Albuminfo

endezzma - the arcane abyss
Band:
Endezzma
Album:
The Arcane Abyss
Genre:
Black Metal
VÖ-Datum:
Label:
Spielzeit:
Wertung:
9 / 10
Reviewdatum:
Autor:
www.hell-is-open.de
ID:
955
Views:
207

Review

"Can you feel 1992. The Blood, Death, the black Sensation" ruft´s dem Hörer in "Gates of Mephisto" entgegen. Eines der wegweisenden Jahre im norwegischen Black Metal. Wer jetzt denkt das die seit 2005 aktiven Endezzma damit nichts zu tun haben und hier nur einen Geist heraufbeschwören wollen von dem sie nicht einen Hauch von Ahnung haben dem sei gesagt das Endezzma aus der Asche von Dim Nagel aufgebaut wurden und diese schon 1993 gegründet wurden. Somit wissen die Norweger schon wovon sie reden.

In den 12 aktiven Jahren seit der Gründung war man aber nicht sehr produktiv, bisher erschien nur eine EP und ein Album. Das ist wohl auch der Grund warum die Band nie aus dem Schatten der grossen norwegischen Black Metal Truppen hervortreten konnte (oder wollte?). Eine Vielzahl Hörer aus dem Black Metal Kosmos haben wahrscheinlich erst Notiz von der Band genommen als das "prominente" Mitglied Trondr Nefas (Urgehal, Kvist, Vulture Lord u.v.m) 2012 verstarb und ein grosses Loch in der Bandbesetzung hinterliess. Und wo ich schon bei namhaften Ex-Mitgliedern bin, Ragnarok Drummer/Sänger Jontho war auch schon bei der Band hinter dem Schlagzeug zu finden.

Nun aber zur Gegenwart und dem neuen Album "The Arcane Abyss". Mit diesem, so wage ich vorrauszusagen, werden Endezzma den Sprung in die Frontreihe des TNBM schaffen und sollten bzw. müssen am Ende des Jahres in einer Menge Top10 des Jahres Listen auftauchen. Den hier stimmt einfach alles und meine Kritik fällt sehr gering aus. Aber dazu später mehr.

Angefangen vom kurzen Intro das seiner einleitenden Form komplett gerecht wird und nicht zu einem eigenen Titel aufgeblasen wurde um Spielzeit zu schinden geht es über in den ersten "Hit" des Albums "Malferno" mit einem markantem Riff das hängen bleibt. Kein reiner Black Metal sondern eher Black Thrash überzeugt der Song mit flottem Tempo und Gesangslinien die man erstens gut versteht und zweitens problemlos mitshouten kann. Genau das ist der grosse Trumpf des Albums. Ein Gesang der zwar garstig und geplagt klingt, gleichzeitig aber auch stolz und willensstark erscheint. Und der trotz seiner Heiserkeit sehr verständlich ist.
Dadurch das auch viele markige, einprägsame Textpassagen vertreten sind gelingt es dem Hörer sehr schnell einen Bezug zu den Texten aufzubauen und diese mitzusprechen. Und so baut man natürlich eine ganz andere Stimmung zwischen Hörer und Musikern auf als wenn der Sänger irgendwelches hochtrabendes antikosmisches Geschwafel von sich lässt und dieses zusätzlich noch völlig unverständlich in des Hörers Ohr zu transportieren versucht.
Das funktioniert aber auch nur wenn das Songmaterial dementsprechend dazu agiert, und hier kommt der zweite grosse Pluspunkt der Platte zum tragen: das Songwriting und die Präsentation.
Endezzma überfordern einen nicht mit überdrehten Arrangements oder "over the Top" Geschwindigkeit, grössenteils lebt "The Arcane Abyss" vom flotteren Midtempo. Das wird songdienlich auch mal gebremst oder gesteigert, bleibt aber im normalen Rahmen und erfolgt passend. Soll heissen, selbst wenn die Geschwindigkeit mal anzieht dann wirkt das stimmig und nicht irgendwie erzwungen reingepresst oder aufgesetzt.
Das man über zwei Gitarren verfügt nutzt man gut aus, feinen Riffs sorgen für einen äusserst melodischen Unterbau aus dem immer wieder mal ein Langeisen zum (kurzen) Soloausflug aufbricht.
Ein geniales Duo klanglicher Art ist "Sick Kulta Lucifer" und "Serpent Earth". Ersterer ist ein mächtig groovender Faustschüttler mit mitsingkompatiblem Refrain und der herzzerreissenden Anklage "My Body is Death", zweiter ergänzt die vorangegangenen schwarzmetallischen Zutaten nach dem Aufruf "To Mega Therion" noch mit gelungenem Klargesang und einer Akustikgitarre mit spanischem Flair.

Doch es reicht nicht ganz zur Höchstnote, hier kommt meine anfangs erwähnte Kritik. Zum Ende hin gingen eventuell etwas die Ideen aus oder die Luft war einfach raus, "Esoterisk Mystagon" reicht einfach nicht mehr ganz an die grossartigen Hymnen davor heran und erscheint etwas zusammengebaut und ideenlos. Im sechsminüigen, das Album abschliessende "A Grave So Deep" stören mich die ständigen textlichen Wiederholungen etwas, ausserdem wird musikalisch nicht viel geboten was hängenbleibt.

Zwei Bands hatte ich beim anhören immer im Hinterkopf, diese könnt ihr auch als musikalischen Vergleichspartner und Gradmesser heranziehen: Watain in der "Lawless Darkness" Phase und die letzten zwei Enthroned Alben "Obsidium" & "Sovereigns".

Hinweisen möchte ich noch auf das sehr detailreiche Albumartwork von Geros Ramavounis aka Remember The Fallen Artworks (Front Beast, Svartfell, Corrosive Carcass, etc) dessen Gestaltung sich durch das komplette Booklet weiterzieht und somit für eine sehr gelungenen Gesamteindruck sorgt. Das Digipak ist aus dickem Material gefertigt, somit hält man hier was in den Händen was einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Das schon erwähnte sehr gut gestaltete Booklet enthält alle Texte inklusive Bildern der einzelnen Bandmitglieder. Bei dem Coverartwork sollte man allerdings sowieso eher die Vinylversion wählen.

Antesten solltet ihr "Sick Kulta Lucifer", ebenso das Einstiegstrio "Malfero", "The Arcane Abyss" und "Gates of Mephisto".


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