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Albuminfo

finsterforst - still
Band:
Finsterforst
Album:
Still
Genre:
Black Metal
VÖ-Datum:
Spielzeit:
78
Wertung:
9 / 10
Reviewdatum:
Autor:
Alucard
ID:
1683
Views:
182

Review

Ganz ehrlich, nur vom Namen her hätte ich das gekonnt ignoriert und in eine andere Schublade gesteckt ohne auch nur einen Ton zu hören. Als die Promoanfrage kam hab ich einfach mal den aktuellen Videoclip angetestet ohne viel zu erwarten. Das war das Video zu "Stille Nacht". Das war, wie man heutzutage ja sagt, der "Gamechanger". Unerwartet gut und faszinierend, sowohl Lied als auch Clip. Sehenswert! Im Nachhinein frage ich mich allerdings warum (Achtung! Spoiler!) das tolle Akkordeonintro aus dem Clip in der Albumversion keine Verwendung findet. Schade.

Ja. da tauchte eben das Wort Akkordeon auf. Aber ich kann euch beruhigen, das kommt nur kurzzeitig und stellenweise auf dem Album zum Einsatz, zur Begleitung. Also keine Angst vor Schunkelmukke oder so, das gibt es hier nicht. Ein ebenso eventuell spaltendes Element könnte ja der Einsatz von elektronischen Elementen bis hin zu orchestralen Strukturen sein. Auch hier kann bremsen, diese tauchen dezent und stimmig auf und sorgen dann sehr positiv dafür das der Klang noch mehr Tiefe und Breite bekommt. Dabei wird nichts künstlich aufgeblasen, das hat Hand und Fuss und ist sehr durchdacht.
Ihr merkt, Stangenware ist "Still" nicht. Und das ist auch gut so, denn dann hätte ich mich gar nicht weiter damit auseinandergesetzt. Denn das muss man schon ein Stückweit tun um den intensiven Kompositionen den nötigen Respekt zu zollen. Black Metal moderner Art ist irgendwo grundsätzlich die Richtung, erweitert wird diese Basis aber um diverse Elemente aus anderen Genres die aber nie Fremdkörper sind. Das intelligente Songwriting sorgt einerseits für sofortige Ankerpunkte, aber eben auch für langfristige Unterhaltung. Die einzelnen Titel sind sehr tiefgründig und facettenreich, es gibt immer wieder mal was zu entdecken ohne zu überfordern.

Ich hab eine Weile überlegt an was mich das erinnert, es wollte mir nicht einfallen. Dann kam sie doch noch, die Erleuchtung: Eis haben mich damals mit ihrem "Bannstein" Album ähnlich fasziniert. Das aber nur als ungefähre Richtung, ich entdecke auch noch Janus in metallischer, Empyrium, Dornenreich oder auch die apokalyptischen Reiter. Nur damit ihr einordnen könnt wohin die Reise geht...

Hörens- und lesenswert sind auch die deutschen Texte. Ganz ohne Kitsch und Pathos zeigen Finsterforst wie bildgewaltig deutsche Sprache sein kann. In englisch gehalten würden diese Worte wahrscheinlich viel von ihrer Magie verlieren, danke dafür.
Das reine Album endet mit dem 24 minütigen Epos "Leere" (keine Sekunde davon ist zuviel!), die zwei Bonuscover hätte ich dann ehrlicherweise nicht mehr gebraucht.


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Kommentare

Es wurden bisher 2 Kommentare abgegeben.

Tracklist

1. Obduktion
2. Herbstwanderung
3. Knie nieder
4. Im Wind
5. Stille Nacht
6. Fels
7. Leere
8. Beyond the north waves (Immortal cover)
9. Another brick in the wall Pt. II (Pink Floyd cover)

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