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Thema: Review: Adorned Brood - Hiltia & Wigand Re-Release, Pagan-Metal aus Deutschland< Älteres Thema | Neueres Thema >
 Beitrag Nummer: 1
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Gruppe: Bangerfront
Beiträge: 235
Seit: 11.2006

Mitglied Bewertung: 5
PostIcon Geschrieben: 05.01.2009, 20:14   Ignore posts   QUOTE

Adorned Brood – Hiltia & Wigand Re-Release

Diese Herren und Dame sind nun auch nicht erst seit gestern ein Teil der germanischen Metalszene, so dass man sich hier schenken kann, auf den genaueren Werdegang einzugehen. Zur Diskussion stehen hier die Re-Releases des 96er-Debütalbums Hiltia und der 98er-Nachfolger Wigand als fettes Doppelpack. Wunderbar lässt sich anhand dieser zwei Tondokumente und eines weiteren Bonustracks vom aktuellen Album Noor nachvollziehen, wie eine Band im Laufe der Zeit reift und ihren Stil sukzessive verfeinert.

So war das Debüt Hiltia noch von mehr als rumpelnden Black-Metal-Strukturen geprägt (wobei die teilweise wie in Adora old-school-thrash-mäßigen Spaß verbreiten), die sich nach heutigen Song-Maßstäben doch sehr simpel anhören und dieser Tage vermutlich keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken würden. Hier wäre also höchstens ein sehr hoher Nostalgie-Anteil vonnöten, um dem Material nach guten zwölf Jahren noch was abgewinnen zu können. Was hingegen beim Debüt der Grevenbroicher schon heraus stach, war die Vorliebe für ein mittelalterlich angehauchtes Flair, produziert durch starken Flöteneinsatz von Ingeborg, Gezupfe auf der Akustischen etc. Mit diesen Reminiszensen an längst vergangene Tage waren und sind auf Hiltia meiner Meinung nach die stärksten Momente vertreten, die mir ob ihrer Unaufdringlichkeit besser gefallen als alles, was alle Subways to Sallys und In Extremos unter dem Label Mittelalter-Metal verzapft haben. Könnte mir vorstellen, dass Adorned Brood heute auch ein bisschen schmunzeln, wenn sie sich ihr Erstlingswerk anhören. Die gesprochenen Passagen wie in Unehrenhaftes Feindesblut beispielsweise sorgen aufgrund ihrer erzwungenen Ernsthaftigkeit zumindest bei mir eher für allgemeine Erheiterung. Das Gekeife von Bassist Frost hingegen kam damals schon schön angepisst, wenn auch etwas eindimensional rüber. Zum Sound ist noch zu sagen, dass er trotz Digital Remastered mit mehr als einer Ecke um selbige kommt und ziemlich dumpf daherbollert, was sich im Gros aber verschmerzen lässt.

Wo Hiltia noch wie der Furor Teutonicus loshackte, beginnt die 98er-LP mit den besagt starken Mittelalter-Parts. Zum Glück ist Flötistin Ingeborg der Band bis heute treu geblieben. Ab und an darf sie sich auf Wigand auch an den Vocals beteiligen. Der Flöteneinsatz wurde hier zudem sehr präzisiert, fungiert das Blasinstrument doch über weite Strecken als gedachter Ersatz für die Leadgitarre und trägt somit zu sehr viel Abwechslung bei. Denn erneut sind die rein von der Gitte vorgetragenen Songbausteine nicht der Oberreißer. Speziell anhand des Titeltracks Wigand kann man das sehr gut nachvollziehen. Die Passagen mit Klargesang wiederum verfehlen ihre Wirkung, wirken sie doch schon wie bei Hiltia eher belustigend statt ernst. Die rühmliche Ausnahme bildet hier der ans Ende gepackte Knapp-10-Minuten-Brecher Jord Dvalin. Dieser beginnt abermals mit Musik, dass man sich an die Feiertafel des mittelalterlichen Hofes versetzt fühlt. Rittersleut und Burgfräuleins lauschen dem Spiel der Musikanten, bis sie nach zweieinhalb Minuten selbst zum Chor ansetzen. Nach weiteren zwei Minuten springt der mutigste der Ritter auf und beginnt zum Spiel der Musikanten mittelalterlich anmutende Verse zu rezitieren (Hörspielatmosphäre), damit geht er ohrenscheinlich nach siebeneinhalb Minuten seinen Zuhörern so auf die Nüsse, dass unvermittelt eine zweieinhalbminütige wilde Raserei (klingt sehr nach oldschool blackend thrash) einsetzt, in der sich alle gegenseitig die Schwerter in die Bäuche rammen oder die Rüben absäbeln, bis keiner mehr übrig und die Party vorbei ist.

Dann wäre da letzen Endes noch der Bonustrack vom aktuellen Album Noor und an dieser Stelle sei nur soviel gesagt, Adorned Brood haben zwischen 1998 und 2008 wie zu erwarten einen musikalischen Quantensprung hingelegt, der sich gewaschen hat. Aber dazu mehr, wenn ich selbiges Album demnächst bespreche.

Fazit: Wer´s musikalisch gerne easy-listening mag, auf simplen Black Metal steht, der sehr viel mit Mittelalter-Elementen gespickt ist, der darf hier ruhig mal ein Ohr riskieren. Ich für meinen Teil gebe der neuen Adorned Brood auf jeden Fall den Vorzug. Ansonsten ist die doppelte Ladung alleine auf Grund der monströsen Spielzeit ein echter Gegenwert für´s Geld.

Wertung: 6 (Hiltia) und 7 (Wigand) / 10





Gesamtlänge: 129:24
Label: Black Bards Entertainment
VÖ: 05.09.2008

Tracklist

Hiltia

1. Intro
2. For Honour And Land
3. Hiltia
4. Unehrenhaftes Feindesblut
5. Furor Teutonicus
6. Donerhamer
7. Undisclosed Treasures Of The Mortals
8. Adora
9. Kissing The Heathen Amulet
10. Die Rede des Erhabenen
11. Outro
12. Sons Of The Damned + Interviews

Wigand

1. Voeluspa
2. The Way Of The Sword
3. Spiritual Weaponry
4. Wapen
5. The Oath
6. Wigand
7. Zeichen von Zauberkraft
8. Jord Dvalin + 3 Live-Videos


Website der Band: www.adorned-brood.de
Myspace: www.myspace.com/adornedbroodde


Bearbeitet von stalinorgeler an 05.01.2009, 20:21

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