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Albuminfo

endezzma - the arcane abyss
Band:
Endezzma
Album:
The Arcane Abyss
Genre:
Black Metal
V-Datum:
Label:
Spielzeit:
Wertung:
9 / 10
Reviewdatum:
Autor:
www.hell-is-open.de
ID:
955
Views:
490

Review

"Can you feel 1992. The Blood, Death, the black Sensation" rufts dem Hrer in "Gates of Mephisto" entgegen. Eines der wegweisenden Jahre im norwegischen Black Metal. Wer jetzt denkt das die seit 2005 aktiven Endezzma damit nichts zu tun haben und hier nur einen Geist heraufbeschwren wollen von dem sie nicht einen Hauch von Ahnung haben dem sei gesagt das Endezzma aus der Asche von Dim Nagel aufgebaut wurden und diese schon 1993 gegrndet wurden. Somit wissen die Norweger schon wovon sie reden.

In den 12 aktiven Jahren seit der Grndung war man aber nicht sehr produktiv, bisher erschien nur eine EP und ein Album. Das ist wohl auch der Grund warum die Band nie aus dem Schatten der grossen norwegischen Black Metal Truppen hervortreten konnte (oder wollte?). Eine Vielzahl Hrer aus dem Black Metal Kosmos haben wahrscheinlich erst Notiz von der Band genommen als das "prominente" Mitglied Trondr Nefas (Urgehal, Kvist, Vulture Lord u.v.m) 2012 verstarb und ein grosses Loch in der Bandbesetzung hinterliess. Und wo ich schon bei namhaften Ex-Mitgliedern bin, Ragnarok Drummer/Snger Jontho war auch schon bei der Band hinter dem Schlagzeug zu finden.

Nun aber zur Gegenwart und dem neuen Album "The Arcane Abyss". Mit diesem, so wage ich vorrauszusagen, werden Endezzma den Sprung in die Frontreihe des TNBM schaffen und sollten bzw. mssen am Ende des Jahres in einer Menge Top10 des Jahres Listen auftauchen. Den hier stimmt einfach alles und meine Kritik fllt sehr gering aus. Aber dazu spter mehr.

Angefangen vom kurzen Intro das seiner einleitenden Form komplett gerecht wird und nicht zu einem eigenen Titel aufgeblasen wurde um Spielzeit zu schinden geht es ber in den ersten "Hit" des Albums "Malferno" mit einem markantem Riff das hngen bleibt. Kein reiner Black Metal sondern eher Black Thrash berzeugt der Song mit flottem Tempo und Gesangslinien die man erstens gut versteht und zweitens problemlos mitshouten kann. Genau das ist der grosse Trumpf des Albums. Ein Gesang der zwar garstig und geplagt klingt, gleichzeitig aber auch stolz und willensstark erscheint. Und der trotz seiner Heiserkeit sehr verstndlich ist.
Dadurch das auch viele markige, einprgsame Textpassagen vertreten sind gelingt es dem Hrer sehr schnell einen Bezug zu den Texten aufzubauen und diese mitzusprechen. Und so baut man natrlich eine ganz andere Stimmung zwischen Hrer und Musikern auf als wenn der Snger irgendwelches hochtrabendes antikosmisches Geschwafel von sich lsst und dieses zustzlich noch vllig unverstndlich in des Hrers Ohr zu transportieren versucht.
Das funktioniert aber auch nur wenn das Songmaterial dementsprechend dazu agiert, und hier kommt der zweite grosse Pluspunkt der Platte zum tragen: das Songwriting und die Prsentation.
Endezzma berfordern einen nicht mit berdrehten Arrangements oder "over the Top" Geschwindigkeit, grssenteils lebt "The Arcane Abyss" vom flotteren Midtempo. Das wird songdienlich auch mal gebremst oder gesteigert, bleibt aber im normalen Rahmen und erfolgt passend. Soll heissen, selbst wenn die Geschwindigkeit mal anzieht dann wirkt das stimmig und nicht irgendwie erzwungen reingepresst oder aufgesetzt.
Das man ber zwei Gitarren verfgt nutzt man gut aus, feinen Riffs sorgen fr einen usserst melodischen Unterbau aus dem immer wieder mal ein Langeisen zum (kurzen) Soloausflug aufbricht.
Ein geniales Duo klanglicher Art ist "Sick Kulta Lucifer" und "Serpent Earth". Ersterer ist ein mchtig groovender Faustschttler mit mitsingkompatiblem Refrain und der herzzerreissenden Anklage "My Body is Death", zweiter ergnzt die vorangegangenen schwarzmetallischen Zutaten nach dem Aufruf "To Mega Therion" noch mit gelungenem Klargesang und einer Akustikgitarre mit spanischem Flair.

Doch es reicht nicht ganz zur Hchstnote, hier kommt meine anfangs erwhnte Kritik. Zum Ende hin gingen eventuell etwas die Ideen aus oder die Luft war einfach raus, "Esoterisk Mystagon" reicht einfach nicht mehr ganz an die grossartigen Hymnen davor heran und erscheint etwas zusammengebaut und ideenlos. Im sechsminigen, das Album abschliessende "A Grave So Deep" stren mich die stndigen textlichen Wiederholungen etwas, ausserdem wird musikalisch nicht viel geboten was hngenbleibt.

Zwei Bands hatte ich beim anhren immer im Hinterkopf, diese knnt ihr auch als musikalischen Vergleichspartner und Gradmesser heranziehen: Watain in der "Lawless Darkness" Phase und die letzten zwei Enthroned Alben "Obsidium" & "Sovereigns".

Hinweisen mchte ich noch auf das sehr detailreiche Albumartwork von Geros Ramavounis aka Remember The Fallen Artworks (Front Beast, Svartfell, Corrosive Carcass, etc) dessen Gestaltung sich durch das komplette Booklet weiterzieht und somit fr eine sehr gelungenen Gesamteindruck sorgt. Das Digipak ist aus dickem Material gefertigt, somit hlt man hier was in den Hnden was einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Das schon erwhnte sehr gut gestaltete Booklet enthlt alle Texte inklusive Bildern der einzelnen Bandmitglieder. Bei dem Coverartwork sollte man allerdings sowieso eher die Vinylversion whlen.

Antesten solltet ihr "Sick Kulta Lucifer", ebenso das Einstiegstrio "Malfero", "The Arcane Abyss" und "Gates of Mephisto".


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