Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

 

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Die Interviews wurden von Pit aka UnDerTaker geführt
 Alle Angaben wurden freiwillig gemacht und der Veröffentlichung mit Bild zugestimmt.


Interviews auf dem Party.San Open Air 2014

Ganze 10 Jahre ist es her, seit wir, von Hell-is-open.de, einen Stimmungsbericht der Fans in Interviewform abgeholt haben (Link). Höchste Zeit also,  wieder einmal ein aktuelles Stimmungsbild der PSOA-Fans einzuholen.


Carlos, Rogerio, Cristhiano, Bruno, Karol (v. l. n r.)
haben den weiten Weg aus Brasilien auf sich genommen

Den Anfang machen die Fünf rechts auf dem Foto. Aus Brasilien angereist und vier von ihnen sind als Gast auf unserem Campground untergekommen. Wie viele ausländische Metalfans wollten sie natürlich das Wacken Open Air besuchen und so war man vor dem PSOA zuerst auf dem Wacken am Start. Eine gute Gelegenheit die Unterschiede zu ergründen...
In seinem Heimatland ist Carlos als Sänger und Gitarrist in  der Black/Death Band Hurtgen, sowie der Brutal Death Band Hideous Theory aktiv.
HIO: Carlos, erzähle mal, wie es dir hier so gefällt.
Carlos: Ich bin das erste Mal in Deutschland. Das PSOA finde ich echt klasse. Die Leute sind hier so nett und freundlich und im Gegensatz zum Wacken sind hier die "truen" Metaller, die die selbe extreme Metalmusik mögen. Das Festival ist hervorragend organisiert und das Essen hier ist wirklich gut. Die Auswahl an Merchandise hier in Deutschland und auf dem PSOA ist der Hammer, bis jetzt habe ich mir hier ca. 30 T-Shirts und etliche CDs gekauft!

Rogerio ist mit seinem One Man Black-Metal-Projekt Warforged ebenfalls Musiker und Extreme Metal Fan. Noch bevor ich die Fragen stellen kann, bekomme ich erst mal sein 2010er Album "The Black Age of Light's Fall" in die Hand gedrückt.
HIO: Danke für dein Album, Rogerio. Du hast dich hier mit deinen brasilianischen Landsmännern getroffen und kommst auch gerade vom W:O:A. Wie ist denn dein Eindruck bisher?
Rogerio: Auch für mich ist es das erste Mal, dass ich in Deutschland bin. Das PSOA ist ein echtes Extreme Metal Fest und das Line Up ist absolut klasse. Aber vor allem die Metalshops hier auf dem Gelände sind bestens sortiert. Hier habe ich Sachen gekauft, die ich in Brasilien seit mehr als zwei Jahren vergeblich gesucht habe.

HIO: Cristiano, wir kennen uns ja bereits vom letzten PSOA und haben uns ja auch schon ein paar mal in London getroffen, wo du seit mittlerweile 15 Jahren lebst. Mit deiner Londoner old school Death Metal Band Decrepid habt ihr es bisher noch nicht hierher geschafft, aber ihr arbeitet hoffentlich noch fleißig dran.
Cristiano: Ja, für mich ist es jetzt das zweite Party.San Open Air und es ist toll, dass wir wieder mit euch zusammen campen und Spaß haben dürfen. Hier passt einfach alles: Bands, das deutsche Bier, prima Merchandise und freundliche Leute. Im Vergleich zum Wacken Open Air gibt es hier das bessere Essen, die bessere Bandauswahl und auch das bessere Wetter (auf dem Wacken war es ihm zu heiß). Ich war auch schon in England auf Festivals, wie z. B. dem Bloodstock, jedoch sind die englischen Fans nicht so freundlich und offen wie hier in Deutschland. Außerdem trinken die Engländer regelmäßig bis zum Verlust der Muttersprache, was dann keinen Spaß mehr macht. Im übrigen kostet das Ticket für das Bloodstock so viel wie das Ticket und die Flüge zum PSOA, ist doch klar, dass ich dann lieber hierher komme.  Generell kommen Brasilianer am liebsten auf deutsche Festivals.
HIO: Wie sieht dein Festivalplan für nächstes Jahr aus?
Cristiano: Nächstes Jahr komme ich natürlich wieder zum PSOA. Zuvor freue ich mich darauf in die USA zum Maryland Death Fest zu fliegen, wie übrigens die meisten meiner Freunde hier.

