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Konzertbericht zur IRON MAIDEN Best Of The Beast! „Run For Your Lives Tour“
, Wien, Ernst-Happel-Stadion

Foto: Ticketflyer
Iron Maiden wurde 1975 gegründet und Gründungsmitglied Steve Harris, Sänger Bruce Dickinson, die Gitarristen Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gerns sowie der neue Live-Drummer Simon Dawson begeben sich in den nächsten zwei Jahren erneut auf Weltreise um das 50-jährige Bestehen mit Fans aus (fast) aller Welt zu zelebrieren. Am 17. Juli nun stand Wien auf dem Programm. Iron Maiden ist wie Wiener Schnitzel, eine Institution, ein Kulturgut, ohne geht gar nicht. Daher haben wir uns Tickets besorgt, Urlaub genommen und sind nach Wien gereist.

Jetzt muss ich gestehen, dass ich vorher nie im Ernst-Happel-Stadion gewesen bin und daher annahm, dass uns ein Konzert mit so an die 15.000 Besuchenden bevorstand. Also eher gemütlich und überschaubar. Von wegen! Als wir das Stadion betraten, war gerade die Vorband vorbei und wir mussten durch ein Nadelöhr gegen die Strömung von Hunderten, die sich wohl in Richtung Toiletten und Nachschub holen schoben. Die Dixies (ja ekelhaft) waren sinnvollerweise nämlich genau nach der Engstelle platziert. Im Innenraum gestaltete sich die Situation nicht besser, randvoll mit 53.000 Maiden-Fans.
Foto: Iron Maiden - Bruce Dickinson
Bruce Dickinson
Pünktlich zur aufkommenden Dämmerung begaben sich die Metal-Ikonen auf die gewaltige Bühne, links und rechts mit riesigen Screens bestückt, als Bühnenbild diente eine riesige Leinwand, auf der begleitende Bilder und Filme zu den Songs dargeboten wurden. Ein Spektakel aus Gitarrensalven, theatralischen Videos und der exorbitanten Stimme von Bruce Dickinson begann. Maiden kredenzten über zwei Stunden alles, das eine Band darbieten konnte. Für uns persönlich war der Sound in Ordnung, vielleicht standen wir einfach nur gut. Es braucht schon ein gewisses Konzept, wenn man über 50.000 Fans bei Laune halten möchte, und das ging an diesem Abend vollends auf. Vor der Bühne wurde geklatscht, gegrölt, Wellen mit den Händen durchgeführt, Bruce Dickinson leitete die Meute wie ein Puppenspieler an und fungierte als Conférencier. Die Songs kennt man, Eddie auch – auf dieser Tour konzentrierte sich die Band auf die ersten sieben Alben. Bruce Dickinson kündigte im Vorfeld die Tour als „ein Event für die Alten“ an. Durchaus zutreffend!
Foto: Iron Maiden
Die Bühne bestand aus riesigen LED-Wänden, umrahmt von Erhebungen und Gehwegen für den Sänger. Eröffnet haben sie nach einem virtuellen Intro mit „Murders in the Rue Morgue“ und nachfolgend „Wrathchild“ und „Killers“, zu dem das Maskottchen leibhaftig auf die Bühne stürmte. Die Setlist enthielt etwa „Numbers of the Beast“, „Powerslave“, „Aces High“, „Run to the Hills“, „Hallowed be thy Name“ oder „Seventh Son of a Seventh Son“, durchgehend perfekt in Szene gesetzt durch dazu passende Einspielungen im Hintergrund und durch Bruce Dickinson, der von links nach rechts oder von vorn nach hinten flitzte und keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigte. Mal mit Fetzenumhang, mal mit Lederjacke und Trägershirt, mal mit Uniformjacke, mal mit Mantel, mal als Geist und natürlich als Nachtwächter mit Laterne – gefühlt bei jedem zweiten Song ein anderes Outfit! Das kurze Schwenken der österreichischen Flagge zu „The Trooper“ war eine wertschätzende und nette Geste.
Dieser Abend wird noch lange in Erinnerung bleiben, die Fans traten mit lachenden Gesichtern und bester Stimmung den Heimweg an.
Maiden hat indes längst den Schrecken verloren und scheint Entertainment und Familien kompatibel. Die Metal-Titanen boten eine imposante Performance, gespickt mit einer Songauswahl, die man erwartet hat. Man sollte als Metal-Fan einmal im Leben dabei sein, wenn Tausende „Fear Of The Dark“ mitsingen, begleitet von Gitarrenriffs, die einem die Gänsehaut hervorzaubern. Danke dafür & UP THE IRONS forever!

Setlist
  • 1. Murders in the Rue Morgue
  • 2. Wrathchild
  • 3. Killers
  • 4. Phantom of the Opera
  • 5. The Number of the Beast
  • 6. The Clairvoyant
  • 7. Powerslave
  • 8. 2 Minutes to Midnight
  • 9. Rime of the Ancient Mariner
  • 10. Run to the Hills
  • 11. Seventh Son of a Seventh Son
  • 12. The Trooper
  • 13. Hallowed Be Thy Name
  • 14. Iron Maiden

Zugaben:
  • 15. Aces High
  • 16. Fear of the Dark
  • 17. Wasted Years

Bericht und Fotos von ,