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Dark Days Of Stockholm Festival 2016 - Stockholm / Schweden
25.03. - 26.03.2016, En Arena

Freitag: PUTERAEON, DEATHSTORM, DEATHRITE, DEATHCODE SOCIETY, ROTTEN SOUND, THE CROWN
Samstag: ARREAT SUMMIT, DIABOLICAL, ENTRAILS, DEAD CONGREGATION, BLOOD RED THRONE, SODOM


Ein Death Metal Festival, das schwedischer kaum sein knnte, kann natrlich nur in Schweden selbst stattfinden. Und so war es keine Frage fr uns die beiden Dark Days Of Stockholm ins Auge zu fassen. Also noch ein paar Tage Urlaub um das Festival gepackt und die Tickets fr ca. 63 bestellt.
Das Festival fand im Zentrum von Stockholm statt und die Location En Arena war vergleichsweise edel ausgestattet. Auch die Getrnkepreise waren fr Schweden durchaus akzeptabel und so musste man fr ein khles 0,4l Bier ca. 5,20 Euro berappen, (Leitungs-) Wasser gab es sogar kostenlos. Merchandise fr das Festival selbst war leider nicht erhltlich und die Bands hatten auch nur sprlich Merchandise am Start, Sodom hatten berhaupt kein Merch zu bieten. Ansonsten waren noch zwei kleiner Verkaufstnde mit LPs und T-Shirts vor Ort.
Die Location htte wohl Platz fr etwa 500 oder 600 Leute gehabt, aber erstaunlicherweise waren am Freitag nur ca. 150 und am Samstag ca. 250 Metalfans gekommen. Bis auf uns paar Deutsche waren es wohl hauptschlich Schweden, die zu den Dark Days gekommen sind. Soundtechnisch war der Laden bestens ausgestattet und die mchtigen Boxentrme waren schon etwas beeindruckend. Wie zu erwarten drehte der Soundmann den Volumeregler denn auch weit auf, so dass es zeitweise ratsam war sich Ohrstpsel zu gnnen.

Freitag, 25.03.2016:
Puteraeon
Puteraeon
Am Freitag hatten die Schweden PUTERAEON die Ehre das Festival zu erffnen. Und diese bretterten von der ersten Sekunde an astreinen Schwedentod ins Publikum. Der Sound der Band wurde getragen von der fetten Doublebass, Grooveattacken und melodischen Gitarrenriffs, die selbstverstndlich mit typischem HM-2 Sound verzerrt wurden. Die ca. 80 Anwesenden waren denn auch sofort begeistert von Puteraeon und haben diese mchtig abgefeiert. Fr mich eine der besten Bands an diesem Wochenende.

Die sterreicher DEATHSTORM schwangen danach die Thrashmetalkeule. Der schnelle und grelle old school Thrash lockte zwar nur wenige Fans an, aber die 20 Thrashfans in der ersten Reihe hatten ihren Spa, lieen die Matte kreisen und bangten was das Zeug hielt.

Deathrite
Deathrite
Ganz anders dann bei DEATHRITE. Die crustigen Death Metaller aus Deutschland wurden regelrecht vom schwedischen Publikum erwartet und so versammelte sich schon zum ersten Song der Band nahezu das komplette Publikum vor der Bhne. Der knarzige old school Death der jungen Band begeisterte die Schweden und so wurde heftig gebangt und Fuste gereckt. Jeder Song wurde mit viel Applaus bedacht und anerkennendes Nicken war berall zu sehen. Deathrite, die sich mitten auf einer kleinen Skandinavien- und Deutschlandtour befinden, spielten ihr Set souvern und cool herunter. Als ich spter mit den Jungs vor der Tr kurz quatschte, kamen zwei Schweden vorbei, die der Band gratulierten und sagten, dass sie jetzt noch Gnsehaut htten. Deathrite htte das gemacht, was sie bei Entombed und Dismember seit den 90ern vermissen, nmlich den wahren Stockholm Sound zu spielen. Na, das kann man doch einen Ritterschlag fr die Deutschen nennen.