Bruno, der zudem noch den zutiefst deutschen Nachnamen Schmidt trägt, ist mit seiner Freundin Karol hier unterwegs. In Brasilien betreibt er ein One Man Death Metal Projekt mit dem Namen Warclouds und spielt in der Thrash/Death Band Thanatose Gitarre.
HIO: Bruno, wie gefällt es dir hier und was ist anders im Vergleich zum Wacken?
Bruno: Hier sind alle eine große Extreme Metal Familie, es ist leicht hier Freunde zu finden und alle sind gut gelaunt. Im Vergleich zum Wacken ist es hier sehr einfach nahe an die Bühne gehen zu können und seine Bands aus der Nähe zu sehen. Deshalb braucht es hier auch keine Bildschirme, wo man die Band sehen muss, weil man extrem weit von der Bühne entfernt steht. Die kurzen Wege, die große Auswahl an gutem Essen und die angenehmen Preise sind weitere Pluspunkte für das PSOA. 
HIO: Wie sehen denn deine Festivalpläne für nächstes Jahr aus?
Bruno: Ich möchte nächstes Jahr wieder nach Europa kommen und andere Festivals ausprobieren. So möchte ich gerne mal zum Obscene Extreme, dem Brutal Assault, dem Graspop und auf das Summer Breeze.

Als nächstes kommt Karol, das einzige Mädel in der brasilianischen Truppe, an die Reihe.
HIO:
Karol, auch an dich die Frage nach einem Statement zum POSA.
Karol: Zuerst mal hat sich mit dem W:O:A ein Traum für mich erfüllt, denn schon immer wollte ich einmal das größte Metalfestival der Welt besuchen. Hier auf dem PSOA ist aber der echte Metal zu finden. In Wacken sieht man kaum Leute, die Bandshirts tragen, höchsten fünf Bandshirts pro Tag sind mir aufgefallen, ansonsten tragen alle dort nur Wacken T-Shirts. Die Situation ist hier genau anderes herum und so sollte es auch sein. Auch das Line Up finde ich beim PSOA hammermäßig. Meine must-see Bands waren bis jetzt Inquisition und Ereb Altor. Das Partyzelt ist auch eine wirklich gelungene Sache, ich mag die gute Mischung aus Extreme Metal und Metal Klassikern.

Fabio aus Brasilien
Fabio aus Brasilien

Später treffe ich mich im Zelt mit Fabio, einem weiteren Metalfan aus Brasilien.
HIO: Fabio, kannst auch du mir ein paar persönliche Eindrücke zum PSOA mitteilen?
Fabio: Zunächst mal sind hier alle Leute sehr freundlich und lieben den Metal wirklich, Poser sieht man hier glücklicherweise gar keine. Letztes Jahr war ich auch schon mal in Europa und habe das Festival in Tuska/Finnland besucht, allerdings waren dort viele Mainstreambands am Start. Ich finde die Auswahl an Merchandise hier klasse, man findet wirklich alles, was man sich vorstellen kann.
HIO: Ist ja wirklich schön, dass du deinen Aufenthalt genießt. Hast du schon Pläne für weitere Festivals oder Gigs?
Fabio: Ja, klar. Als nächstes kommt das Zoombie Festival in Brasilien am Ende des Jahres und im nächsten Jahr möchte ich auch zu dem Maryland Death Fest in die USA reisen. 

Carl und Li
Carl (l), Li (r)

Weiter geht es mit Carl und Li, die, wie man unschwer erkennt, ebenfalls nicht gerade den typisch deutschen Blick für das Party.San Open Air haben dürften. Also zwei gute Gründe, die beiden mal anzusprechen.
HIO: Carl, du bist Ex-Soldat, Harley-Fahrer und lebst seit 10 Jahren in Deutschland. Was verschlägt dich hier auf das PSOA?.
Carl: Weil das Line Up hier extrem brutal ist. Bei keinem anderen Festival gibt es solch ein hartes Line Up, wie hier beim PSOA. Aber auch die Fans hier sind sehr offen und man kann sich mit ihnen gut unterhalten. Für mich ist es jetzt das zweite PSOA und das mittlerweile 6. Festival in diesem Jahr. Übrigens ist das  zweitbeste Festival für mich das Neurotic Death Fest in Holland. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder hier sein.
HIO: Was war dein bisheriges Highlight hier?
Carl: Die beste Band war bisher für mich Suffocation, denn der Brutal Death Metal aus New York ist einfach der beste.

Auf dem PSOA sind traditionell immer einige Asiaten im Publikum vertreten. So auch Li, wobei Li bereits seit langem in Deutschland lebt.

HIO:
Li, was ist dein Heimatland und wie lange lebst du schon in Deutschland?
Li: Ich komme aus China und dort aus der Hauptstadt Peking. Mittlerweile sind es auch schon 9 Jahre, die ich hier in Deutschland lebe, aber ich komme beruflich immer wieder mal zurück in die Heimat.
HIO: Welche Art von Metal magst du denn am liebsten und wie stehst du zum Party.San Festival?
Li: Thrash und Death Metal sind mein Ding, Black Metal geht bei mir gar nicht. Das PSOA ist mein Lieblingsfestival und dieses Jahr ist es mein drittes PSOA. Nach dem RockHard und dem Keep it True ist es auch mein drittes Festival für 2014.
HIO: Was waren deine Highlights bisher auf dem PSOA?
Li: Ganz klar Suffocation, Obituary, Entombed A.D. und God Macabre.

