IMMOLATION - Descent
Was soll man über diese Underground Götter noch viel schreiben. Selten eine so kontinuierlich starke Truppe gehört. Mit DESCENT machen die US Deather aus dem Bundesstaat New York das Dutzend voll in Bezug auf Albumveröffentlichungen und es ist gewiss kein Abstieg (Descent), sondern zementiert nur noch mehr den verdienten hohen Status in der Szene. Der Albumtitel bezieht sich mehr auf die Schilderung des Niedergangs gescheiterter Imperien, endloser Kriege und die Verderbnis der menschlichen Seele! Die Düsternis der Musik wird durch Texte über "gibt es einen Weg zur Erlösung oder ob unsere Erde etwa tatsächlich die Hölle sei" noch unterstützt!
Die Musik des Vierers schlägt uns von jeher massiv und bedrohlich aus den Boxen entgegen, das ist auch auf dem neuen Werk nicht anders. Nach dem rohen genialen Debut (Dawn of Possession,1991), haben sich Immolation spätestens ab Album Nummero Zwei (Here in After,1996) mehr oder minder auf den heutigen Stil eingeschossen, immer mal wieder mit Finetunings in die ein oder andere Richtung, auch der Sound der Band ist recht stabil und hat hohen Wiedererkennungswert, nicht zuletzt dem wiederholten Einsatz von Knöpfchendreher Zack Ohren geschuldet.
Spätestens wenn in Songs wie ATTRITION (zweite Vorabsingle), HOST (übrigens mit Gastgesang von Ikone Danny Lilker, auch im Titeltrack) oder dem Opener THESE VENGEFUL WINDS (mein Albumhighlight) der berüchtigte Immo-Groove einsetzt ist es um mich geschehen, dieser Rhythmus wo man einfach mitmuss, gepaart mit diesen unheilschwangeren Gitarrenmelodien ziehen einem förmlich ins beschriebene Verderben. Die intonierten "Beschwörungen" von Frontgrunzer Ross Dolan geben dir dann noch den Rest. Für mich einer der besten Death Metal Shouter überhaupt, diese markant tiefe, aber doch deutlich akzentuierte Stimme trifft dich direkt im Mark! Ich muss jedoch anmerken, das mir die Produktionsweise des Gesangs, etwas mehr verhallt und breiter aus dem Hintergrund kommend, nicht ganz so gut gefällt, wie auf dem von mir ebenfalls schwer abgefeierten Vorgänger ACT OF GOD (2022), auf dem man wesentlich direkter ins Gesicht gebrüllt bekommen hat. Über die gewohnt exzellente Gitarrenarbeit die man in den neun Songs (plus ein eher unnötiges Instrumental, imo) braucht man ebenfalls nicht mehr viel zu schreiben, man sieht deutlich vor seinem inneren Auge die "fliegende" Axt von Robert Vigna (jeder der mal bei einem Konzert der Combo war, weiß was ich meine). Trommler Steve Shalaty vermöbelt sein Drumkit wieder nach allen Regeln der Kunst, jede noch so kleine Lücke wird mit wuchtigem und abwechslungsreichem Drumming ausgefüllt, das kontrollierte Chaos könnte er für meinen Hörgenuss sogar stellenweise etwas zurückfahren, würde die Livespielbarkeit in Sachen Genauigkeit etwas erhöhen, aber wenn er´s so will.....also lange Rede kurzer Sinn: KAUFEN!!!!
Unterstützt diese Institution namens IMMOLATION und kauft die komplette Palette, inklusive der neuen Langrille die erneut über Nuclear Blast erschienen ist und schaut euch die Kapelle unbedingt auch mal live an!!!
Das Cover stammt erneut von Eliran Kantor und trifft meinen Nerv eher weniger, dafür begeistert mich das restliche Artwork von Santiago Francisco Jaramillo wesentlich mehr!
Für Fans, die noch tiefer in das Wesen Immolations eindringen möchten, sei die 2024 erschienene Biografie „Into Everlasting Fire – The Official History of Immolation“ von Kevin Stewart-Panko empfohlen!
...und jetzt auf an die Anlage und lasst "diese rachsüchtigen Winde" wehen!!!
Wertung: 9 / 10

Gesamtlänge: 41:35 Minuten
Label: Nuclear Blast
VÖ: 10.04.2026
Tracklist
1. These Vengeful Winds 04:04
2. The Ephemeral Curse 03:57
3. God's Last Breath 04:22
4. Adversary 03:17
5. Attrition 04:44
6. Bend Towards the Dark 03:56
7. Host 04:12
8. False Ascent 03:49
9. Banished 03:17
10. Descent 05:57
Website der Band: www.immolation.info