Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

MORBID ANGEL

Morbid Angel1984 taten sich drei Jungs um den Highschool-Absolventen George Emanuel III. aus Tampa/Florida zusammen und gründeten die Band Heretic. Da es jedoch schon eine Band mit diesem Namen gab und George, stark von H.P. Lovecraft beeinflusst, seinen echten Namen wohl zu langweilig fand, wurde die Band schnell in „Morbid Angel“ umbenannt und aus Gitarrist George Emanuel III. wurde Axtschlächter Trey Azagthoth. Textlich bedienten sich Trey und Kollegen bei Lovecraft, gepaart mit okkulten und satanischen Themen
Trotz anfangs recht häufiger Wechsel rund um Trey, der als einziges Gründungsmitglied übrig blieb, nahmen Morbid Angel Songs für drei Demos auf. Anfang 1986 lernte Trey dann David Vincent kennen, der ein kleines Underground-Label hatte. Sogleich machten sich die Jungs daran, ihr Debutalbum einzuspielen. Das Ergebnis gefiel Trey überhaupt nicht, was dazu führte, dass bis auf Gitarrist Richard Brunelle alle die Band wieder verlassen mussten.
Dave konnte Trey dann aber überzeugen, mit ihm am Bass und Wayne Hartzel an den Drums weiterzumachen. Sie machten sich mit ihrer für diese Zeit extrem brutalen Art, Musik zu machen und ihren blutigen Live-Shows schnell einen Namen in der Untergrund-Szene. Nach einer weiteren Demo wurde Wayne durch Pete Sandoval ersetzt, in diesem Line-Up wurde dann auch endlich das erste Album „Altars of Madness“ eingetrümmert. Während der Suche nach einem Label hagelte es reihenweise Absagen, da die Musik für die meisten einfach zu hart, zu schnell, zu brutal und zu wenig melodisch war. Napalm Death-Drummer Mick Harris erkannte aber glücklicherweise, was in den Jungs steckte, spielte die Tapes einem Kumpel bei Earache Records vor und kurz darauf war der Deal perfekt. „Altars of Madness“ erschien 1989 und es folgte im gleichen Winter eine Tour mit Napalm Death, Bolt Thrower und Carcass.
Das zweite Langeisen „Blessed are the sick“ (1991) sollte ein weiterer Schritt auf der Erfolgsleiter bedeuten, Morbid Angel mauserten sich zu DER Morlbid AngelHausnummer des Death Metal. In diesem Jahr wurden dann die 86er Aufnahmen für „Abominations of Desolation“ neu abgemischt und der hungrigen Fan-Meute zum Fraß vorgeworfen. Auch der Ausstieg von Richard Brunelle 1992 tat dem Erfolg keinen Abbruch, im Gegenteil, die als Trio aufgenommene Scheibe „Covenant“ schlug auch kommerziell ein, lediglich für US-Konzerte wurde Brunelle noch mal reaktiviert, während auf der Europa-Tour bereits Eric Rutan die zweite Klampfe spielte und dann auch fest ins Line-Up übernommen wurde. Mit dieser Scheibe gelang es erstmals einer Death Metal-Band ein Album unter einem Major Label (Giant/Warner) zu veröffentlichen. Dieser satanisch geprägte Hassbatzen ließ nicht nur den Untergrund aufhorchen, so war es kein Wunder, dass Giant/Warner auch das nächste Album der kranken Engel „Domination“ (1995) veröffentlichte. Das sollte das vorerst letzte Studio-Album mit Dave Vincent an Mikro und Bass sein, der die Band wegen diverser Meinungsverschiedenheiten mit Trey verließ. Sein Nachfolger wurde Steve Tucker von Ceremony, der somit auch auf dem 1998 wieder bei Earache erschienenen Album „Formulas Fatal to the Flesh“ als Sänger und auch am 4-String zu hören ist. Die drei „F“ im Titel stehen laut Azagthoth für ihren Platz im Alphabet, also 666. Morbid Angel wollte wieder stärker den satanistischen bzw. spirituellen Einfluss hervorheben, wohl einer der wesentlichen Punkte, in denen Dave und Trey nicht einer Meinung waren.
