Albuminfo

morbid evils - deceases
Band:
Morbid Evils
Album:
Deceases
Genre:
Doom Metal
VÖ-Datum:
Label:
Spielzeit:
40:11
Wertung:
6 / 10
Reviewdatum:
Autor:
Nabu
ID:
1039
Views:
81

Review

Wer kennt Rotten Sound? Bestimmt der Eine oder Andere. Schließlich hat sich die finnische Grindcore-Band in den letzten Jahrzehnten einen guten Namen machen können. Für Morbid Evils stellt ihr euch nun im Prinzip das komplette Gegenteil vor. Denn nichts anderes war der Plan von Frontmann Keijo Niinimaa. Und was soll ich sagen: er hat das Ziel erreicht. Denkt an Doom Metal, nur langsamer. Und minimalistischer. Und noch etwas langsamer. Schwer vorzustellen? Tatsächlich auch schwer zu hören.

Die Idee war einen möglichst langsamen, tiefen, minimalistischen Klang zu erreichen, welcher die düsteren, morbiden Texte optimal untermauert. So gesehen alles richtig gemacht. Bereits nach wenigen Takten des Openers „CASE I - Murder“ fängt das Herz des Doomliebhabers freudig an zu zucken. Der Sound ist so derartig minimalistisch gehalten, dass eine äußerst bedrückende, düstere Stimmung entsteht. Auch Keijo’s Stimme kann sich problemlos in das sonderbare Klangbild einfügen und trägt maßgeblich zum atmosphärischen Wert der Musik bei. Dummerweise wird zur Erhaltung eben jener Atmosphäre auch völlig auf jegliche Art der Abwechslung verzichtet - egal um welchen Aspekt der Musik es geht. Natürlich kann eine elegante Monotonie einen gewissen Charme haben - jeder Black Metal Fan wird das bestätigen - allerdings übertreiben es die Finnen hier doch ein wenig.

So liefert uns „Deceases“ ein äußerst interessantes Konzeptalbum, welches in seiner Art wohl einzigartig sein dürfte. Auch die Tatsache, dass sich die sechs Tracks wie ein einziges, langes Verderben anhören kann man sowohl als positiven als auch als negativen Punkt betrachten. Da mich aber nur vereinzelte Stelle auf dem Album aus diesem Strudel aus Finsternis, Tod und Verderben ausbrechen ließen tendiere ich eher zu Letzterem. Heißt das, dass „Deceases“ ein schlechtes Album ist? Nein, ganz im Gegenteilt. Es bedeutet nur, dass Morbid Evils ein äußerst spezifisches, musikalisches Bedürfnis befriedigt. Und wer nach diesem Verlangt, wird hier ein persönliches Highlight vorfinden. Für den Durchschnittshörer dürften die Finnen hiermit aber etwas übers Ziel hinausgeschossen sein.


Anspieltipp: CASE I: Murder, CASE IV: Tumour, CASE V: Death Breath


Lest hier weitere Details zum Review oder schreibe einen Kommentar: Forum...

Tracklist

1. CASE I - Murder
2. CASE II - Dead Weight
3. CASE III - Evaporate
4. CASE IV - Tumour
5. CASE V - Death Breath
6. CASE VI - Abacinated

Weitere Links