Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

TAAKE

TaakeHoest (Ørjan Stedjeberg) gründete die Band 1993 unter dem Namen THULE bevor er sie 1995 in TAAKE umbenannte. [Klugscheissermodus an] Hoest verwendet nie die Zeichen æ,ø und å, weswegen er sich auch Hoest und nicht Høst nennt. Das aa in Taake steht für den Buchstaben å, und dieser wird nicht wie ein langes a ausgesprochen wie man es im Deutschen machen würde, sondern wie ein o. Folglich klingt der Bandname ausgesprochen wie Toke [Klugscheissermodus aus].
Das erste Demo “Manndaudsvinter“, das von Hoest (Gesang, Gitarren, Bass) zusammen mit Svartulv (Gesang, Schlagzeug) eingespielt wurde, erschien 1995 über Mosegrodd. Obwohl die zwei Tracks noch extrem roh und dumpf und die Produktion miserabel war, konnte das Werk einen kleinen Vorgeschmack auf das geben, was später noch kommen sollte. Dieser Output erinnerte auch noch stark an Szenegrößen wie DARKTHRONE, aber schon beim nächsten Werk, der “Koldbrann I Jesu Marg“ EP, konnte Hoest mehr Eigenständigkeit zeigen und die Qualität insgesamt stark verbessern. Die 12-minütge Scheiblette erschien 1996 ebenfalls über Mosegrodd. Hoest begann Feinheiten im Songwriting herauszuarbeiten und die Produktion wurde klarer. Die Drums rückten in den Vordergrund und der kreischende und heulende Gesang schaffen zusammen mit dem rasiermesserscharfen Riffing der Gitarren eine unvergleichliche Atmosphäre von Düsternis und Bösartigkeit, von Hass und Melancholie.
Im Jahr 1999 erschien endlich das Debüt Album “Nattestid Ser Porten Vid“, das im Bergener Grieghallen Studio von Hoest und Frostein S. Arctander eingespielt wurde. Als Label konnte Wounded Love Records gewonnen werden. Das Album stellte eine weitere Verbesserung im Hinblick auf die Qualität des Material und der Produktion dar und so erntete und erntet es bis heute ausschließlich hervorragende Kritiken. Das Album vermittelt auf 42 Minuten ausschließlich die dunkelsten Gefühle, zudem ist es der erste Teil einer Trilogie, die Hoest 2002 mit “Over Bjoergvin Graater Himmerik“ erfolgreich weiter führte. Eingespielt wurde die zweite Langrille diesmal zu viert. Hoest zeichnete sich für Gesang und Gitarren verantwortlich, C. Corax übernahm ebenfalls Gitarren, Keridwen am Bass und Mutt hinter der Schiessbude. Auch dieses Werk fand sehr guten Anklang beim Publikum, wobei das Zusammenspiel der Instrumente weiter verfeinert wurde. Zum anderen kamen vereinzelt neue Elemente, wie der kurze Einsatz einer Maultrommel und eines Piano hinzu. Im großen und ganzen sägten die Gitarren aber noch immer, als ob es kein Morgen gäbe, die keifenden Vocals werden teilweise von cleanem Gesang unterstützt und die Schlagzeugarbeit wurde noch weiter verschärft. Die Aufnahmen erfolgten wieder in den Grieghallen und die Veröffentlichung über Wounded Love. Zwei Jahre später erfolgte eine Split Veröffentlichung zusammen mit TaakeAMOK über Perverted Taste. TAAKE steuert ihre Demo “Omfavnet Av Svarte Vinger“ und ein Cover vom Soundtrack des Todeskings bei. Ebenfalls 2004 wurde die Best of “Helnorsk Svartmetall“ von Perverted Taste veröffentlicht, die die Demoalben von THULE und TAAKE, sowie die EP von 1996 enthielt. Außerdem gab es eine PictureLP Box der Scheibe zusammen mit den ersten beiden Alben. Der dritte Teil und damit der Abschluss der Trilogie erschien 2005 mit “Hordalands Doedskvad“. Eingespielt wurde es von Hoest an Gitarre und Gesang, Corax an der zweiten Gitarre, Lava am Bass und Mord an den Drums und die Veröffentlichung erfolgte über Dark Essence. Neben den mittlerweile charakteristischen Black Metal Elementen wurde bei diesem Release das Riffing etwas mehr von Folk Einflüssen beeinflusst. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und schaffen es den Hörer immer wieder aufs Neue durch Breaks, Rhythmuswechsel oder ein ganz neues Thema zu überraschen. Presse und Hörer waren wiederum begeistert, zumal die Produktion nochmals an Qualität zulegen konnte, jedoch ohne dass das Werk steril oder künstlich klingt. Im folgenden Jahr 2006, erfolgten einige Veröffentlichungen im Rahmen von Split Alben. Den Anfang machte “A Norwegian Hail to VON“ mit SATANIC BLOOD, AMOK, TAAKE und URGEHAL, das über Holycaust Records veröffentlicht wurde. Jeweils über Agonia Records kamen “Men Of Eight / Lagnonector” mit VIDSYN und ”Dra Til Helvete! / Restart The Night!” mit GIGANTOMACHY, einem weiteren Projekt von Hoest, zusammen mit C.Corax, Svartulv und Discomforter. Nachdem TAAKE in den frühen 2000er Jahren nur einzelne Livekonzerte spielten, startete im März 2007 eine große Europatour mit URGEHAL und KOLDBRANN. Für 2007 waren TAAKE auch das erste Mal für das Party.San bestätigt.
Allerdings ereignete sich auf der Tour am 20. März im Essener Turok ein kleiner Totalausfall seitens Hoest. Nicht nur, dass er das Publikum bespuckte und mit Flaschen und brennenden Zigaretten bewarf, er kam auch mit einem großen Hakenkreuz auf der Brust auf die Bühne. Dieser Event führte dazu, dass der Rest der Tour abgesagt wurde und TAAKE in der folgenden Zeit erstmal nicht in Deutschland auftreten konnte und die Band in die rechte Ecke geschoben wurde. Obwohl Hoest den Clubbesitzer wohl auch noch als Untermensch titulierte, beteuerte er im Nachgang bei zahlreichen Gelegenheiten, dass er und die Band in keinster Weise nationalsozialistische Einstellungen haben, sondern der ganze Habitus viel mehr als Provokation gedacht war. So etwas in Deutschland abzuziehen dürfte wohl als eine der dümmsten Einfälle in Hoests Leben gelten, zumal er später angab, sich mit der Problematik noch gar nicht so intensiv befasst zu haben, weil es für ihn und seine Musik schlichtweg kein Thema war. In einer Ausgabe des Metal Hammer erklärte er ausdrücklich, dass er nie Kontakte zur rechten Szene gehabt habe, sie ihn nicht interessiere und er auch in keinster Weise mit ihr assoziiert werden möchte.
Ende 2007 musste Hoest dann noch bereits das dritte Mal wegen eines Gewaltdeliktes hinter schwedische (norwegische?) Gardinen. Zu diesem Zeitpunkt war das Material für das neue Album schon annähernd fertig und musste noch aufgenommen werden. 2007 und 2008 folgten noch zwei EP Veröffentlichungen über Dark Essence. Die Titel lauteten “Nekro” und “Svartekunst“. Die Vorfälle 2007 führten auch dazu, dass sich Hoest in einer Umfrage nach den bösesten Menschen des letzten Jahres unter Lesern des Terrorizer Magazins den sechsten Platz mit Osama Bin Laden teilen durfte. 2008 erschien dann die vierte, selbstbenannte Langrille über Svartekunst Produksjoner. Im Vergleich zu den Vorgängeralben ist der Sound klarer geworden und die Gitarrenarbeit hat sich stark verbessert. Hoests Gesang ist ohnehin etabliert und sein Songwriting über jeden Zweifel erhaben, sodass auch dieses Album höchste Rezensionen erhielt. Im gleichen Jahr spielten die Mannen ein paar vereinzelte Konzerte in Norwegen und den Niederlanden sowie beim Wolfszeit Festival. Im folgenden Jahr gab es wieder eine Europatour, diesmal mit HELHEIM und VULTURE INDUSTRIES, die auch wieder nach Deutschland und sogar Russland führte, zudem erfolgten im Sommer zahlreiche Festivalauftritte. Anfang 2010 bestritt die Band die “Crusade of the Black Conquerors“ Tour zusammen mit HORNA, ANGANTYR und BLACKSHORE durch Nord- und Zentraleuropa, Ende des Jahres folgte die “Dark Essence“ Tour wieder zusammen mit HELHEIM, VULTURE INDUSTRIES und SULPHUR durch Süd- und Osteuropa. Anfang diesen Jahres trug es die Herren auch mal nach Südamerika, wo man einige Konzerte in Mexiko und Brasilien absolvierte. Auch ansonsten stehen und standen mehrere Liveauftritte an.
Einen Vorgeschmack auf den für Herbst 2011 angekündigten neuen Longplayer bietet die am 26. April erschienene, signierte und auf 500 Einheiten limitierte EP „Kveld“. Neben einem neuen Stück gibt es vier bekannte Kracher, die in der aktuellen Formation aufgenommen wurden.
Die Songs von Taake sind einfach der Hammer, abwechslungsreich gestaltet und laden zum Bangen und Windmilling ein. Zudem bringen die Norweger einiges an Liveerfahrung mit auf die Bretter und Hoest ist ähnlich wie Dolk von KAMPFAR einfach eine Rampensau, die es versteht das Publikum anzuheizen und mitzureißen..
Torben aka Blackie // Stand: 05.2011

