der offizielle Teil eines weiteren tollen Protzen Open Air fr uns. Aber selbstverstndlich wurde noch im Partyzelt in hnlicher Weise wie am Vortag weitergefeiert und auch die Temperaturen waren noch recht angenehm.
Wieder mal haben wir ein groartiges Festival erleben drfen und werden sicher nchstes Jahr wieder am Start sein.
Abermals vielen Dank an Mario und Andrea Grimmer fr den Support sowie allen Helfern, Freunden und Fans!

Mehr zum Protzen Open Air erfahrt ihr auf der Festival- Website.

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