Albuminfo

the committee - memorandum occultus
Band:
The Committee
Album:
Memorandum Occultus
Genre:
Black Metal
VÖ-Datum:
Label:
Spielzeit:
Wertung:
8.5 / 10
Reviewdatum:
Autor:
Nabu
ID:
944
Views:
139

Review

“Memorandum Occultus“ ist das zweite Album der Atmospheric Black Metal Band The Committee. Beworben wird ihr Stil als großartige Mischung aus Black und Doom, aber dazu später mehr. Interessant ist die Tatsache, dass diese Band im Prinzip keinen festen Wohnsitz hat. Als Lager nennt man zwar Belgien, die Member kommen aber aus unterschiedlichen Ländern. Welche genau das sind weiß man (ich) nicht. Aber das ist auch völlig egal - schließlich geht es ja um Musik.

Was sofort auffällt ist das Ungleichgewicht von Songs und Laufzeit. Fast eine Stunde für „nur“ sechs Tracks - die grobe Richtung ist also bereits klar bevor der erste Ton aus den Boxen kommt. The Committee versteht sich auf komplexe, stimmungsvolle Songs die jeweils aus mehreren Parts bestehen, die sich allesamt zu einer musikalischen Geschichte zusammenfügen - sowohl innerhalb des Album als auch auf das komplette Album gesehen. Dies kommt auch in den Texten zum Ausdruck. Ein Ausschnitt aus dem Infoblatt: „Das Bild wird durch die Augen der reichen und mächtigen Hirten gezeigt, die ihr Wissen an die nächste Generation von Herrschern weitergeben. Es ist eine Geschichte für diejenigen von uns, die erkennen, dass der schiefe Spiegel der "alltäglichen Wirklichkeit" ein bloßer Schleier ist, der über unsere Augen gezogen wird. "Memorandum Occultus" ist eine detaillierte Roadmap für die Versklavung und den Völkermord von Millionen. Es ist ein rücksichtslos wirksames und makelloses System von Schritten und Richtlinien für ein selbsttragendes System der "strukturlosen Kontrolle", das über viele Jahrhunderte hinweg perfektioniert wurde.“ Eine feine Sache die man sich da ausgedacht hat.

Musikalisch bewegt sich die Band im qualitativ hochwertigen, atmosphärischen Black Metal. Die angepriesenen Doom-Anteile sind zwar erkennbar, aber stehen doch eher im Hintergrund. Dies ist aber keine Kritik an der Musik - diese besticht nämlich durch makellose technische Ausführung, ganz egal was die Musiker dabei beeinflusst oder inspiriert hat. Am besten gefällt mir dabei, dass man das Gefühl hat mehrere unterschiedliche Songs in einem zu haben. Beispiel: Synthethic, Organic Gods - Weapons of Genocide klingt mal nach klassischem Black Metal, stellenweise erinnern die Riffs an Folk, dann haben wir rituelle Rhythmen die sich mit melodiösen Parts ohne Gesang abwechseln. Totale Vielfalt unter einem großen, schwarzen Mantel.

Ich muss aber auch sagen, dass mich das Album nicht von Anfang an fesseln konnte. Erst war ich davon überzeugt, dass es sich bei The Committee nur um eine weitere Band handelt die mit mehr oder weniger Erfolg versucht eine Genrebrücke zu schlagen. Dieser - falsche - Eindruck entsteht, wenn man „Memorandum Occultus“ nicht die Zeit gibt, welche dieses Album braucht um sich zu entfalten. Jeder der bereit ist diese Zeit aufzubringen und sich für vielfältigen, atmosphärischen Black Metal begeistern kann sollte hier zugreifen - oder zumindest einmal reinhören!


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