Forum: Death-Metal
Thema: TOMBTHROAT - Eden Apocalypse
Eröffnet von: ElWiz

Beitrag von Cosmower an 07.04.2012, 20:56
TOMBTHROAT - Eden Apocalypse



The Word is law !!! Ein düsteres, gesprochenes Intro namens "Manifestation" eröffnet den neusten Output von TOMBTHROAT. Unheilvolle Worte, unterlegt mit einem fiesen, wummernden Dronesound, laden den Hörer zum Lauschen ein. Hier heißt es auch: ...Der Tod verwandelt alles in Asche... Und genauso bricht in den folgenden 39 Minuten ein Death Metal - Orkan über einen herein, so daß danach  nur noch Asche übrig ist. Jawoll! "Eden Apocalypse" knallt so richtig. Schon die Vorgängerscheiben "Blood Red History" und va "Out Of The Tomb" boten amtliches Geballer, waren aber für mich wegen des (schon guten,aber zuweilen doch sehr an Van Drunen erinnernden ) Gesangs von "Evil Ass" ( *g* ) eher "Launescheiben", die ich mir nur manchmal geben konnte. Daher gleich zu Anfang der positive Aspekt des Sängerwechsels: Sänger Ralf brüllt und growlt einfach ganz nach alter Schule, wie sich's für 'nen ordentlichen Death Metal - Shouter gehört. Teilweise geht der Gute ab wie eine vollgekokste,psychotische Wildsau, die gleich aus ihrem engen Gehege ausbricht. Manchen mag diese Art der Stimmakrobatik vielleicht etwas zu monoton vorkommen, aber die Band sorgt für Auflockerung, indem man auch für diverse Vocalpassagen interessante Gäste ins Studio gebeten hat. So kommen auf "Eden Apocalypse" die Jungs von AMAGORTIS und DEADBORN zum Einsatz.
Auch musikalisch sind TOMBTHROAT die letzten Jahre mit Sieben Meilen Stiefeln unterwegs gewesen und haben sich in allen Belangen sehr gesteigert. Diese Weiterentwicklung bedeutet aber nicht, daß man zahmer zu Werke geht; ganz im Gegenteil, hier gibt es die härtesten und schnellsten TOMBTHROAT der Bandgeschichte. Aber auch hier, mitten im heftigsten Geballer, gibt es reichlich technisches Können und kleine, melodische Momente ( zB sticht beim Titelsong ein sehr melodisches Gitarrensolo heraus, für das ein weiterer Gast, nämlich Dave Suzuki, verantwortlich zeichnet ). So kommt bei aller Energie, die  das Album versprüht, auch erstmal keine Langeweile auf.
Der so schon recht effektive TOMBTHROAT - Sound wurde schließlich noch in den 16th Cellar-Studios vom Meister Stefano Morabito, dem Prof. Dr. Mang des Brutal Death Metals, so bearbeitet, daß die Band fett und brutal wie nie zuvor klingt.Wobei das Resultat nicht zu sauber und glänzend poliert wurde,sondern immer noch genügend Dreck unter den Nägeln der Musiker übrigbleibt, um von richtigem Death Metal zu sprechen.
Auch beim Cover hat man diesesmal keine kleinen Brötchen gebacken, sondern mit Marco Hasmann einen der meiner Meinung nach begnadetsten Coverkünstler engagiert. So erinnert das Album auch optisch an die letzten Glanztaten von VOMIT THE SOUL (RIP) und SEPTYCAL GORGE. Jedenfalls passen Motiv und Farbwahl super zur Stimmung, die das Album versprüht. Also, ich für meinen Teil bin begeistert.
Mit diesem Album müßte es TOMBTHROAT nach 16 Jahren Bandgeschichte doch endlich mal gelingen, eine etwas größere Aufmerksamkeit zu erlangen. Der größte Schwachpunkt dieses Bollerwerks besteht halt leider in der Wahl des Releasezeitpunktes. So locker zwischen CANNIBAL CORPSE,DEADBORN,HOUR OF PENANCE und später dann noch NILE, DYING FETUS und SUFFOCATION eine Platte zu veröffentlichen ist mutig.Hut ab! Aber "Eden Apocalypse" hat definitiv das Zeug dazu,sich neben diesen Bands zu behaupten. Und hätte ich nicht erst gerade das neue DEADBORN - Masterpiece reviewed, hätte dieses weitaus härtere Werk sicher noch besser abgeschnitten. So gibt es aber immerhin ganz fette 8 Punkte. Denn in Punkto Brutal Death Metal ist TOMBTHROAT das bisherige Highlight des Jahres.

Wertung: 8/10







Spielzeit: 39:39 Min
VÖ: tba
Label:< BlastHead Records >

Tracklist:

01 Manifestation
02 Eden Apocalypse
03 I, Supremacy
04 Condemned At Procreation
05 Breed Of Depravity
06 Psychological Disharmonism
07 A-Dominion
08 Of The Goat And The Lamb
09 Bleed For Me
10 On The Gallows
11 Lord Of The Cremation Ground


< TOMBTHROAT auf myspace >

< ...und FRATZENBUCH >



Beitrag von ALUCARD an 08.04.2012, 10:57
Schönes Review, hab auch mal reingehört bei Myspace aber Gesang und Drumming sind dann doch eher nich so meine Baustelle. Aber das ist ja wie so vieles Geschmackssache.
Beitrag von Cosmower an 08.04.2012, 11:42
Das Zeug auf der myspace-Seite ist, soweit ich weiß, schon älter. Der Sound ist auf dem Endprodukt richtig fett geworden. Je nachdem, welche Songs du angecheckt hast, war das evtl auch noch besagter Vorgänger am Mikro. Am besten auf youtube mal "Breed Of Depravity" anhören, dann hörst du TOMBTHROAT 2012!

>>< Nimm DAS!!! > <<

:gitarre:

Beitrag von ALUCARD an 08.04.2012, 11:58
Ich hatte bei MS bei "I,Supremacy" und "Bleed for me" reingehört welche ja auch auf dem Album sind.
Hab dein Review grad noch auf die Startseite verlinkt.
Weiter so!

Beitrag von Cosmower an 09.04.2012, 14:05
Danke für die Blumen!  :winken:
Besagte Songs sind auf my space nur in sehr alten Fassungen zu hören ( "I Supremacy" war in der Form auch schon auf einem "Gentle Carnage"-Sampler vertreten ). Wie gesagt, die "richtigen" Versionen sind ungleich brutaler. Übrigens hat Gitarrenwizard Björn einen zweiten Song auf Youtube eingestellt:

< "Psychological Disharmonism" >

Brutal Death Metal muß man halt schon mögen... ich steh drauf! :rock2:

Beitrag von Cosmower an 14.07.2012, 14:06
Die Scheibe ist hier am Heißlaufen. Würde mittlerweile sogar locker einen Punkt mehr zücken. Diese Brutalität ist so dermaßen fies,da kommt dieses Jahr bisher echt wenig mit,gerade mal DYING FETUS und CATTLE DECAPITATION würden mir da einfallen,wobei die TOMB'sche Brutalität anders ist. Krasser. Die neue DYING FETUS ist so,wie wenn ein Skalpell mit blitzsauberen Schnitten deinen Körper zerlegt. TOMBTHROAT fräsen dich eher mit einem rostigen Kreissägenblatt klein,höhö.
Wenn es die Jungs nicht allzu falsch anstellen,dann zerbröseln sie mit der nächsten Scheibe (hoffentlich nicht erst in 5 Jahren ) in einer höheren Liga.



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