Diese Webseite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren (u.a. in News, Forum, Bildergalerie, Poll, wo z.B. dein Login gespeichert werden kann oder bei Poll (Abstimmung) deine Abstimmung abgespeichert wird) hierfür wirst du jeweils gefragt ob solch ein Cookie gesetzt werden soll.
Es können auch durch eingebundene externe Inhalte wie Youtube, Facebook, Soundcloud, Bandcamp oder Andere möglicherweise Cookies gesetzt werden die diese zur Personalisierung, Werbezwecke oder anderes nutzen. Dies werden wir durch Java-Script verhindern, bis zu selbst, durch das anklicken der Inhalte, zustimmst.
Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie oben genannten Bedingungen zu.
Datenschutzinformationen


This website uses cookies to personalize (News-System, Diskussion board, Photo gallery, Poll, where e.g. your login could be stored or your at the Poll-System your vote is stored) therefore you will be asked at this point if we want to set a cookie. Also it could happen that included external content like Youtube, Facebook, Soundcloud, Bandcamp or others uses cookies for personalize, advertising other others. We'll pervent this by Java-Script until you accept the conditions by clicking on the mentioned external content.
If you use our website you accept the conditions.



Nacht des Unwesens (ein primitives Zwischenspiel)
, Live-Club M8, Mainz

Foto: Konzertflyer
Am 30. Mai 2026 fand im Mainzer Live-Club M8 erstmals die „Nacht des Unwesens – ein primitives Zwischenspiel“ statt. Ausgerichtet wurde das Event von den Machern des Blackest Path, um Black Metal-Fans die lange Wartezeit zwischen zwei regulären Blackest Path-Ausgaben zu verkürzen. Primitiv war an diesem Abend allerdings höchstens der Untertitel, denn musikalisch, organisatorisch und atmosphärisch präsentierte sich die Veranstaltung deutlich stärker, als es der Name vermuten ließ.

Unter der klaren Zwischenüberschrift „No Gods, No Masters, No Fascists“ wurde ein stark ausgewähltes Billing präsentiert, das lokale Black Metal-Größen mit hochkarätigen Bands aus Deutschland verband. Das Konzept ging auf: Der große Raum des M8 füllte sich mit zahlreichen Fans und man stand kurz davor, das „Ausverkauft“-Schild an die Tür hängen zu können.
Foto: Kohlrabenschwarz
Kohlrabenschwarz
Weniger angenehm war lediglich die Temperatur im Club. Aufgrund des sehr warmen Wetters hatte sich das M8 im Laufe des Tages und Abends ordentlich aufgeheizt. Sowohl Bands als auch Publikum mussten bei beinahe saunaähnlichen Bedingungen einiges an Standfestigkeit beweisen. Laut der Leitung des M8 darf man jedoch hoffen, dass in naher Zukunft eine auf die aktuellen Umweltschutzvorgaben erneuerte Klimaanlage für etwas mehr Erbarmen sorgt. Abseits der tropischen Temperaturen stimmten die Rahmenbedingungen allerdings: Mit der modernisierten Lichtanlage und dem guten Sound von Soundmann RL war die Basis für einen intensiven metallischen Abend absolut gegeben.

Foto: Agathodaimon
Agathodaimon
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war zweifellos die Kombination aus Agathodaimon und Nocte Obducta. Beide Bands stammen aus Mainz, beide prägen seit den 90er-Jahren die deutsche Black Metal-Szene nachhaltig und dennoch standen sie bislang offenbar noch nie gemeinsam an einem Abend auf derselben Bühne. Dass dies ausgerechnet in ihrer Heimatstadt geschah, verlieh dem Abend eine besondere Note. Mit zwei starken Old-School-Sets stellten beide eindrucksvoll unter Beweis, warum ihre Namen bis heute Gewicht besitzen.

Bereits beim Opener Kohlrabenschwarz war die Hütte gut gefüllt. Die Band legte engagiert los, sorgte früh für Bewegung im Raum und konnte sich über textsichere Unterstützung aus dem Publikum freuen.

Foto: Amimia
Amimia
Danach folgten Amimia, die in Mainz keine Unbekannten sind. Mit ihrem melodischen Blackgaze brachten sie eine andere, atmosphärischere Farbe in den Abend und wussten den Raum ebenfalls für sich einzunehmen.

Nemesis Sopor aus dem Raum Dresden setzten anschließend auf melodischen Black Metal mit deutschen, philosophisch geprägten Texten. Die Band überzeugte mit einer intensiven Darbietung, die sowohl musikalisch als auch inhaltlich Tiefe erkennen ließ.

Foto: Nemesis Sopor
Nemesis Sopor
Dann war es Zeit für die bereits erwähnten Nocte Obducta. Mit drei Gesangsstimmen, Corpse Paint und einem Old-School-Set brachten die Mainzer den Laden endgültig zum Kochen. Die Band wirkte spielfreudig, souverän und setzte einen der stärksten Akzente des Abends.

Auch bei Agathodaimon war der Konzertraum brechend voll. Die Fans wurden mit einem starken Set belohnt, das druckvoll, atmosphärisch und routiniert dargeboten wurde. Die Band hatte das Publikum mit ihrem Dark/Black Metal schnell auf ihrer Seite und wurde entsprechend gefeiert.

Foto: Imha Tarikat
Imha Tarikat
Der Headliner Imha Tarikat ging anschließend deutlich brutaler und kompromissloser zur Sache. Mit schwarz verschmierten Körpern, düsterem Bühnenlicht, schnellem Riffing, finsteren Melodien und einem erbarmungslosen Drumgewitter zelebrierte die Band intensiven Black Metal mit starker Bühnenpräsenz. Die 2015 gegründete „Sekte der Zerstörung“, so die Bedeutung des türkischen Namens, machte keine Gefangenen und konnte auch die von der Hitze gezeichneten Fans noch einmal mobilisieren.

Unterm Strich konnte jede Band des Abends auf ihre eigene Weise überzeugen.
Foto: Nocte Obducta
Nocte Obducta
Jede Formation hatte ihre Anhänger im Publikum, konnte aber zugleich auch neue Hörer für sich gewinnen. Besonders positiv fiel auf, wie offen das Publikum auf die unterschiedlichen Spielarten des Black Metal reagierte und jede Band respektvoll wie begeistert abfeierte.

Wie gewohnt konnte man im Vorraum Merchandise aller Bands erwerben und die Musiker dort auch persönlich treffen. Das Team hinter der Getränketheke war, trotz der Hitze, immer emsig und schaffte es die durstigen Fans ohne größere Wartezeiten mit der großen Auswahl an Getränken zu versorgen. Die Getränkepreise blieben erfreulich erschwinglich, die Stimmung war durchweg friedlich, interessiert und begeistert. Im Innenhof bot sich zwischen den Auftritten die Möglichkeit, kurz abzukühlen, Luft zu holen und sich mit Freunden oder Gleichgesinnten auszutauschen.

So wurde die erste „Nacht des Unwesens“ zu einem sehr gelungenen Abend, der bewies, dass auch ein „primitives Zwischenspiel“ mit starkem Billing, guter Organisation und leidenschaftlichem Publikum zu einem kleinen schwarzen Fest werden kann. Ein heißer Mai-Abend im besten Sinne, der definitiv Lust auf mehr Black Metal gemacht hat.

Bericht und Fotos von ,