PARTY.SAN 2009
Bericht
Special

HYPOCRISY

Muss man über diese Band noch viel Worte verlieren? Eigentlich nicht wirklich, diese Band sollte hinreichend bekannt sein. Vor allem Mastermind Peter Tägtgren hat daran maßgeblichen Anteil, weshalb die Band meistens nur mit ihm assoziiert wird. Aber der Reihe nach.
Als Tägtgren 1991 bei der Band Seditious aufhörte, gründete er direkt Hypocrisy, damals mit einem 5 Mann Lineup, bestehend aus ihm selbst an der Gitarre, Masse Broberg als Sänger, Mikael Hedlund am Bass, Jonas Osterberg an der Gitarre und Lars Szöke an den Drums. 1992 veröffentlichten sie das Debut "Penetralia“, welches stark von Bands wie Deicide, Morbid Angel und auch Entombed beeinflusst war. Aber erst das zweite Album "Obsculum Obscenum“ (1993) fand im Underground, mit seinem puristischen Old-School Death Metal anklang. 1994 zeigte sich, dass nur das Lineup Tägtgren / Hedlund / Szöke beständig war, Broberg und HypocrisyOsterberg verließen die Band. Das konnte die verbliebenen drei aber nicht aufhalten so richtig loszulegen. Das danach veröffentlichte Album "The Forth Dimension“ zeigte das Potential welches in dieser Band steckte. Tägtgrens variable Stimme, die Melodielinien und auch das langsamere Spieltempo hielt mit diesem Output Einzug in Hypocrisys Songstrukturen und wurden schnell zum Markenzeichen der Band. Jetzt fing Tägtgren auch an seinen Jugendtraum, Musik über Aliens und ähnliches zu machen, in die Tat umzusetzen. 1996 folgte das grandiose "Abducted“ das sich durchgehend durch brutale melodiegeladene Slow-Death-Songs auszeichnet, es sei hier nur Roswell 47 erwähnt, das seit her auf der Setlist eines jeden Gigs steht. Vor allem der Underground freute sich nicht so über den "Stil-Wechsel“ der Band, aber der Erfolg gab den dreien letztlich Recht. Hypocrisy wuchsen zu einer Szenegröße heran, was zum Großteil an den unglaublich Energiegeladenen und mitreißenden Live-Auftritten der drei liegt. Das 97er Album "The Final Chapter“ brachte Hypocrisy mehr und mehr Fans ein, doch die Band war in einem schlechtem Zustand. Die Arbeit wuchs Tägtgren über den Kopf, zwei Bands (Hypocrisy und Pain) sein eigenes Tonstudio Abyss und die Live Auftritte waren zu viel, und so entschied er sich, nur noch seine eigenen CDs und die einiger Freunde (Immortal, Dark Funeral, Dimmu Borgir) aufzunehmen, und mit der gewonnenen freien Zeit die Welt mit seiner Musik zu erobern (in dem er z.b nur in Unterhose auf der Bühne steht). Die beiden folgenden Alben "Hypocrisy“ (1999) und "Into the Abyss“ (2000) zeigten die neu gewonnene Kraft und Energie der Band und entluden sich in ÜberHypocrisy :: Party.San 2006-Songs wie "Fractured Millenium“, "Fire in the Sky“ oder "Deathrow (No Regrets)“. Ausgedehnte Touren überall auf der Welt waren die Folge, um dem neuen Motto eine Band für die Fans zu sein, gerecht zu werden. Mit dem Jubiläumsalbum "10 Years of Chaos and Confusion“ (2001) beschritten sie diesen Weg weiter, denn Fans auf der ganzen Welt waren aufgerufen die Tracklist des Albums auszuwählen, und noch mehr Liveauftritte folgten. Das folgende Album "Catch 22“ verfügte über noch komplexere und breitere Songstrukturen, und der schnelle Zugang zu den Songs ging verloren, weshalb dieses Album auch als sehr experimentell bezeichnet wird. Obwohl bei den Fans nicht so beliebt, ist „Catch 22“ Tägtgrens Lieblingsalbum seiner Band. Eine weitere Welttournee folgte, mit Bands wie Soilwork, Dimmu Borgir, Children of Bodom etc. wurde in Nord-Amerika und Europa gescheppert was das Zeug hält.
Das mit Spannung erwartete "The Arrival“ (2004) entschädigte die meisten Fans für „Catch 22“, jedoch fehlte dem Album die Abwechslung in den Songstrukturen. Des Weiteren verabschiedete sich der Langjährige Freund Tägtgrens, Lars Szöke von der Band um mehr Zeit für seine Familie zu haben, direkt nach den Aufnahmen für das Album, und die Band stand vor der Tour ohne Drummer da. Doch Tägtgren brauchte nicht lange, um einen guten Freund, Reindar "Horgh“ Horghagen (Immortal/Grimfist) persönlich, zu rekrutieren. Und auch Live-Gitarrist Andreas Holma wurde zum festen Mitglied der Familie Hypocrisys. Mit dieser Vier-Mann-Besetzung wurde dann in einer fast zwei Jahre dauernden Tour die Welt in Schutt und Asche gelegt.
Das 2005 veröffentlichte Album "The Virus“ trägt diesen Namen zu Recht, denn einmal infiziert lässt es einen nicht mehr los. Nicht zuletzt dank neuem Drummer ist dieses Album das wohl härteste und brutalste Album der Bandgeschichte. Alles was Hypocrisy ausmacht ist auf diesem Album vertreten: Härte, geniale Riffs, Double-Bass-Attacken, hymnische Melodien, Geschwindigkeit, und eine höllisch geile Stimme.
Sebastian aka Azfares


Titel: Warpath  Album: Virus, 2005
Style: Death Metal

 

Bisher erschienene Alben:

1992 / Penetralia
1993 / Obsculum Obscenum
1994 / The Forth Dimension
1996 / Abducted
1997 / The Final Chapter
1999 / Hypocrisy
2001 / Into the Abyss
2001 / 10 Years of Chaos and Confusion
2002 / Catch 22
2003 / The Arrival
2005 / Virus
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Bandmembers:
Peter Tägtgren – Gitarre & Gesang
Mikael Hedlund – Bass
Andreas Holma – Gitarre
Reindar „Horgh“ Horghagen – Schlagzeug
 

Herkunft: Schweden

Website: www.hypocrisy.tv