 

Bisher erschienene Alben:

1993 / Der Vinterstormene Raste / Mosegrodd Productions (noch als THULE)
1994 / Omfavnet Av Svarte Vinger / Mosegrodd Productions (noch als THULE)
1995 / Manndaudsvinter Demo / Mosegrodd Productions
1996 / Koldbrann I Jesu Marg EP / Mosegrodd Productions
1999 / Nattestid Ser Porten Vid CD / Wounded Love Records
2002 / Over Bjoergvin Graater Himmerik CD / Wounded Love Records
2004 / Sadistic Attack / Nordens Doedsengel Split / Perverted Taste
2004 / Helnorsk Svartmetall CD / Perverted Taste
2004 / The Box / Perverted Taste
2005 / Hordalands Doedskvad CD / Dark Essence Records
2006 / A Norwegian Hail to VON Split / Holycaust Records
2006 / Men Of Eight / Lagnonector Split / Agonia Records
2006/ Dra Til Helvete! / Restart The Night! Split / Agonia Records
2007 / Nekro EP / Dark Essence Records
2008 / Svartekunst EP / Dark Essence Records
2008 / Taake CD / Svartekunst Productions
2011 / Kveld EP / Svartekunst Productions

Bandmembers:
Hoest (Ørjan Stedjeberg) - Gesang, alle Instrumente
Tundra (Frostein Arctander) - Gitarre

Live members:
Aindiachaí (Adam Michael Philip Xavier Dunlea) - Gitarre
V'gandr (Ørjan Nordvik) - Bass
Thurzur (Jan Atle Lægreid) - Schlagzeug  
 

Style: Black Metal

Herkunft: Norwegen

Website: taake.svartekunst.no/                                               www.myspace.com/taakeofficial