Eric Rutan war auf dieser Scheibe allerdings nicht dabei, da er sich verstärkt auf sein neues Projekt „Hate Eternal“ konzentrieren wollte. Allerdings war er beim 2000er Album „Gateways to Annihilation“ wieder am Start und trug ebenso wie Tucker einiges zu den Kompositionen bei. Allerdings verließ Steve wegen Erschöpfung noch während der folgenden Tour die Band, für ihn sprang Erics Kumpel Jared Anderson (R.I.P.) von Hate Eternal ein. Anfang 2002 ging es wieder auf Tour, diesmal mit Motörhead! Und trotz der doch deutlichen musikalischen Unterschiede wurde diese Tour ein voller Erfolg, so dass sie bis Ende Mai in die Verlängerung ging. Danach war für Jared aber wieder Schluss, er konzentrierte sich wieder voll auf Hate Eternal, Erik folgt ihm im Sommer. Damit standen Trey und Pete wieder alleine da, allerdings kehrte Steve kurzzeitig wieder zurück, um das bislang letzte Studio-Album „Heretic“ (2003) aufzunehmen. Nach den folgenden Touren durch die Vereinigten Staaten und Europa übernahm Dave wieder das Mikro. Im Sommer 2004 trennten sich Morbid Angel und Earache, die Band tourte dann erstmal ohne Label weiter, 2006 durften einige von uns dann Morbid Angel im legendären Domination-LineUp –Erik Rutan war für die Tour wieder als Axtschlächter am Start– auf dem UftG (Bericht) erleben. Und obwohl das der (oder einer der) letzten Gigs der Summer Festival-Tour war, zeigten Morbid Angel, warum sie zu Recht zu den besten Death Metal Bands gezählt werden.
2008 wurde dann Thor Anders „Destructhor“ Myhren von Zyklon als zweiter Axtschwinger verpflichtet. Auf den folgenden Konzerten wurde auch immer mal wieder neues Material gespielt und ein neues Album angekündigt. Als Ende 2009 dann ein Vertrag mit den Franzosen von „Season of Mist“ geschlossen wurde, verbunden mit der Ansage, dass die neue Scheibe Anfang 2010 erscheinen sollte, leider wurde da aber nichts draus.
Im Juni diesen Jahres wird aber endlich mit „Illud Divinum Insanus“ das neunte Langeisen der kranken Engel erscheinen, einen Vorgeschmack könnt ihr Euch unter hier... anhören. An diesem Album ist auch Erik wieder beteiligt, diesmal allerdings als Produzent hinter den Kulissen. Leider musste Pete wegen einer OP infolge eines Bandscheibenvorfalls passen, so ist auf dem Album Tim Yeung am Drumset zu hören und auch auf der Tour sitzt er hinter der Schießbude, solange Petes Reha-Maßnahmen andauern.
Morbid Angel ist eine Death Metal – Legende die das Genre wie nur wenige andere geprägt hat. Treys unglaubliche Gitarrenarbeit, sein Wille und die gehörige Portion Wahnsinn, Petes unvergleichliches Drumming und Dave, der Inbegriff eines Death Metal-Fronters, suchen ihresgleichen.
Steven aka RedDevil    //   Stand: 05.2011

 

Bisher erschienene Alben:

1985 / The Beginning (Demo)
1986 / Bleed for the Devil (Demo)
1986 / Scream for Blasphemies (Demo)
1987 / Thy Kingdom Come (Demo)
1988 / Thy Kingdom Come/Abominations (7”)
1989 / Altars of Madness / Earache Records
1991 / Blessed are the Sick / Earache Records
1991 / Abominations of Desolation / Earache Records
1993 / Covenant / Giant/Warner
1994 / Laibach Re-Mixes (EP)
1999 / Love of Lava (Best of)
1995 / Domination / Giant/Warner
1996 / Entagled in Chaos (Live) / Earache Records
1998 / Formulas Fatal to the Flesh / Earache Records
2000 / Gateways to Annihilation / Earache Records
2003 / Heretic / Earache Records
2011 / Illud Divinum Insanus / Season of Mist 

Bandmembers:
Dave Vincent - Vocals, Bass
Trey Azagthoth - Gitarre
Thor Anders Myhren - Gitarre
Pete Sandoval - Schlagzeug
Tim Yeung - Schlagzeug (Krankheitsvertretung)
 

Style: Death Metal

Herkunft: USA

Website: www.morbidangel.com                                            www.myspace.com/morbidangelmusic