ALUCARD 
Enunciator of Evil

       
Gruppe: Bangerfront
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Mitglied Bewertung: 4
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Geschrieben: 23.07.2026, 10:05 |
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Tabernakel - Scheintaufe
Erst im Oktober des vergangenen Jahres brannte bei Tabernakel das Antoniusfeuer, jetzt steht mit "Scheintaufe" schon der Nachfolger bereit.
Was im Vergleich zum Vorgänger direkt auffällt: Man versteht den Gesang. Keine Angst, Projektleiter Ignis Nefandus klingt jetzt nicht wie ein Regensburger Domspatz. Aber einfach klarer und deutlicher, man darf gerne genauer hinhören. Klarer und deutlicher gilt auch für den Albumsound. Alles ist irgendwie eine Stufe besser wie auf "Antoniusfeuer" ohne das Erstlingswerk abzuwerten. Näher dran an "Transilvanian Hunger" als an "Filosofem" um bei der zeitlichen Einordnung zu bleiben. Den ich würde meinen das wir hier immer noch im Zweite Welle 90er Blackmetal zu Hause sind. Und da ich mich im vergangenen Urlaub intensiver mit Nagelfar beschäftigt habe (ich weiss, too late to this Party) könnte man auch Querverbindungen zu deren Schaffen herstellen. Frühe Eisregen könnte man noch in den Raum werfen oder Sachen aus dem damaligen Last Episode Katalog.
Ich finde es sehr angenehm das man auch Sachen einstreut die aus dem Standard ausbrechen. Da wäre das Zwischenspiel "Trugbild des Selbst", das Zusammenfallen und Wiederaufbauen in "Schlüssel zum Sanktum" mit feinem Intro, der Klargesang in "Im Nebel" oder der Ambientexkursion im Ende von "Schmerz trug ich aus". Das das alles sogar ganz ohne Gesang funktioniert zeugt das abschliessende "Ödnis". Hier geht es dann zusammen mit "Schmerz trug ich aus" doch wieder mehr in die Richtung die ein norwegisches Ein-Mann Projekt einst perfektionierte bevor Kirchenzündelei, Selbstdarstellung und politischer Irrsinn Überhand nahmen.
Im Fazit ein sehr abwechslungsreiches Zweitwerk das uns Einzelkämpfer Ignis Nefandus da präsentiert, dem sehr dienlich ist der detailoffenere Klang der Scheibe. Das darf dann gerne auch so bleiben, viel moderner muss es für mich gar nicht werden. Es gibt schon ein paar Stellen wo mir das Schlagzeug sogar schon eine Spur zu präsent ist. Man braucht eventuell zwei-drei Umdrehungen (vom Album, nicht vom eigenen Zustand) um reinzukommen und sich zu orientieren, dafür bleibt es dann aber auch länger aufregend und entdeckungsreich.
8,5 von 10 Punkten

Gesamtlänge: 48:40 Minuten Label: Iconoclasm Conquest / Death Ecstasis Productions Vö: 31.07.2026
1. Eingang 2. Krypta des Sinnes 3. Schlüssel zum Sanktum 4. Sanguis 5. Im Nebel 6. Trugbild des Selbst 7. Wie die Gischt 8. Schmerz trug ich aus 9. Ödnis
https://unholytabernakel.bandcamp.com/album/scheintaufe
-------------- BC
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