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Live-Bericht zum Vienna Metal Meeting 2018
12.05.2018, Arena Wien



Metal Meeting - die zweite Runde
Wien präsentierte sich an diesem Tag mit herrlichem Wetter. Für die Veranstaltung wurde wieder die Arena zu Wien ausgewählt. Das Tor öffnete bereits am frühen Nachmittag und langsam trudelten die ersten Besucher ein.Das Gelände besteht aus einem sehr großen Außenbereich mit einer Open-Air Bühne, die leider nicht genutzt wurde und zwei Indoor-Bühnen, nämlich die große Arena Stage, sowie eine relativ kleine Bühne, genannt District 19 Stage. Auch eine Bar ist am Gelände angesiedelt, sie befindet sich am Ende des Areals, bestens ausgestattet mit Außen- und Innengastronomie. Dieses Jahr erwartete uns ein etwas erweiterter Food Bereich im Innenhof, die Merchandise Stände befanden sich in den Hallen. Es gab allerorts Theken, bestückt mit einer sehr netten Crew. Da man eigentlich nie lange warten musste, haben wir natürlich des Öfteren unseren Durst gestillt.

Foto: Demonical
Demonical
Startschuss meines Festival Tages waren DEMONICAL aus Schweden und zwar auf der District 19 Stage. Sie haben das Wiener Publikum mit teilweise neuem Line-up sowie aktueller Scheibe im Gepäck beglückt. Melodischer Death-Metal der alten Schule, fette Gitarrenriffs und starker Gesang.

Der Auftritt einer meiner absoluten Lieblingsbands stand jedoch bald an, also schneller Wechsel in die große Halle zu DESASTER (noch am Soundcheck). Die nächste dreiviertel Stunde war die Arena fest in teutonischer Hand! Sie sind seit nun fast 30 Jahren in Sachen Death/Thrash Metal
Foto: Desaster
Desaster
im Einsatz und das bis dato ohne ständige Besetzungswechsel oder längere Schaffenspausen. Umso unvorstellbarer für mich ist es, dass Tormentor aus zeitlichen Gründen im kommenden Jahr eine (Live)Auszeit von seiner ursprünglichen Hauptband plant, da er seit Kurzem auch für das Drum Kit bei SODOM verpflichtet wurde. Das kann ich mir im Moment noch gar nicht vorstellen! Heute freute ich mich jedoch auf den bevorstehenden Auftritt der Jungs und sie legten vor! Die Setlist, mit z.B. Tyrants of the Netherworld, Satan’s Solders Syndicate oder der Desaster Hymne Teutonic Steel, ließ keine Wünsche übrig. Wirbelnde Haare, DESASTER-Sprechchöre und eine schweißtreibende fette Performance. Mit Metalized Blood ging dieser Gig dann leider viel zu schnell zu Ende.

Foto: Ragnarok
Ragnarok
Auf der kleinen Bühne spielten sich mittlerweile die Mannen von RAGNAROK warm. Die stattlichen Norweger haben definitiv eine mächtige und imposante Darbietung geboten und hauten alles weg. Leider war es bereits jetzt im Innenraum unerträglich heiß und die Halle einfach zu klein.

Nachfolgend im kleineren District 19 und seit den achtziger Jahren österreichischer Kult im Bereich Death Metal, das Klagenfurter Dreiergespann DISHARMONIC ORCHESTRA. Zuerst leider soundtechnisch nicht einwandfrei, im Laufe der Spielzeit haben sie die bis fast auf den letzten Zentimeter gefüllte Halle doch noch für sich gewonnen. Technisch anspruchsvoll, solide und noch lange nicht zum alten Eisen gehörend!
Foto: Entrails
Entrails

Auch bei der schwedischen Metal-Militia ENTRAILSlief es soundtechnisch anfangs nicht rund. Dies bekam man in den Griff und somit konnten die Nordländer ihre ganze Wucht entfalten und boten schönen brutalen Old-School Death Metal.

Foto: Nifelheim
Nifelheim
Inzwischen punkteten in der großen Halle gegenüber NIFELHEIM, Landsleute von Entrails. Leder, Nieten, Ketten, lange Mähnen, Grimassen und bühnenreife Gesten. Nifelheim ist einfach eine coole Band! Kollektive „Nifelheim“-Chöre, Mattenschwingen und Fäuste nach oben. Starker Sound, starker Auftritt! „I guess, you want some more?“, aber ja, immer gerne wieder!

