Interview mit ear-O-tation

Am 10.03.2006 nach dem Rockkonzert mit Oskar, Sodium und ear-O-tation, hatten wir die Gelegenheit mit den sympathischen Jungs von ear-O-tation ein Interview zu führen. Die Emo-Punk Mucke ist eigentlich nicht ganz unser Ding aber die Band hat echt Talent und ist zudem noch hier aus der Gegend, Grund genug für uns ein Interview mit der Band zu führen. Das Konzert war überraschend gutear-o-tation besucht, scheinbar hatte die erste Band (irgendwie eine Teil des Schulorchesters vom Gymnasium Nieder-Olm) jede Menge Publikum mitgebracht. Trotz der sehr spärlichen Werbung waren ca. 250 - 300 Leute in die ehem. TuS-Halle nach Wörrstadt gekommen und hatten bei ziemlich miesen Sound, speziell bei den Mikrophonen, viel Spaß und es wurde getanzt, gesoffen und gemosht.
Gegen Mitternacht haben Mitch aka Exorzist und ich (Pit aka UnDerTaker) uns dann im "Backstagebereich" im allgemeinen Durcheinander und zwischen Notenblättern, Bier und Tequilaflaschen mit der Band zusammengesetzt.


Pit: Euer Sound heute war unter aller Sau, der Mixer hat vor allem den Gesang vermurkst. Passiert euch so was öfter und wie geht ihr damit um?
Christian: Wir haben alle keine Ahnung von Soundtechnik und sind deshalb froh wenn uns das ein Mixer abnimmt.


Pit: Was hat euch der Gewinn des "Rock 'n Pop Youngsters" Wettbewerb bisher gebracht?
Christian: Bisher gab es einige Zeitungsartikel und zwei kurze Interviews bei den Radiosendern HR3 und RPR1. Außerdem konnten wir dadurch an dem Rock und Pop Preis teilnehmen. Den Gewinn eines Studiotages im AAE Studio in Mainz haben wir bisher noch nicht wahrgenommen, außerdem reicht diese Zeit eh nur um maximal 2 Songs aufzunehmen. Als Weiterbildungsmaßnahme konnten wir auch an einem GEMA Workshop teilnehmen.


Pit: In welchem Studio habt ihr euer erstes Album aufgenommen?
Christian: Unsere erste CD ist eine komplette Eigenproduktion und hat uns, bei einer Auflage von 500 Stück, 1.900 Euro für Aufnahmen und Pressung gekostet. Aufgenommen haben wir in unserem Proberaum mit unserem Freund Ben Kühnl vom Rolling Studio.


Pit: Verkauft sich eure CD eigentlich gut?
Ansgar: Von den 500 Stück haben wir bereits an der Release-Party 100 Stück verkauft, weitere 150 CD's haben wir unter anderen bei Konzerten verkauft.

Anmerkung: Auf dem guten Stück sind 11 Songs bei einer Gesamtspielzeit von 38:26 Min und kostet faire 9 Euro. Dabei ist ein schönes sechsseitiges Booklet mit Fotos und den Songtexten. Natürlich habe ich auch gleich eine Scheibe gekauft und muss sagen "Echt Geil" auch auf der CD sind die Jungs super. Geile Mucke und ordentlicher Sound, darüber an anderer Stelle mehr... Allemal eine Kaufempfehlung wert. Wer jetzt mitgerechnet hat weiß dass noch ca. 250 Stück zu haben sind ;-)


Pit: Wie bezeichnet ihr eigentlich euren Musikstil?
Lato: Ich nenne unseren Stil Scream-O-lodic Punk mit Emo-Sahne.


ear-O-tationPit: Wer schreibt eigentlich eure Musik und wer schreibt die Texte dazu?
Lato: Musik und Texte sind fast immer von Ansgar, zumindest das Grundgerüst kommt von Ansgar, wir bringen dann halt noch unsere Parts mit ein.


Pit: Nun zu dem Thema Silverstein, wie war denn der von euch mit Spannung erwartete Gig mit den Kanadiern in Frankfurt?
Christian: Enttäuschend! Das Konzert war zwar cool und es war auch mit ca. 400 Leuten ziemlich viel los. Mit Silverstein gab es überhaupt keinen Kontakt, noch nicht mal ein "Hallo". Im Backstagebereich war extra für Silverstein ein Cateringbereich aufgebaut worden, den sonst niemand anfassen durfte. Was auch nicht sonderlich schlimm war, da die Jungs von Silverstein Veganer sind und dementsprechend auch die Speisen waren ;-) Nach dem Gig kam der Sänger von Silverstein hat alles Essen zusammengepackt und ist damit
verschwunden.


Pit: Wie habt ihr das angestellt, dass ihr als Vorgruppe der doch in Scenekreisen bekannten Band Silverstein auf die Bretter durftet?
Lato: Wir haben uns schriftlich für den Gig beworben und sind genommen worden. Aber besucht uns doch mal auf dem nächsten Gig in Frankfurt in der Batschkapp.


Pit: Was ist denn da los?
Lato: Wir haben die erste Ausscheidung im Emergenza Wettbewerb gegen 7 Bands im Frankfurter Nachtleben gewonnen. Jetzt geht's am 24. - 26.4.06 quasi zum 1/8 Finale in die Batschkapp.

