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Albuminfo

eridu - lugalbanda
Band:
Eridu
Album:
Lugalbanda
Genre:
Death Metal
VÖ-Datum:
Spielzeit:
Wertung:
9.5 / 10
Reviewdatum:
Autor:
TerminalVelocity
ID:
1300
Views:
425

Review

Ich bin immer wieder auf's Neue überrascht, wie vielfältig die Musikszene in meiner Wahlheimat München doch ist. Nach dem sehr starken Zweitling von Chaedrist tritt nun im Mai 2019 das Output einer weiteren festen Größe der oberbayerischen Musikszene ins Rampenlicht - der erste Longplayer der Münchner von Eridu, die das Erbe der Oriental-Metaller von Gilgamesh fortführen, und deren Musik und Lyrics ganz in der Tradition der Vorgänger stehen.

Thematisch entführt "Lugalbanda" (seines Zeichens zum Gott erhobener König der Sumerer und Vater von Gilgamesch) ins Zweistromland, tausende Jahre vor Christi Geburt, in die Wiege der Hochkultur der Menschheit.
Mit der Entwicklung der Keilschrift und damit der Möglichkeit, die Jahrtausende überdauernde Abbilder dichterischer Schöpfungskraft zu schaffen, entspinnen sich eine Reihe von Sagen und Epen aus dieser Zeit, die sich offenbar trefflich eignen, Vorlage für Songtexte zu sein.
Genau das erwartet uns auf "Lugalbanda" - Geschichten über epische Schlachten, Mythos und Magie, das Leben und das Sterben im Reich der Sumerer.

Damit die Scheibe auch ordentlich knallt wurde mit Christoph Brandes von den Iguana Studios ein echtes Urgestein in Sachen Mix und Mastering verpflichtet.
Musikalisch erlebt der Hörer, kaum überraschend, ein im besten Sinne orientalisch angehauchtes Gebräu aus hervorragender Gitarrenarbeit, genialen Growls, cleanen parts, abwechslungsreichen Drums, sowie einer hin und wieder auftauchenden, berückend schönen, dunklen Frauenstimme (Isi Niedermayer, siehe u.a. Marsellus Moon). Akustische Parts und exotische Perkussion erzeugen eine sehr dichte Atmosphäre, geradezu mühelos gelingt Eridu die Kombination von thematischer Authentizität und modernem Black und Death Metal. Dabei betreibt man nicht nur Effekthascherei, sondern untermauert den hohen Anspruch z.B. durch Verwendung entsprechend morgenländischer musikalischer Ordnungssysteme.

Neben den genickbrecherischen Parts verstehen Eridu es auch, an den passenden Stellen das Tempo zu drosseln und mit verträumten Melodien und Riffs ehrfurchtgebietendes Innehalten zu zelebrieren. Auch wenn es sicherlich nicht automatisch ein Ritterschlag ist und der Vergleich schon tausendfach gebracht wurde, so liegt es doch auf der Hand: Behemoth drängen sich als Vergleich auf (und das nicht nur, weil ein gewisser Kriegsgott Nergal ebenfalls im Universum der Sumerer auftaucht). Eridu sind den polnischen Kollegen in Sachen Können aus meiner Sicht mindestens ebenbürtig, was die Leistung am Mikrofon angeht sogar haushoch überlegen.

Für mich ist der gleichnamige Titel in seiner schier perfekten Mischung aus Härte und Melodik der schönste Song auf "Lugalbanda" und der krönende Abschluss des Werkes, auch wenn die meisten der restlichen Songs qualitativ durchaus auf Augenhöhe agieren.

Was hier von dieser - zumindest nach meiner Wahrnehmung - noch eher (völlig zu Unrecht) unbekannten Band auf die Beine gestellt wurde ist schlicht atemberaubend, nicht nur aufgrund der hohen Qualität der Umsetzung, sondern nicht zuletzt auch in seiner Individualität. Nicht dass das gute alte Mesopotamien das erste Mal Gegenstand einer Vertonung wäre, bei weitem nicht. Um es mit olle Achim Reichel zu sagen: "Aber so hatt' ich's noch nie gehört".
Prädikat: Rischtisch geil.


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Tracklist

01 - Inanna's Favour
02 - Enmerkar
03 - Slaves Of Eridu
04 - The Cavern
05 - Herald Of Heaven
06 - Astral Warfare
07 - The Siege Of Aratta
08 - Hymn For Utu
09 - The Bewitching Of Sumer
10 - Lugalbanda

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