Foto: Tiamat
Tiamat
Kontrastprogramm dazu im Anschluss – Schwermut und Tragik begleiteten TIAMATauf die Arena Bühne. Da mein sehr geschätzter Hamburger Kollege Bruno Kaiser (Legacy) auch vor Ort war und bekennender Edlund Fan ist, hat er kurzerhand zwischenzeitlich übernommen. Ganz lieben Dank dafür!!
Hier sein Review: Schon der Opener In A Dream ebnet den Weg in ein großartiges Konzert, das ja ausschließlich aus Titeln der Klassiker „Clouds“ und „Wildhoney“ besteht. Auch, wenn Edlund – zumindest von weiten – ein Bild des Jammers abgibt , so ist er einigermaßen bei Stimme, die im Laufe des Abends nachlässt, aber nie versagt. Und dennoch, oder wahrscheinlich gerade deswegen, spürt man bis in die letzte Reihe, wie sehr Johan Edlund die Songs von TIAMAT lebt und liebt. Mit jeder Phase seines ausgemergelten Körpers transportiert er enorme Emotionen. Und dann sind da noch die großartigen Songs wie „The Sleeping Beauty“, „Whatever That Hurts“ oder „The Ar“. Zudem ist die Begleitbande Edlunds extrem tight, wenngleich der Sound nicht nur bei der Stimme etwas fetter hätte sein können. Und als Gaia erklingt, da ist sich jeder sicher, dass er etwas ganz Großartiges gesehen hat.

Setlist (ohne Gewähr)
  • In a Dream
  • Clouds
  • Smell of Incense
  • A Caress of Stars
  • The Sleeping Beauty
  • Forever Burning Flames
  • The Scapegoat
  • Whatever That Hurts
  • The Ar
  • Visionaire
  • Gaia

Foto: Abbath
Abbath
Der Bericht von Kollege Kaiser über ABBATH: Nach so viel Schmerz, Tiefe und Melancholie dürstet Wien und seinen Besuchern nicht nur nach Cola-Rot, sondern vor allem nach ein wenig humoristischer Ablenkung. Und die bringt allen ABBATH. Olve Eikemo, Bergens Brandmeister in Sachen Manowar-Black-Metal, gibt den Maestro der ausladenden Gesten, den größten Feldherrn aller Schwarzwurzelzeiten, den Mann mit der perfektesten Panda-Maske, den Becher ohne Henkel, den Rächer von Witwen und Waisen. Er crab-walkt herum wie eine Winkerkrabbe, die die Partnerin in die Höhle locken will, stolziert über die Bühne wie ein Gockel übern Bauernhof und streckt dabei die Arme hoch und die Zunge raus. Der Sound überrollt die proppenvolle Arena Wien, die Leute rasten aus! Oder grinsen breit. So klingt Gute-Laune-Musik. Und wie er da so krächzt und post und seine Kollegen ihn nach Kräften unterstützen, da darf niemand vergessen, was ABBATH (oder eben auch Immortal) ausmachen: echte, frostkalte Hymnen, die selbst Seen in einer lauen Sommernacht zufrieren ließen – und die Herzen gleichzeitig erwärmen. Wie „Tyrants“, „In My Kingdom Cold“ oder „One By One“. Immortal-Cover-Band? Vielleicht, ist aber auch egal, scheiße sind auch Songs wie „Ferinir Hunts“ oder „Count The Dead“ nicht.

Setlist (ohne Gewähr)
  • To War!
  • Winterbane
  • Ashes of the Damned
  • Warriors (cover)
  • Nebular Ravens Winter (Immortal cover)
  • In My Kingdom Cold (Immortal cover)
  • Tyrants (Immortal cover)
  • The Rise of Darkness (Immortal cover)
  • One by One (Immortal cover)
  • Count the Dead
  • All Shall Fall (Immortal cover)

Foto: Marduk
Marduk
Pünktlich um Mitternacht läuteten die (fiktiven) Glocken nun den letzten Akt des Metal Meetings ein: Die Black Metal Kriegsmaschinerie MARDUK - eine großartige Band. Es hagelte qualitativ hochwertigen, eher schwermütigen schwedischen Black Metal auf die noch Ausharrenden ein. Die Panzerdivision Marduk präsentierte eine Auswahl an älterem Songmaterial sowie das großartige The Blond Beast von der letzten Veröffentlichung „Frontschwein“, darüber hinaus ebenfalls einen Vorgeschmack auf „Viktoria“. Eine kraftvolle Performance von Morgan und seinen Mitkämpfern und ein für mich perfekter Ausklang des Metal Tages.

Setlist (ohne Gewähr)
Foto: Marduk
Marduk
  • Panzer Division Marduk
  • Baptism by Fire
  • The Blond Beast
  • Of Hell's Fire
  • The Levelling Dust
  • Werwolf
  • Cloven Hoof
  • Wolves
  • Throne of Rats
  • Equestrian Bloodlust
  • Burn My Coffin
  • Into Utter Madness

„Wien, das war extrem lässig!“, wie unsere Hamburger Nachbarn so treffend resümierten!
Wir sind schon sehr gespannt auf die Fortsetzung 2019 in Wien mit…??

Foto: Abbath Bericht und Fotos von , 26.06.2018