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Festivalbericht zum Masters of the Unicorn 2017


Nach unendlich vielen Festivals, war es mal wieder an der Zeit, ein neues Festival zu besuchen. Unsere Wahl fiel auf das kleine und feine Masters of the Unicorn, da wir das Festival schon lnger auf dem Schirm hatten und zudem von vielen netten Menschen
Gelnde
(Veranstalter und Helfer) angefixt wurden. Wenn dazu noch Bands wie Age of Woe, Wound, Purgatory, Obscure Infinity, Death Strike und andere auf dem Billing stehen, und dafr nur lumpige 15 Ticketpreis zu berappen sind, war es keine Frage hier zuzusagen. Das kleine auf 300 Leute limitierte Open Air Festival wird von einer Gruppe Metalheads komplett in Eigenregie gestemmt. Und wie ich im Vorfeld hrte, waren die Jungs so hei auf Mister Speckmann und seine Combo Death-Strike, dass man bereit war, aus der eigenen Tasche etwas obendrauf zu legen.
Das Masters of the Unicorn fand im Innenhof eines riesigen alten Gehfts statt. Die Bhne und vieles andere wurde liebevoll selbst gebaut, dennoch alles professionell und ok fr ein kleines Festival. Zu Essen gab es neben belegten Brtchen und Wurst auch einen
Nette Helferinnen
veganen Eintopf, welcher sehr guten Anklang fand. Getrnke gab es ebenfalls ausreichend, Bedienungen waren reichlich da, nett und flink unterwegs, so musste man fr ein kaltes Bier quasi nicht mal anstehen. Ein Highlight war das Rudige Wiesel, ein kleines Partyzelt, welches in die Geschichte eingehen knnte, dazu spter mehr. Parken und Zelten konnte man kostenlos auf zwei groen Wiesen gegenber der Location.

Wir kamen am Freitag nach 1,5 Stunden problemloser Anfahrt zeitig am Gelnde an. Da der Boden schn weich war, konnten das Zelt und der Pavillon schnell aufgebaut werden. Apropos weicher Boden, jeder der auf Festivals fhrt, wei, was es bedeutet mit dem Auto auf einer Wiese mit weichem Untergrund zu stehen, wenn fr das Wochenende Regen angesagt wurde

Bloodjob
Bloodjob
Freitag, 1.9.2017
Die erste Band waren Bloodjob , die zu Fnft mit ihrem Brutal Death, Slam und groovy Zeugs schon mchtig Dampf machten. Es waren noch recht wenige Leute auf dem Gelnde und zu allem berdruss begann es zu Regnen.


Wound
Wound
Wound aus Wiesbaden hatten schon deutlich mehr Leute angelockt. Der crustige Death Metal begeisterte die Fans und es wurde viel gebangt und die Matten kreisten hier und da. Kurz nach den ersten Songs konnte man auch schon den ersten Moshpit des Tages sehen. Es wurden viele Songs vom neuen Album Engrained gespielt, aber auch Songs vom Vorgngeralbum Inhale The Void wurden geboten. Die Band zeigte gewohnt aktives Stageacting und das Publikum quittierte dies mit ebenso viel Action vor der Bhne. So kann man von einem gelungenen Gig der Hessen sprechen.

Incarceration
Incarcaration
Incarceration waren als Duo angetreten, um den Anwesenden mit old school Death Metal in den Arsch zu treten. Mit Einflssen aus der Thrash, Crust und Speed Metal Ecke funktioniert das Duo aus Gesang/Gitarre und Schlagzeug live sehr gut und der krzlich gegangene Basser Bjrn vermisste man nicht so wirklich. Frontmann Daniel hat seine Sache echt prima gemacht, verdrehte die Augen und schaute des fteren echt dmonisch von der Bhne, da vergesse ich den etwas limitierten Gesang gerne mal komplett. Incarceration haben bereits mit dem letzten Album Catharsis bewiesen, dass sie grandiose Riffs schreiben knnen, wie sie die alten Schwedenbands damals zuhauf produziert haben und man sie heute kaum noch zu hren bekommt. Die Fans waren begeistert und machten eine riesen Stimmung vor der Bhne.

Purgatory
Purgatory
Schon waren die Headliner Purgatory an die Reihe. Zu Beginn war der Sound etwas schwach, wurde aber im Laufe des Gigs immer besser. Wer die Sachsen kennt, der wei, dass diese nie einen schlechten Gig abliefern, und so war es auch heute Abend. Straight und mit viel Stageacting knppelten die vier Jungs ihren dsteren Black/Death Metal, eingehllt in ebenso dsterem blauen Licht, von der Bhne. Ein wrdiger Headliner, der beim Publikum prima ankam.


Danach gingen wir und viele andere ebenfalls in das Rudige Wiesel, ein Partyzelt, was seinen Namen auch verdient. Bei gnstigen Preisen flossen der White Russian, Gin, Whiskey und andere Kaltgetrnke in Mengen. Je mehr Gesff ber die Theke gereicht wurde, je besser wurde auch der DJ und alle im Zelt gingen steil. Ob Bands oder Fans, hier waren alles Eins und es wurde gebangt, Fuste gereckt, mitgesungen, T-Shirts vom Leib gerissen und Tische und Bnke flogen durch die Gegend Einfach herrlich!!! Schaut euch die Fotos an und ihr werdet verstehen


Samstag, 2.9.2017
Nach der durchzechten Nacht, echt niedrigen Temperaturen und fieser Luftfeuchte, krochen wir recht spt erst aus dem Zelt. Nach einem dezenten Frhstck und sehr viel Wasser, konnte der Tag beginnen.
Hamerhaai
Hamerhaai
Leider sind deshalb Black Mood und Red Stone Chapel fr uns ausgefallen. Wie man hrte, sollen die beiden Bands auch ordentlich gerockt haben.

