Forum: Death-Metal
Thema: Review: Impalement - The Dawn Of Blackened Death
Eröffnet von: UnDerTaker

Beitrag von UnDerTaker an 01.11.2023, 21:24
Impalement - The Dawn Of Blackened Death

Leider habe ich nur wenig Zeit im Moment für Reviews, aber zu dieser Scheibe kommt man nicht umhin, diese zu lobpreisen und so werde ich ein paar Zeilen hierzu niederschreiben.
Man weiß gar nicht, wo man mit den Huldigungen anfangen soll…
Vielleicht beim Sound? Druckvoll, glasklar und sehr ausgewogen knallt der Sound aus den Lautsprechern.
Oder sollte ich mit der Leistung am Schlagzeug starten? Auch wenn Impalement quasi eine One-Man-Combo des Schweizers Beliath ist, so ist doch wieder Drummer Torturer im Studio am Werk. Absolut überzeugend werden die Felle hier verdroschen. Hämmernde Bassdrums kommen ultratief und klar rüber, Blastbeats und ausgeklügelte Arrangements überzeugen und als i-Tüpfelchen haut Torturer (uns) in besonderen Momenten auch auf die Glocke – ganz große Leistung!
Gitarrenarbeit? Hier macht Multitalent Beliath alles richtig. Tolles Riffing im Bereich Death und Black Metal, von rasend schnell bis ästhetisch eingängig oder auch ein paar Solis, die glücklicherweise gut dosiert sind und nicht nerven. Wieder muss ich hier die Note 1 vergeben.
Gesang? Ja, auch hier macht Beliath mit seiner kehligen Stimme eine gute Figur und nicht nur damit erinnert man an die Kollegen Belphegor.
Das Songwriting ist genial. Death Metal tief eingeschwärzt wird hier von Anfang bis Ende auf höchstem Level präsentiert. Meist im Uptempo zelebriert, ist man dennoch extrem variabel. Man höre sich nur die tollen (Hintergrund)Melodien an, die einen fesseln und nicht loslassen wollen. Hier kann man bangen, mitwippen oder wie ich beim Hören, mit dem Bike die steilsten Hügel erklimmen. Auch atmosphärisch können Impalement. Hier möchte ich den Schlusssong „Chosen By Tragedy“ herausstellen. Eine Hymne par excellence. Von schleppend groovig über rasend und wieder zurück zum atmosphärischen cleanen Gitarren-Outtro. Ich sehe bei dem Song schon bei den Livegigs die Haare fliegen, wenn die Menge bangt und abgeht. Neben all den tollen Songs begeistert mich „The Dawn Of Blackened Death“ besonders. Dieser beinhaltet alle Elemente, die Impalement ausmachen. Schnelles Riffing, schnelles tiefes und teils grooviges Drumming, teils „zweistimmiger“ Gesang, zeitweiliges leicht schwedisches ufta-ufta-Drumming,  geniale Hooklines, ein kurzes Gitarrensolo, ein mächtiger Groove- und Bangpart – verdammte Hacke, da können sich viele Bands gleich ein paar Scheiben abschneiden. Mit „Legio Nihil“, der vom Wahnsinn des Kriegs handelt, will ich auf einen weiteren speziellen Song eingehen. Hier beginnt man mit martialischen Kriegsgeräuschen, Panzer und Schüsse sind zu hören. Dann geht der Song in die Vollen und ballert meist im Highspeed voran. Es folgt ein militärisch anmutender Marschmusikpart mit „Marschgesang“ einer ganzen Truppe, um dann wieder in schnelles Black/Death-Geballer zu wechseln. Danach mischen sich wieder Kriegsgeräusche dazu und alles endet mit einem Stukaangriff oder Flugzeugabsturz. An Ideen mangelt es Beliath ganz sicher nicht.
Man müsste es kaum erwähnen, aber selbstverständlich hat Beliath alle Songs mit einem Anfang und einem Ende komponiert, simple und ideenlose Ein- oder Ausblendungen findet man hier nirgends.

Fazit: Ein unglaublich tolles und überzeugendes Mach(t)werk von Impalement, welches nahtlos an das Debüt "The Impalement" anknüpft. Geniales und variables Songwriting, überzeugendes Drumming, großartige Gitarrenarbeit und dazu der passende raue Gesang macht das Album perfekt. Tiefschwarzer Death Metal in brutaler Intensität bis hin zu atmosphärischen Hymnen und groovigen schönen Melodien ohne jede Schwachstelle von Anfang bis Ende. Für mich bislang das beste Album des Jahres 2023.
Fans von Belphegor oder Purgatory sollten hier auf jeden Fall ein Ohr riskieren.

Der Nachfolger des großartigen Debüts "The Impalement" (siehe Review) aus dem Jahr 2020 wurde von Jens "Pestilence" Förster in den AMP Studios in Duisburg aufgenommen und von Andy Classen (Stage One Studios) gemischt und gemastert. Das Cover-Artwork stammt erneut von Carlos "Black Shadows" Aguilar.

"Impalement ist aus der Leidenschaft des True Metals geschmiedet, kombiniert mit der Brutalität des Death Metals und der tiefgründigen Seele des Black Metals!" - Beliath

Wertung: 9,5 / 10



Gesamtlänge: 40:42
Label: Eigenproduktion
VÖ: 27.10.2023

Tracklist
1. The Herd Marches On
2. Dawn Of Blackened Death
3. Legio Nihil
4. The Old Ones
5. Will To Power
6. Death To The Gods
7. Chosen By Tragedy

Band: < Facebook >


Beitrag von Höllenfürst an 02.11.2023, 08:27
Na da ist wieder einer schwer begeistert. Aber das mit recht. Ist wieder 'ne geile Scheibe geworden.  :rock:
Beitrag von UnDerTaker an 02.11.2023, 12:55
Selten eine Scheibe gehabt die ich viermal hintereinander hören konnte ohne dass ich etwas anderes einlegen wollte...
Beitrag von Exorzist an 02.11.2023, 19:44
Sehr schöne Rezi zu einem richtig packenden Album, hier ist wirklich alles stimmig und knallt ohne Ende. Ein großartiges Nachfolgealbum, was bei dem Killer-Erstling schon gar nicht einfach war - TOP!  :rock:
Beitrag von Nabu an 03.11.2023, 04:11
Besser hätte man das nicht beschreiben können. Das Album ist - genau wie der Vorgänger - in einer ganz eigenen Liga :rock:
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