Albuminfo

persecutory - towards the ultimate extinction
Band:
Persecutory
Album:
Towards The Ultimate Extinction
Genre:
Death Metal
VÖ-Datum:
Spielzeit:
42:03
Wertung:
9.5 / 10
Reviewdatum:
Autor:
Alucard
ID:
1033
Views:
71

Review

Death Metal aus der Türkei, das hat man nicht alle Tage. Der Vierer aus Istanbul hat sich 2014 gegründet, "Towards..." ist das Debütalbum. Übersetzt bedeutet der Bandname "verfolgend" oder frei interpretiert "Verfolgungswahn". Im Zusammenhang mit dem Herkunftsland und der politischen Lage eine Steilvorlage auf die ich aber nicht eingehe, hier soll es um das gehen was wichtig ist: die Musik.

Und die kann mich begeistern, vom ersten Ton an. Kein Intro oder so, ab Sekunde Eins Vollgas. Feist bollernd vom Schlagzeug angetrieben legen sich die Jungs sofort ins Zeug und beweisen ihr Können. Dabei fällt einem neben den in der Magengegend rumrührenden Gitarrenläufen der Gesang auf. Dieser gibt den Songs eine sehr eigene Note und lässt die Lieder eher wie Anrufungen an eine finstere Macht erscheinen. Äusserst faszinierend, damit heben sie sich sehr stark von Einheitsgeröchel ab und können eine sehr starke persönliche Duftmarke absetzen.

Und mit einem Track wie dem Titelsong im Rücken kann man nur gewinnen: fast 12 Minuten vertonte Dunkelheit! Und diese Spielzeit bringen sie ohne Einleitungen, Zwischenspiele oder sonstige Verzögerungen über die Ziellinie, ebenso erwähnenswert ist der gleichzeite Verzicht auf irgendwelche andere streckende Elemente. Songwriterisch ganz ganz grosses Kino, einen Song mit dieser Spielzeit packend und begeisternd zu arrangieren gelingt nicht vielen Bands. Vor allem da sie sich nur in ihrem eigenen, selbstgesteckten Rahmen bewegen und nicht in andere Genreschubladen schauen. Was hier an melodisch groovenden Gitarrenläufen zu hören ist das verarbeiten andere Bands nicht mal in einem Album. Antestpflicht! Nehmt euch die Zeit, setzt euch hin und lasst euch auf den Song ein, lasst ihn (ein)wirken, wenn ihr ihn verinnerlicht habt dann lässt er auch euch nicht mehr los.

Schweres Erbe für die Tracks danach, doch sie stehen dem ebenbürdig entgegen. Heftig angetrieben macht "Till Relentless Salvation Comes" weiter, hektischer Gesang stiftet Verwirrung und Chaos. Ein derber Genickschlag der einen ordentlich durchwirbelt, schon in Richtung Black Metal geht und mit einem groovigen Schlusspart übers Ziel marschiert. Eigentlich ein Song der grob die Richtung für das restliche Album vorgibt, "Along The Infernal Hallways" schliesst sich dem an, ist aber irgendwie noch einen Zacken fieser und diabolischer. Die Türken bewegen sich weiterhin gekonnt im Spannungsfeld zwischen Deathmetal der düster wuchtigen Art und Black Metal ohne Mumpitz und faulem Zauber. Dead Congregation treffen auf Wolves in the Throne Room? Ich kann es schwer klassifizieren oder vergleichen, ungefähr müsst das als Richtungsanzeige aber passen.
Daraus schliesst man: die Jungs klingen nicht wie eine andere Band und entziehen sich irgendwelchen Parallelen, schaffen es also in der heutigen "alles schon mal gehört, alles schon mal dagewesen" Zeit sich Eigenständigkeit aufzubauen, allein das sorgt schon für Respekt.
Eventuell braucht es zwei, drei Durchläufe bis man in den Songs "drin" ist da sie sehr dicht arrangiert sind. Faszinieren können sie vom ersten Durchlauf an, das betätigen der Repeat Taste fällt nicht schwer. Hat man das Material erstmal verstanden kann man immer tiefer darin eintauchen und die Details erforschen. Zum Beispiel sollte man sich nicht vom teilweise etwas vordergründig bollernden Schlagwerk täuschen lassen, nebenbei passiert in Sachen Drumming eine ganze Menge.
Ich hoffe der türkische Underground gebärt mir noch mehr solcher Kreaturen...


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Tracklist

1.Pillars Of Dismay 05:41
2.Towards The Ultimate Extinction 11:41
3.Till Relentless Salvation Comes 05:35
4.Along The Infernal Hallways 05:37
5.Awakening The Depraved Era 04:57
6.Hegemony Of The Ruinous Impurity 03:49
7.Maelstroms Of Antireligious Chaos (re-recorded version) 04:33

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