Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

WARBRINGER

WarbringerWer die Jungs von Warbringer noch nicht gehört hat, mag sich denken „Oh, noch eine Thrash-Band aus den USA, wie aufregend…“, wenn man dann einen Song hört, wird der ein oder andere wohl mal zur Sicherheit nachschauen, ob da nicht jemand die alte Slayer-Platte in den CD-Player gequetscht hat. Denn was Sänger John Kevill da durchs Mikro jagt, erinnert schon stark an die Frühwerke von Tom Araya, auch ansonsten ist man beim Hören von Warbringer immer mal am nachschauen, ob der mp3-Player da nicht doch selbständig alte Stücke der großen Thrash-Helden der 80er in die Playlist mit aufgenommen hat. „Oldschool“ wird ja inzwischen recht inflationär verwendet, aber selten trifft es so wie hier den Banger auf den Kopf.
Begonnen hat alles 2004 in der Garage der Familie Laux im kalifornischen Newbury Park, als die Laux-Brüder John an der Gitarre und Andy am Bass zusammen mit Sänger John Kevill, Gitarrist Victor und Drummer Adam Carroll ein paar Manowar-Stück nachgespielt hatten. Auch eine erste Demo wurde aufgenommen, damals nannten die fünf sich noch „Onslaught“. Dass das vielleicht nicht der geschickteste Name war, merkten die Jungs dann doch recht schnell und benannten sich um in „Warbringer“. Victor war inzwischen Geschichte, Adam gab die Drumsticks an Ryan Bates weiter Warbringerund übernahm die zweit Klampfe. In dieser Konstellation wurde dann 2005 die Demo „Born oft he ruins“ eingespielt und ein Jahr später kratzten die Jungs ihre Kohle zusammen um die 5-Song-EP „One By One, The Wicked Fall“ aufzunehmen. Vier dieser Songs schafften es dann auch auf das erste Album „War Without End“, als Label konnten sie keinen geringeren als Century Media gewinnen, für eine so junge Band –damals war kaum einer über 20– natürlich ein echter Glücksfall. Für den Sound zeichnete Legende Bill Metoyer verantwortlich, so ist es kein Wunder, dass das Album klingt, als wäre es per Zeitmaschine aus den 80ern rübergeschickt worden. Im Anschluss machen Warbringer das, was sie heute auch am liebsten machen: auf Tour gehen, bis zu 300 Tage (!) pro Jahr sind die Jungs unterwegs! Dass das auch Probleme mit sich bringt, zeigt sich dadurch, dass Ryan und Andy die Band verlassen. Neuer Fellgerber wird Nic Ritter, den Bass übernimmt übergangweise Ben Bennett, damit Andy seine Schule beenden kann. Aber trotzdem schaffen es Warbringer. 2009 ein neues Langeisen rauszuhauen. „Waking Into Nightmares“ verzückt abermals die Thrashfreunde, schnell werden Vergleiche zu Slayer, Kreator und Testament gezogen. Nic’s unglaubliches Drumgewitter und Johns Gesang, das ganze abgemischt von Gary Holt (Exodus), machen die Scheibe zu einem mehr als würdigen Nachfolger. Kurz danach kehrt Andy wieder an den Bass zurück, den Rest des Jahres und den größten Teil von 2010 sind Warbringer quasi quer durch alle Kontinente unterwegs. Allerdings fordert dieses exzessive Touren sein nächstes Opfer, Nic verlässt die Band und wird durch Carlos Cruz ersetzt. Anfang 2011 nehmen sich die Jungs dann endlich mal wieder etwas Zeit, um ins Studio zu gehen, diesmal mit Sepultura-Produzent Steve Evetts. Herausgekommen ist mit „World Torn Apart“ ein weiteres Hammer-Album, das etwas abwechslungsreicher daher kommt, aber im Kern immer noch das gleiche bietet: richtig geiler Thrash volle Kanne auf die Fresse. Mal gibt’s nen Schwinger in die Magengrube, auch mal einen Tritt in die Eier und am Ende fühlt man sich wie von einem Panzer überrollt. Aber das glückliche Grinsen angesichts dieser Thrash-Walze wird einfach immer breiter. Die Texte sind allerdings im Gegensatz zu den Vorgänger-Alben weniger vom Krieg geprägt als von Dingen, die die Jungs persönlich bewegen.
Anfang diesen Jahres hat dann auch Gründungmitglied Adam aus persönlichen Gründen die Segel gestrichen, für ihn schwingt künftig Andrew Bennett die Axt.
Wer die Jungs schon mal live gesehen hat, weiß, dass die keine Gefangenen machen. Da gibt’s puren Oldschool-Thrash à la Slayer, Kreator und frühe (!) Metallica, da kann man schonmal ziemlich nostalgisch werden. Aber für Sentimentalität ist hier kein Platz, ihr solltet lieber aufpassen, dass ihr Euch nicht die Rübe abschraubt!
Steven aka RedDevil  // Stand: 06.2012

 

Bisher erschienene Alben:

2004 / Demo
2005 / Born of the Ruins
2006 / One by One, The Wicked Fall (EP)
2008 / War Without End / Century Media
2009 / Waking Into Nightmares/ Century Media
2011 / World Torn Apart/ Century Media

Bandmembers:
John Kevill - Gesang
John Laux - Gitarre
Andrew Bennett - Gitarre
Andy Laux - Bass
Carlos Cruz - Schlagzeug
 

Style: Thrash Metal

Herkunft: USA

Website: www.warbringermusic.com                            www.myspace.com/warbringer