Albuminfo

the spirit - sounds from the vortex
Band:
The Spirit
Album:
Sounds from the Vortex
Genre:
Black Metal
VÖ-Datum:
Label:
Spielzeit:
38:02
Wertung:
8.5 / 10
Reviewdatum:
Autor:
Alucard
ID:
1051
Views:
151

Review

Hinter dem nicht so wirklich aussagekräftigen Bandnamen verbirgt sich eine 2015 gegründete Black Metal Truppe aus Saarbrücken, scheinbar aus dem Nichts heraus haben sie das Debütalbum "Sounds from the Vortex" vorgelegt. Zumindest kann ich keine weiteren vorangegangenen Veröffentlichungen finden, im LineUp gibt es unter anderem Verbindungen zu Dethroned und der Livebesetzung von Melechesh.
Und ich falle gleich mit der Tür ins Haus und mache mich (wahrscheinlich) mal richtig unbeliebt:

"Why i am here
our Future is drear
I can see it clear
the End is near
Cosmic Fear"

Das ist ein Auszug aus dem Einstiegssong "Cosmic Fear". Aus welchem Reimbaukasten habt ihr den das geklaut? Wäre da echt nicht mehr drin gewesen? Uiuiuiu....
Aber nach dem Motto "Ist der Ruf erst ruiniert lebt sich`s völlig ungeniert" beweisen mir Saarbrücken´s Dunkelmeister dann das Gegenteil mit "The Clouds of Damnation": eisiges Götterriffing, treibendes aber nicht übertreibendes Drumming und ein Gesang der schon ein gewisses Alleinstellungsmerkmal hat. Wohltuend hebt dieser sich vom Standardgrunz der schwarzen Metallgemeinde ab während die restlichen Mitglieder das Terrain für den Rest des Albums abstecken. Und das heisst nordisch infizierter Black Metal im Geiste von Watain der auch die polnischen Aussenposten ala Mgla und Wędrujący Wiatr streift, Enthroned mit ins Boot holt und auch noch Richtung Kanada schaut, Forteresse z.B. dürften den Jungs nicht unbekannt sein. Aber auch in die Riege jüngerer Vertreter wie Uada oder Cantique Lépreux kann man sich problemlos einreihen. So hätte auch der Nachfolger zu "Stormblast" klingen können wenn Dimmu Borgir damals den ganzen Keyboardkleister weggelassen hätten.

Und trotz allem Namedropping klingt das Ergebnis völlig eigenständig und nicht nur wie eine Kopie der genannten Bands. Denn wie sagte schon Gustav Mahler: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“. Und mit dem Album im Rücken giessen sie noch ordentlich Brennmaterial hinzu.
Das hier ist das Album das sich Liebhaber von skandinavischem Black Metal schon länger von ihren altbekannten Bands wünschen. Nur das es halt von einer recht neuen Truppe von umme Ecke stammt.
Wäre hier die Herkunftsbezeichnung NO, SW, DK oder FI würde man offene Türen einrennen, doch wie kennen wir es aus der Bibel: "Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland." Die Jungs zu ignorieren oder zu übergehen ist ein folgenreicher Fehler den ihr nicht begehen solltet, hinter der etwas "normalen" Fassade steckt ein intelligentes Werk voller Leidenschaft und Energie. Das braucht ein wenig Anlaufzeit bis man richtig "drin" ist, auch ich musste mich erst reinfinden und damit auseinandersetzen.
Abgesehen vom Einstiegssong bei dem man textlich weit unter den eigenen Möglichkeiten agiert ein Topwerk das mich noch länger beschäftigen wird.
Supported hier mal lieber die einheimischen Bands anstatt der drölfzigsten lustlos hingeworfenen Veröffentlichung aus dem fernen Ausland.


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Tracklist

1. Sounds from the Vortex 02:29
2. Cosmic Fear 04:27
3. The Clouds of Damnation 07:15
4. Cross the Bridge to Eternity 06:15
5. Illuminate the Night Sky 05:44
6. The Great Mortality 05:35
7. Fields of the Unknown 06:17

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