Deathcode Society
Deathcode Society
Danach waren die Franzosen DEATHCODE SOCIETY an der Reihe. Das Outfit berraschte mich doch schon sehr, denn die Band kam mit schwarzen Kutten und verschiedenen Masken, die Teile des Gesichts verdeckten, auf die Bhne. Da ich die Band nicht kannte, wurde ich dann ein weiteres Mal berrascht. Denn Deathcode Society spielte technischen, ultraschnellen Metal mit Black- und Thrash-Einflssen, sie selbst nennen das Gebru Apocalypse Metal. Ein wahrhaft grelles Geschredder brach ber uns herein und sogar der Bassist hatte sich zwei Saiten mehr auf seinen Bass gezogen. Das Publikum war mig begeistert und widmete sich grtenteils mittlerweile dem Shoppen und Klnen im hinteren Bereich auf den gemtlichen Sitzgruppen.

Rotten Sound und LG von Entombed
Rotten Sound und LG von Entombed
ROTTEN SOUND aus Finnland waren mir bereits als brutale Death/Grind-Combo bekannt, aber heute spielte man astreinen Powergrind. Der Death Metal Anteil scheint mittlerweile nicht mehr vorhanden zu sein und so wurde heftiger und aggressiver Grindcore auf die Menge losgelassen. Hier waren die Stockholmer Fans voll bei der Sache und die meisten Leute fanden sich wieder vor der Bhne ein und es wurde ordentlich mitgemacht. Bei einem der letzten Songs tauchte sogar mal kurz Lars-Gran Petrov von Entombed auf der Bhne auf und brllte ein paar Shouts in das Mikro von Snger Keijo Niinimaa.

The Crown
The Crown
THE CROWN haben als Headliner am Freitag alles gegeben und mchtig Stimmung gemacht. Leider waren von den zwischenzeitlich knapp 150 Leuten nur noch ca. 60 Metaller da. Die hatten allerdings ihren Spa und haben heftig abgefeiert. Gegen Ende hatten die Schweden Probleme mit einer der Gitarren, lieen sich davon aber nicht weiter aufhalten. Die Setlist hielt einige berraschungen bereit und konnte sicher jeden zufriedenstellen. Siehe Setlist.
Setlist The Crown: House of Hades, Crowned In Terror, At The End, Iblis Bane, Face Of Destruction, I Crawl, Reign, Headhunter, Blitzkrieg Witchkraft, Out For Blood, Deathexplosion, Angels Die, Satanist, Rebel Angel, Total Satan, 1999 Revolution 666



Samstag, 26.03.2016:
Den Opener am Samstag ARREAT SUMMIT hatten verpasst.

Diabolical
Diabolical
So war fr uns DIABOLICAL der erste Akt des Tages. Die Schweden spielten ihren atmosphrischen, teils mystischen Metal souvern und weitgehend unschwedisch. Die Band um Sverker Widgren machte gut Stimmung auf der Bhne und die Fans feierten die Band mchtig ab. Vor allem der Schlusssong begeisterte alle im Saal. Glcklicherweise fr den Veranstalter war der Samstag besser besucht und zu den Hochzeiten waren dann wenigstens ca. 250 Fans erschienen. Bei diesem Billing wre in Deutschland sicher die Hlle los gewesen.

Entrails
Entrails
ENTRAILS erschienen mit neuem Line up, da Snger und Basser Jocke Svensson sowie Drummer Adde Mitroulis die Band krzlich verlassen haben. So war die Spannung gro, ob man weiterhin solch geilen Schwedentod zelebrieren wrde. Und wir wurden nicht enttuscht, knarzig greller HM-2 Gitarrensound und ufta ufta Drumming wie von Entrails gewohnt, ballerte aus den Speakern. Der neue Snger und Bassist Tommy Carlsson ist zwar ein dnner Hering, growlt aber wie ein Tier und zeigt sehr aktives Stageacting und auch Martin Fjalar Mikaelsson machte seine Sache als neuer Drummer gut. Zwar hatten die Schweden zu Beginn einige etwas sperrige Songs ausgewhlt, aber es folgten danach melodische und bangkompatible Songs, welche das Publikum berzeugten und zum Bangen und Moshen animierte.

