Review: Lömsk - Act II – Of Iron and Blood
Die noch recht junge Göteborger Black-Metal-Formation Lömsk sorgte bereits 2024 mit ihrer EP „Act I“ für Aufmerksamkeit. Damals überzeugte man mit einem durchdachten Konzept und einer druckvollen Mischung aus Melodik und Schwärze. Mit dem Debütalbum “Act II – Of Iron and Blood“, das am 06.03.2026 via Vendetta Records erscheint, folgt nun die Fortsetzung – und gleichzeitig die Standortbestimmung.
Nach der in “Act I“ thematisch umgesetzten schöpferischen Zerstörung mit düsterem Blick auf die moderne Welt, schreiten Lömsk auf ihrem ersten Full-Lenght Album “Act II - Of Iron and Blood“ nun durch die hinterlassenen Trümmer, Asche und Ruinen. Eine Welt der Zerstörung, getrieben durch die Krankheit Mensch, Heilung ist nicht in Sicht.
Durch die vorherrschende Linse des Nihilismus betrachtet, setzen Lömsk ihre musikalisch düstere Reise inmitten dieser entmenschlichten Wüste unerbittlich fort. Mit dem Opener “Fields of Elysium“ gelingt der Band direkt ein fulminanter Einstieg in eine gewaltige Soundkulisse. Mit atmosphärischer Dichte, treibenden Riffs und filigranen Leads, gepaart mit Wut und Melancholie angesichts der vorherrschenden Trauer, gelingt der Göteborger Truppe eine ausdrucksstarke Umsetzung der Thematik. Lömsk agieren dabei klar im moderneren, melodisch akzentuierten Black-Metal-Spektrum, ohne den Bezug zur harschen Basis des Genres zu verlieren. Die Songs verbinden Druck mit mehr oder weniger subtil eingesetztem, im Hintergrund gehaltenem cineastischem Bombast, der für zusätzliche Tiefe und Dramaturgie sorgt. Mit einem den Songstrukturen sehr dienlichem drückenden, satten Sound ausgestattet, präsentieren Lömsk dem Zuhörer eine verbitterte, treibende und durchweg packende Reise durch das gesamte neue Album. Am Mikrofon schafft es Sänger „The Colonel“ mit seiner rauhen, tief gehaltenen Stimmlage trotzdem Emotionen zu schaffen und dies dazu noch äußerst druckvoll und eindringlich. Generell spielt der gesamte Vierer auf hohem Niveau und weiß sich auf “Act II - Of Iron and Blood“ erneut gut zu verkaufen. Das abwechslungsreiche Drumming, wütende Bassläufe und das feine Händchen für griffige Melodien, lässt auch für die weitere Zukunft von Lömsk noch einiges erwarten.
Das druckvolle Soundgewand des neuen Albums hat man u.a. Robert Kukla in den Obsidian Recording Studios zu verdanken, der für das Mastering zuständig war. Die passende dystopische Grundstimmung als Artwork hat hier Misanthropic Art beigesteuert.
Einzelne Songs muss man hier nicht explizit hervorheben, da das Album als eine Einheit am besten funktioniert. Kritisch anmerken lässt sich, dass Lömsk über die gesamte Albumlänge sehr konsequent innerhalb ihres selbst definierten Rahmens agieren. Die stilistische Linie ist klar, vielleicht stellenweise sogar etwas zu geschlossen. Ein punktuelles Ausbrechen aus dem etablierten Korsett hätte dem Album noch zusätzliche Dynamik verleihen können.
Fazit: Lömsk führen ihren eingeschlagenen musikalischen Weg auf “Act II - Of Iron and Blood“ konsequent und eindringlich weiter. Wer bei der EP “Act I“ bereits in Verzückung geraten ist, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Neueinsteiger finden hier einen kompakten und durchweg packenden Zugang zu einer Band mit klarer Vision. Wer die Band noch nicht auf dem Zettel hat, sollte hier definitiv mal ein Ohr riskieren.
Wertung: 8 / 10

Anspieltipp: Entropia, Fields of Elysium
Gesamtlänge: 47:56 Minuten
Website der Band: https://www.facebook.com/LomskOfficial/
https://www.lomsk.se
Label: Vendetta Records
VÖ: 06.03.2026
Tracklist (Vinyl version):
01. Fields of Elysium
02. Of Iron and Blood
03. Requiem of Fire
04. Entropia
05. Chimaera
06. Stare Into the Void
07. Furia
08. The Silence Thereafter
CD/Digital version:
01. Fields of Elysium
02. Of Iron and Blood
03. Requiem of Fire
04. Entropia
05. The Gathering Storm
06. Chimaera
07. Stare Into the Void
08. Furia
09. The Silence Thereafter
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No Glatz - No Glory