Revel in Flesh
Ralf Hauber (l), Andreas Vogts (r) spielen bei Revel in Flesh

Backstage habe ich mich Ralf Hauber, seines Zeichens Sänger bei den deutschen old school Deathern Revel in Flesh, verabredet. Als ich ihn dann antreffe, ist er nicht alleine, sondern hat noch jemanden zum Interview mitgebracht.
HIO: Hallo Ralf, wen hast du denn noch mitgebracht?
Ralf: Da ich deine Idee mit den Interviews zum PSOA echt gut finde, denke ich, dass es gut ist viele unterschiedliche Stimmen abzuholen. Deshalb habe ich unseren Drummer Andreas mitgebracht.
HIO: Prima, dann haben wir gleich zwei Meinungen aus dem Hause Revel in Flesh. Ralf, was sagst du als Musiker, der schon auf vielen Festivals gespielt hat, zum Party.San Festival?

Ralf: Ich komme seit 2005 hierher, als ist es jetzt schon mein 10. PSOA. Aus meiner Sicht ist das PSOA das größte Festival für extreme Musik. Hier findest du das echte Die Hard Publikum, da kann nur noch das Killtown Festival in Dänemark knapp folgen. Eine echte Bereicherung ist die Undergroundstage. Hier haben kleinere Bands die Chance, ihr Können vor größerem Publikum zu zeigen. Persönlich fand ich das Line Up vom Donnerstag ein sehr gutes Package.
HIO:
Was waren deine Highlights bisher?
Ralf: God Macabre, Repulsion, Grand Magus und Benediction. Bei den Zeltbands haben Carnal Ghoul voll überzeugt.

Als nächstes kam Andreas an die Reihe.
HIO: Hey Andreas, wie ist deine Beziehung zu diesem Festival?
Andreas:
Sehr eng, kann man sagen. Seit 15 Jahren komme ich ohne Unterbrechung hierher. Auch veranstalte ich das Party.San Warm-up in Egelsee im Schwarzen Adler. Das PSOA ist DAS Extreme Metal Festival für Death-, Black- und Thrash-Metal. Und Jarne (Anm.: zuständig für das Booking) hält immer wieder Überraschungen für uns Fans bereit. So in diesem Jahr God Macabre, Repulsion oder auch vor Jahren z. B. Autopsy.
HIO: Wow, 15 Jahre Party.San, damit bist du der Spitzenreiten bei den Leuten, die ich bisher hier getroffen habe. Deine Highlights bisher auf dem PSOA?
Andreas: Auf der Mainstage God Macabre, Grand Magus. Abyssous, Carnal Ghoul und Bölzer waren meine Highlights auf der Zeltbühne.

Hacky
Hacky

Für den Schluss der Interviewreihe, habe ich mir mit Hacky einen ganz besonderen Party.San Fan aufgehoben.
HIO: Hacky, wir kennen uns ja auch schon ein paar Jahre und es gibt da immer die Story von den Verrückten, die vor einigen Jahren schon immer montags angereist sind. Erzähl doch mal, wie das alles angefangen hat.
Hacky:
Seit 2001 komme ich ohne Unterbrechung zum Party.San, also zum 14. Mal mittlerweile. Ja, wie war das damals ... Also, das begann damit, dass ich mit dem damals existierenden Metalclub "Warriors of Steel" schon immer montags angereist bin. Zu der Zeit bin ich auch noch auf dem Wacken gewesen, aber als 2002 Necrophobic auf dem Wacken mittags um 12 Uhr gespielt haben und dann hier im gleichen Jahr als einer der Hauptacts, hatte ich beschlossen, nicht mehr auf das Wacken zu fahren. Aber auch weil mittlerweile viel zu viele Leute auf dem Wacken waren. Seit vielen Jahren bin ich mit den Veranstaltern Boy, Mieze und Jarne befreundet, das bleibt ja nicht aus, wenn man schon Tage vorher auf der leeren Wiese den Veranstaltern bei Aufbau zusieht (grinst).
HIO: Wie kommt es, dass du als Mannheimer hier in Thüringen bei den Helfern bist?
Hacky: 2011 habe ich mir überlegt, da ich eh schon so früh da bin, kann ich auch gleich am Samstag kommen und der Crew beim Aufbau helfen. Wir machen das hier alle freiwillig und für Essen, Trinken und freien Eintritt. Hier sind wir wie eine kleine Familie und es macht viel Spaß hier zu arbeiten. Von Samstag bis Mittwoch wird hier von 9 - 18 Uhr gearbeitet und ich helfe beim Zelte aufbauen und anderen Dingen. Sonntags wird dann schon zu 80 % alles wieder abgebaut und abends nach dem großen Crew Buffet ist dann wieder Schluss.


 


Fans auf dem PSOA 2014

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 26.08.2014