Schaut mal in unsere KULT-ECKE. Da gibts jede Menge Konzertkarten seit den 80er Jahren, Autogramme, Trophäen von Konzerten und sonstige Kuriositäten zu sehen
Interview mit ear-O-tation
Am 10.03.2006 nach dem Rockkonzert mit Oskar,
Sodium und ear-O-tation, hatten wir die Gelegenheit mit
den sympathischen Jungs von ear-O-tation ein Interview zu führen.
Die Emo-Punk Mucke ist eigentlich nicht ganz unser Ding aber die Band
hat echt Talent und ist zudem noch hier aus der Gegend, Grund genug für
uns ein
Interview mit der Band zu führen. Das Konzert war überraschend gut besucht, scheinbar hatte die erste
Band (irgendwie eine Teil des Schulorchesters vom Gymnasium Nieder-Olm)
jede Menge Publikum mitgebracht. Trotz der sehr spärlichen Werbung
waren ca. 250 - 300 Leute in die ehem. TuS-Halle nach Wörrstadt
gekommen und hatten bei ziemlich miesen Sound, speziell bei den Mikrophonen,
viel Spaß und es wurde getanzt, gesoffen und gemosht.
Gegen Mitternacht haben Mitch aka Exorzist und ich (Pit aka UnDerTaker)
uns dann im "Backstagebereich" im allgemeinen Durcheinander
und zwischen Notenblättern, Bier und Tequilaflaschen mit der Band zusammengesetzt.
Pit: Euer Sound heute war unter aller Sau, der Mixer hat vor allem
den Gesang vermurkst.
Passiert euch so was öfter und wie geht ihr damit um?
Christian: Wir haben alle keine Ahnung von Soundtechnik
und sind deshalb froh wenn uns das ein Mixer abnimmt.
Pit: Was hat euch der Gewinn des "Rock 'n Pop Youngsters"
Wettbewerb bisher gebracht?
Christian: Bisher gab es einige Zeitungsartikel
und zwei kurze Interviews bei den Radiosendern HR3 und RPR1. Außerdem
konnten wir dadurch an dem Rock und Pop Preis teilnehmen. Den Gewinn
eines Studiotages im AAE Studio in Mainz haben wir bisher noch nicht
wahrgenommen, außerdem reicht diese Zeit eh nur um maximal 2 Songs
aufzunehmen. Als Weiterbildungsmaßnahme konnten wir auch an einem
GEMA Workshop teilnehmen.
Pit: In welchem Studio habt ihr euer erstes Album aufgenommen?
Christian: Unsere erste CD ist eine komplette
Eigenproduktion und hat uns, bei einer Auflage von 500 Stück, 1.900
Euro für Aufnahmen und Pressung gekostet. Aufgenommen haben wir
in unserem Proberaum mit unserem Freund Ben Kühnl vom Rolling Studio.
Pit: Verkauft sich eure CD eigentlich gut?
Ansgar: Von den 500 Stück haben wir bereits
an der Release-Party 100 Stück verkauft, weitere 150 CD's haben
wir unter anderen bei Konzerten verkauft.
Anmerkung: Auf dem guten Stück
sind 11 Songs bei einer Gesamtspielzeit von 38:26 Min und kostet faire 9 Euro. Dabei ist ein schönes
sechsseitiges Booklet mit Fotos und den Songtexten. Natürlich habe
ich auch gleich eine Scheibe gekauft und muss sagen "Echt Geil"
auch auf der CD sind die Jungs super.
Geile Mucke und ordentlicher Sound, darüber an anderer Stelle mehr...
Allemal eine Kaufempfehlung wert. Wer jetzt mitgerechnet hat weiß
dass noch ca. 250 Stück zu haben sind ;-)
Pit: Wie bezeichnet ihr eigentlich euren Musikstil?
Lato: Ich nenne unseren Stil Scream-O-lodic Punk
mit Emo-Sahne.
Pit: Wer schreibt eigentlich eure Musik und wer schreibt die
Texte dazu?
Lato: Musik und Texte sind fast immer von Ansgar,
zumindest das Grundgerüst kommt von Ansgar, wir bringen dann halt
noch unsere Parts mit ein.
Pit: Nun zu dem Thema Silverstein, wie war denn der von euch mit Spannung
erwartete Gig mit den Kanadiern in Frankfurt?
Christian: Enttäuschend! Das Konzert war
zwar cool und es war auch mit ca. 400 Leuten ziemlich viel los. Mit
Silverstein gab es überhaupt keinen Kontakt, noch nicht mal ein
"Hallo". Im Backstagebereich war extra für Silverstein
ein Cateringbereich aufgebaut worden, den sonst niemand anfassen durfte.
Was auch nicht sonderlich schlimm war, da die Jungs von Silverstein
Veganer sind und dementsprechend auch die Speisen waren ;-) Nach dem
Gig kam der Sänger von Silverstein hat alles Essen zusammengepackt
und ist damit
verschwunden.
Pit: Wie habt ihr das angestellt, dass ihr als Vorgruppe der doch in
Scenekreisen bekannten Band Silverstein auf die Bretter durftet?
Lato: Wir haben uns schriftlich für den Gig
beworben und sind genommen worden. Aber besucht uns doch mal auf dem
nächsten Gig in Frankfurt in der Batschkapp.