Pit: Hmmm, das passt uns jetzt gar nicht, weil wir erst kurz vorher bei Kataklysm die Batschkapp entern werden. Aber ich wünsch euch auf jeden Fall viel Glück.


Mitch: Was macht ihr eigentlich so beruflich?
  Ansgar: Studiert Grund und Hauptschullehramt
  Christian: Studiert Pädagogik und Soziologie an der Uni Mainz
  Lato: Macht eine Ausbildung zum Mediengestalter
  Christoph: Studiert Biologie in Mainz
  Thomas: Hat gerade sein Abi gemacht


Mitch: Wollt ihr einmal von der Musik leben können? Wie sieht eurer Ziel aus?
Ansgar: Das wäre zwar schön aber im Moment ist es unsicher ob wir von der Musik leben könnten.


Pit: Seid ihr eigentlich bei einem Plattenlabel unter Vertrag?
Ansgar: Nein, leider noch nicht.


Pit: Was erwartet ihr denn von einem Plattenlabel?
Ansgar: Hauptsächlich dass wir durch die entsprechende Promotion und die Kontakte des Label mehr Auftritte bekommen. Zur Zeit sind wir dabei mit anderen Bands Austausch-Gigs zu machen. Wir würden gerne auch mal weiter weg auftreten wollen.
Pit: Wir werden uns mal für euch in dieser Sache umhören.


Mitch: Wie viele Auftritte spielt ihr denn so im Jahr?
Christian: So ungefähr 20 Auftritte haben wir letztes Jahr gehabt.


Pit: Wie läuft eigentlich eure Myspace Website? Soweit wie ich bisher gesehen habe ist da viel los und etliche Fans und Bands haben sich bei euch schon verewigt, konntet ihr über diese Schiene schon neue Gigs an Land ziehen?
Lato: Myspace ist eine gute Kontaktbörse, bisher haben wir schon einige gute Kontakte aufgenommen, allerdings ist bisher noch nichts wirklich zu Stande gekommen. Einen Kontakt mit der Band Parachutes haben wir für einen Austausch-Gig genutzt und werden mit denen am 08.04.06 den Keller in Ingelheim rocken.

Ansgar: Übrigens organisieren wir dieses Jahr wieder selbst ein Open Air "Rock am Welzbach". Geplant sind 6 Bands. Bisher sind "Pasta für Pavel", Affective Insanity" und natürlich wir bekannt, drei weitere Bands werden noch dazu kommen. Stattfinden wird das Ganze im August.
Evtl. werden wir dieses Jahr wieder das NOAF rocken aber das ist noch nicht definitiv.


Pit: Nun möchten wir gerne noch etwas mehr über euch persönlich erfahren. Nennt uns doch mal euren Lieblingsmusikstil und zwei eurer Lieblingsbands.ear-O-tation

  Christian:
    Stil: Punk, Emo, Metal
    Bands: My Chemical Romance, Hand To Hand

  Ansgar:
    Stil: Punk, Emo, Metalcore
    Bands: Killswitch Engage, Blink 182

  Christoph:
    Stil: Punk, Metal, Emo
    Bands: Trivium, Guns 'n Roses

  Lato:
    Stil: Gitarrenmusik, Drum n' Bass
    Bands: Nine Inch Nails, Prodigy



Pit: Zum Schluss interessiert uns, als alte Festivalgänger, natürlich welches Festival ihr besuchen würdet, sofern ihr es einrichten könntet.
  Christian: WFF
  Ansgar: Rock am Ring
  Christoph: Rock am Ring
  Lato: Rock am Ring
Dabei waren sich alle einig das es hauptsächlich um die Zeltplatzaction geht ;-)



Hier die offizielle Website der Band: www.earotation.de
und die Myspace Website der Band www.myspace.com/earotation
Einen Bericht zur Band in der Allgemeinen Zeitung findet
ihr hier...
Mehr Infos zur Band auf unserer Website gibt es hier... da...  und dort...


Wer mit den Begriffen Emo bzw. Drum n' Bass nichts anfangen kann, dem kann hier geholfen werden:

Emo bezeichnet ein Sub-Genre oder eine Abspaltung der Hardcore-Punk-Szene. Ursprünglich war „Emo“ lediglich eine Abkürzung für Emocore oder „Emotional Hardcore“, inzwischen aber hat sich die ursprüngliche Emocore Szene in unterschiedliche Richtungen entwickelt die zum Teil mit der ursprünglichen Hardcore-Punk-Szene nichts oder kaum noch etwas gemeinsam haben. Der heutige Emo wird dementsprechend zum Post-Hardcore gezählt.
Wo Punk und Hardcore in der Regel bestimmte politische bzw. gesellschaftliche Missstände behandeln, beziehen sich die Texte im Bereich Emo mehr auf die von Depressionen und Selbstmitleid geprägte Gefühlswelt des Sängers bzw. Songschreibers. Dies spiegelt auch die Musik und der Gesang selbst wider, die im Vergleich zum klassischen Punk und Hardcore wesentlich emotionaler und bewegender sind. Viele Künstler geben die Themen meist nicht direkt wieder, sondern versuchen sie durch Metaphern auszudrücken.

Drum n' Bass kann man als eine Weiterentwicklung der Jungle-Musik mit einfacheren, minimalistischeren Beats bezeichnen.


15.3.2006 Pit aka UnDerTaker
© by www.hell-is-open.de