Dead Congregation
Dead Congregation
Die Griechen DEAD CONGREGATION waren als nchstes an der Reihe. Das Publikum versammelte sich zahlreich vor der Bhne, die meisten jedoch waren whrend des Gigs wie elektrisiert oder berfahren, was da fr ein dumpfes, bedrohliches Gemetzel ber sie hereinbrach. Nur wenige Fans trauten sich in der ersten Reihe mitzumachen. Die Griechen bretterten gekonnt ihren brutalen Death Metal herunter und selbstverstndlich wurde auch die fette Hymne Promulgation of the Fall gespielt.

Die berraschung des Tages waren fr uns BLOOD RED THRONE. Diese machten von der ersten Sekunde an eine Riesenparty auf der Bhne. Der schnelle groovy Death Metal der Norweger lud zum Bangen und Mitmachen ein, wie es zuvor keine der Bands auf dem Fest
Blood Red Throne
Blood Red Throne
ival vermochte. Das gesamte Publikum war von Anfang an vor der Bhne und man hatte den Eindruck, dass die meisten sogar nur wegen der Norweger gekommen waren. Das Stageacting der Band war extrem intensiv, Snger Bolt, der brigens vom Acting und Gesang viel mit Corpsegrinder Fisher gemein hat, interagierte stndig mit dem Publikum und goss sich literweise Wasser ber den Kopf, um sich abzukhlen. Die Songs pendelten zwischen Death, Black und Grind hin und her und es machte tierisch Spa hier dabei zu sein. Beim letzten Song fiel die Gitarre des zweiten Gitarristen Ivan Meathook Gujic komplett aus. Dieser sieht brigens wie eine Kopie von Panteras Dimebag aus, sogar die Gitarre und sein Pantera T-Shirt passten wie die Faust aufs Auge. Der Ausfall seiner Gitarre machte dem guten Mann nichts aus und so spielte die Band ohne die zweite Gitarre weiter whrend dieser sich ein Bier auf der Bhne schmecken lie. Kurz danach nahm er sich das Mikro und bernahm (ganz passabel) den Gesang, wanderte dann zum Drummer weiter und legte ein ordentliches Drumsolo inkl. Doublebass usw. hin (siehe Video). Wie man hier schon herauslesen kann, war der Gig ein einziges Fest fr Fans und Band. Mein persnlicher Headliner des Tages.

Sodom
Sodom
Die Deutschen SODOM waren der Headliner und Schlussakt fr die Dark Days Of Stockholm und schickten zwei Roadies auf die Bhne, um Gitarren und Schlagzeug herzurichten und einzustimmen. Das Banner war zwei Nummern zu gro, so dass man vom Sodom Schriftzug nur die oberen Spitzen auf der Bhne sehen konnte. Ausgerechnet bei Sodom gab es anfangs technische Probleme. So fiel beim ersten Song die komplette Anlage aus und spter noch mal kurzzeitig die Gitarre. Aber die alten Hasen lieen sich nichts anmerken und spielten ihr old school Set souvern herunter und interagierten stark mit dem Publikum. Tom Angelripper sagte, dass man kein Problem mit Stagediving habe und dies wurde von den Fans deutlich als Einladung aufgefasst und so war ein stndiges Stagediving angesagt. Manche Fans lieen sich sogar hinreien an einem der gerade nicht benutzten Mikros textsicher mitzugrlen. Tom Angelripper, im Motrhead T-Shirt, lie sich auch negativ ber das Gercht aus, dass Axl Rose von Guns N Roses nun den Ersatzsnger bei der laufenden AC/DC Tour machen soll. Anders die Liebe zu Motrhead, denn zu Ehren Lemmi wurde ein Cover von Iron Fist gespielt. Nach dem vermeintlichen Ende des Sets verlieen Sodom die Bhne und die meisten Fans machten sich schon langsam Richtung Ausgang auf, als die Jungs dann doch noch mal auf die Bhne kamen und zwei Zugaben spielten. So wurde dann mit Ausgebombt das Festival beendet.

Verfasst von Pit aka UnDerTaker