Pit: Was ist denn da los?
Lato: Wir haben die erste Ausscheidung im Emergenza
Wettbewerb gegen 7 Bands im Frankfurter Nachtleben gewonnen. Jetzt geht's
am 24. - 26.4.06 quasi zum 1/8 Finale in die Batschkapp.
Pit: Hmmm, das passt uns jetzt gar nicht, weil wir erst kurz
vorher bei Kataklysm die Batschkapp entern werden. Aber ich wünsch
euch auf jeden Fall viel Glück.
Mitch: Was macht ihr eigentlich so beruflich?
Ansgar: Studiert Grund und Hauptschullehramt
Christian: Studiert Pädagogik
und Soziologie an der Uni Mainz
Lato: Macht eine Ausbildung
zum Mediengestalter
Christoph: Studiert Biologie
in Mainz
Thomas: Hat gerade sein Abi
gemacht
Mitch: Wollt ihr einmal von der Musik leben können? Wie sieht eurer
Ziel aus?
Ansgar: Das wäre zwar schön aber im
Moment ist es unsicher ob wir von der Musik leben könnten.
Pit: Seid ihr eigentlich bei einem Plattenlabel unter Vertrag?
Ansgar: Nein, leider noch nicht.
Pit: Was erwartet ihr denn von einem Plattenlabel?
Ansgar: Hauptsächlich dass wir durch die entsprechende Promotion und die Kontakte des Label mehr Auftritte bekommen. Zur Zeit sind wir dabei mit anderen Bands
Austausch-Gigs zu machen. Wir würden gerne auch mal weiter weg
auftreten wollen.
Pit: Wir werden uns mal für euch in dieser Sache umhören.
Mitch: Wie viele Auftritte spielt ihr denn so im Jahr?
Christian: So ungefähr 20 Auftritte haben
wir letztes Jahr gehabt.
Pit: Wie läuft eigentlich eure
Myspace Website? Soweit wie ich
bisher gesehen habe ist da viel los und etliche Fans und Bands haben
sich bei euch schon verewigt, konntet ihr über diese Schiene schon
neue Gigs an Land ziehen?
Lato: Myspace ist eine gute Kontaktbörse,
bisher haben wir schon einige gute Kontakte aufgenommen, allerdings
ist bisher noch nichts wirklich zu Stande gekommen. Einen Kontakt mit
der Band Parachutes haben wir für einen Austausch-Gig genutzt und
werden mit denen am 08.04.06 den Keller in Ingelheim rocken.
Ansgar: Übrigens organisieren wir dieses
Jahr wieder selbst ein Open Air "Rock am Welzbach". Geplant
sind 6 Bands. Bisher sind "Pasta für Pavel", Affective
Insanity" und natürlich wir bekannt, drei weitere Bands werden
noch dazu kommen. Stattfinden wird das Ganze im August.
Evtl. werden wir dieses Jahr wieder das NOAF rocken aber das ist noch
nicht definitiv.
Pit: Nun möchten wir gerne noch etwas mehr über euch persönlich
erfahren. Nennt uns doch mal euren Lieblingsmusikstil und zwei eurer
Lieblingsbands.
Christian:
Stil: Punk, Emo, Metal
Bands: My Chemical Romance, Hand To Hand
Christoph:
Stil: Punk, Metal, Emo
Bands: Trivium, Guns 'n Roses
Lato:
Stil: Gitarrenmusik, Drum n' Bass
Bands: Nine Inch Nails, Prodigy
Pit: Zum Schluss interessiert uns, als alte Festivalgänger, natürlich
welches Festival ihr besuchen würdet, sofern ihr es einrichten
könntet.
Christian: WFF
Ansgar: Rock am Ring
Christoph: Rock am Ring
Lato: Rock am Ring
Dabei waren sich alle einig das es hauptsächlich um die
Zeltplatzaction geht ;-)
Wer mit den Begriffen Emo bzw. Drum n' Bass nichts anfangen kann, dem
kann hier geholfen werden:
Emo bezeichnet ein Sub-Genre oder eine Abspaltung der Hardcore-Punk-Szene.
Ursprünglich war Emo lediglich eine Abkürzung
für Emocore oder Emotional Hardcore, inzwischen aber
hat sich die ursprüngliche Emocore Szene in unterschiedliche Richtungen
entwickelt die zum Teil mit der ursprünglichen Hardcore-Punk-Szene
nichts oder kaum noch etwas gemeinsam haben. Der heutige Emo wird dementsprechend
zum Post-Hardcore gezählt.
Wo Punk und Hardcore in der Regel bestimmte politische bzw. gesellschaftliche
Missstände behandeln, beziehen sich die Texte im Bereich Emo mehr
auf die von Depressionen und Selbstmitleid geprägte Gefühlswelt
des Sängers bzw. Songschreibers. Dies spiegelt auch die Musik und
der Gesang selbst wider, die im Vergleich zum klassischen Punk und Hardcore
wesentlich emotionaler und bewegender sind. Viele Künstler geben
die Themen meist nicht direkt wieder, sondern versuchen sie durch Metaphern
auszudrücken.
Drum n' Bass kann man als eine Weiterentwicklung der Jungle-Musik
mit einfacheren, minimalistischeren Beats bezeichnen.