Albuminfo

kadaverficker - kffm 931.8
Band:
Kadaverficker
Album:
KFFM 931.8
Genre:
Grindcore
VÖ-Datum:
Spielzeit:
35:12
Wertung:
9 / 10
Reviewdatum:
Autor:
Nabu
ID:
1108
Views:
86

Review

Die Ficker sind zurück! Zumindest was die Full-Length Releases angeht. Denn seit ihrem letzten Streich „Nekrokore Is Love“ 2015 wurden nicht weniger als dreizehn Split LPs veröffentlicht (sofern ich mich nicht vertan habe). Nun steht mit „KFFM 931.8“ der dritte Langspieler in den Regalen. Der Titel lässt ja schon ein Konzept erahnen - laut dem Goreminister (Vocals) kapern die Ficker eine Radiostation und verbreiten musikalisches Chaos. Was bedeutet das?

In erster Linie beinahe grenzenlose Unterhaltung für jeden der die Band kennt und liebt. Neulinge werden ziemlich schnell merken, ob das hier etwas für sie ist oder nicht. Denn erfahrungsgemäß kommt man mit der Band und ihrer Art auf Anhieb klar - oder eben nicht.
KFFM 931.8 zeigt uns also was die Ficker auf ihrem eigenen Radiosender (auch wenn dieser „nur“ gekapert ist) spielen würden. Dazu hat man den musikalischen Fokus passend zur Thematik verschoben. Standen beim Vorgänger noch Todesmetall-Grooves im Vordergrund bedient man sich beim aktuellen Album oft der rauen, unangenehmen Romantik welche der Deutschpunk anfangs der 90er Jahre verbreitet hat. Und das passt ganz hervorragend ins Konzept. Allen voran hätten wir da „Stuhlgewitter“ - ein fantastischer Song mit eindeutiger Aussage. Näher an Punk als an Grindcore (oder jedem anderen Metal-Subgenre) drängt sich der Song problemlos unter die besten des Albums und bietet einen äußerst eingängigen Refrain, gut überlegte, witzige Strophen und einen geilen, rotzigen, anarchischen Sound.

Beim Entern einer Radiostation wird aber nicht nur Punk gespielt. Bei „Yolocaust“ (alleine der Titel sichert dem Song einen festen Platz in meinem Herzen) geht es besonders im letzten Drittel stark in den groovigen Grindcore. Eingängig, kontrolliert chaotisch, kurz und heftig. Und als ob das nicht genug wäre folgt im Anschluss ein Freudenfeuer für alle diejenigen, welche sich noch an „2 Unlimited“ und ihren Hit „No Limit“ erinnern können.

Apropos Neuinterpretation à la Kadaverficker: auch das Instrumental „The Fantastic Deceased And Where To Find Them“ entfaltet seine volle Stärke erst dann, wenn man die in der Musik versteckte Magie gefunden hat.

Ihr merkt es schon. Ich schreibe hier kein objektives Review. Dies ist die Kaufempfehlung eines Fanboys. Die Band trifft meinen Geschmack musikalisch und lyrisch. Einziger Kritikpunkt meinerseits: ich finde die Songs in der ersten Hälfte überspielen leicht Teile der zweiten Albumhälfte. Heißt: ich hätte mich für eine etwas andere Reihenfolge der Songs entschieden. Aber das ist ein minimaler Kritikpunkt zu einem unfassbar unterhaltsamen, kurzweiligen, geilen Album. Davon will ich mehr!

Ps: Die Samples in „Chupa Me A Pissa“ sind gleich viel witziger wenn man sich die portugiesische Aussage kurz übersetzen lässt…

Anspieltipp: Stuhlgewitter, Hier Kommen Die Ficker, Dortmund Asozial


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Tracklist

1. Raiding the Radiostations (Nekrologue)
2. Crypt of Harassment
3. German Vermin
4. You Dislike... We Destroy
5. Stuhlgewitter
6. Das Kleben nach dem Tod
7. Max Wright, Alright
8. Kadavervikar
9. Yolocaust
10. Hier kommen die Ficker
11. The Fantastic Deceased and Where to Find Them (Interlude)
12. The Sleeping Bootey
13. Dead Is the New Sexy
14. Bus Baun
15. Rocking Metal Motherfucker
16. Nekroupie
17. Chupa Me a Pissa
18. Dortmund Asozial

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