So waren dann die Niederlnder Hamerhaai auch erst die erste Band, die ich an diesem Tag sah. Hardcorelastiger Metal, bei dem so ziemlich alle Bandmitglieder mal den Gesang bernahmen und Oberkrper frei auftraten, war mein Hallo-Wach-Programm. Bei einem Song durfte Landsmann Carl, Snger von Massive Assault, der als Fan im Publikum weilte, ans Micro. Alles in allem ein solider Gig, der aber musikalisch nicht ganz so meine Baustelle war.

TFB
TFB
Taskforce Beer (TFB) waren nun am Start. Grindcore mit Death Metal Einsprengseln stand nun auf dem Programm. Die beiden Snger, die auch weitgehend noch die gleichen Stimmlagen abdeckten, schrien, keiften und growlten, was die Micros hergaben. Musikalisch wurde von dem Sechser im Highspeed Sector gebrettert, was das Zeug hielt. Zu Beginn war einem der beiden Snger die Action vor der Bhne etwas zu lasch, so sprang er runter und zettelte einen Circlepit an, bei dem das Publikum eifrig mitmachte. Auch hier hatten die Fans ihren Spa und die erst 2015 gegrndete Band aus Trier ebenfalls.

Obscure Infinity
Obscure Infinity
Anders waren Obscure Infinity unterwegs. Die Westerwlder spielen seit jeher astreinen old school Death, wie er sein sollte. Ich war gespannt wie Snger Jules wohl drauf sein wrde, denn er hatte letzte Nacht im Rudigen Wiesel ebenso die Kuh fliegen lassen, wie die meisten anderen. Aber dieser war bestens gelaunt und stellte erst mal ein Tablett mit Bier fr die Fans vor die Bhne. Obscure Infinity zeigten eine tolle Show, bei der Fronter Jules eine klasse Gesangsleistung bot und auch mit Posing und Mimik die Songs bestens untermalte. Die Fans waren voll dabei und es wurde eifrig gebangt und einige Propeller, auch weiblichen Ursprungs, waren zu sehen.


Collision
Collision
Danach waren die alten Haudegen Collison aus den Niederlanden am Start. Der groovy Grindcore machte Spa und gefiel den Fans. Neben Drums, Gitarre und Bass waren auch hier zwei Snger auf der Bhne, wobei sicher einer den Job auch alleine machen knnte.

Mit
Cyness
Cyness
Cyness folgte als nchste Grindband eine Combo, die schon seit 2000 am Start ist und bereits mit groen Bands der Szene Splits und Touren abgeliefert hat. Die oft politischen und sozialkritischen Texte der Potsdamer wurden auch mit den passenden Ansagen des sehr agilen Sngers Loffi unterstrichen. Die teils deutschen, teils englischen Songs wurden auch hier von dem Vierer straight ins Publikum geblastet.

Age of Woe
Age of Woe
Dann kam fr uns die berraschung des Tages, denn Age of Woe aus Schweden waren jetzt an der Reihe. Unglaublich atmosphrischer Death Metal, der teilweise an alte Entombed erinnert, wurde jetzt geboten. Die beiden Gitarren spielten klasse Riffs und dezente, filigrane, nie nervende Solis, die groartig reinliefen. Nicht nur wegen der Sludge- und Doom-Beigaben waren die Songs immer variabel gestaltet und auch der kratzig dunkle Gesang passte hervorragend angenehm in das Gesamtkonzept. Ein fetter Gig der Gteborger, der von den Fans mit viel Applaus und Headbanging erwidert wurde. Leider ist das Album And ill wind blowing soundtechnisch sehr viel schlechter abgemischt, so dass man den groartigen Livesound nicht mit dem Album vergleichen kann.

Death Strike
Death Strike
Headliner des Tages waren Death Strike um Mr. Speckmann. Die Truppe aus Master Members erschien pnktlich auf der Bhne und legte ein old school thrash-/deathiges Brett hin. Snger und Bassist Speckmann grinste Kaffeetrinkend von der Bhne und hatte sichtlich Spa bei diesem Gig. Die Fans waren prima drauf und feierten Death Strike ab. Mir persnlich gefallen Death Strike wegen der mehr deathigen Ausrichtung von 1991 etwas besser als Master und so hatte auch ich einen prima Headliner genieen drfen.


Danach ging es abermals ins Rudige Wiesel, um noch den einen oder anderen Drink zu nehmen und den Klngen des Metal-DJs zu lauschen. Die vielen freiwilligen Helfer des Festivals hatten nun auch meist frei und feierten ihr gelungenes Open Air.
Da es am Sonntag endlich nicht mehr regnete und die Sonne am Himmel erschien, mussten auch nur wenige Autos mit dem Trecker vom Campingplatz gezogen werden. Wie die meisten Camper konnten auch wir ohne Schwierigkeiten abreisen.
Auch wenn das Wetter mit dem Regen und den niedrigen Temperaturen nicht so mitspielte, so war es ein tolles erstes Masters of the Unicorn fr uns! Wir kommen sicher wieder, wenn das Festival im nchsten Jahr am letzten Wochenende im Juli an der neuen Location stattfindet.
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