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Muss
man über diese Band noch viel Worte verlieren? Eigentlich nicht
wirklich, diese Band sollte hinreichend bekannt sein. Vor allem Mastermind
Peter Tägtgren hat daran maßgeblichen Anteil, weshalb die
Band meistens nur mit ihm assoziiert wird. Aber der Reihe nach.
Als Tägtgren 1991 bei der Band Seditious aufhörte, gründete
er direkt Hypocrisy, damals mit einem 5 Mann Lineup, bestehend aus ihm
selbst an der Gitarre, Masse Broberg als Sänger, Mikael Hedlund
am Bass, Jonas Osterberg an der Gitarre und Lars Szöke an den Drums.
1992 veröffentlichten sie das Debut "Penetralia“, welches
stark von Bands wie Deicide, Morbid Angel und auch Entombed beeinflusst
war. Aber erst das zweite Album "Obsculum Obscenum“ (1993)
fand im Underground, mit seinem puristischen Old-School Death Metal
anklang. 1994 zeigte sich, dass nur das Lineup Tägtgren / Hedlund
/ Szöke beständig war, Broberg und
Osterberg
verließen die Band. Das konnte die verbliebenen drei aber nicht
aufhalten so richtig loszulegen. Das danach veröffentlichte Album
"The Forth Dimension“ zeigte das Potential welches in dieser
Band steckte. Tägtgrens variable Stimme, die Melodielinien und auch
das langsamere Spieltempo hielt mit diesem Output Einzug in Hypocrisys
Songstrukturen und wurden schnell zum Markenzeichen der Band. Jetzt
fing Tägtgren auch an seinen Jugendtraum, Musik über Aliens
und ähnliches zu machen, in die Tat umzusetzen. 1996 folgte das grandiose
"Abducted“ das sich durchgehend durch brutale melodiegeladene
Slow-Death-Songs auszeichnet, es sei hier nur Roswell 47 erwähnt, das
seit her auf der Setlist eines jeden Gigs steht. Vor allem der Underground
freute sich nicht so über den "Stil-Wechsel“ der Band, aber
der Erfolg gab den dreien letztlich Recht. Hypocrisy wuchsen zu einer
Szenegröße heran, was zum Großteil an den unglaublich
Energiegeladenen und mitreißenden Live-Auftritten der drei liegt. Das
97er Album "The Final Chapter“ brachte Hypocrisy mehr und
mehr Fans ein, doch die Band war in einem schlechtem Zustand. Die Arbeit
wuchs Tägtgren über den Kopf, zwei Bands (Hypocrisy und Pain)
sein eigenes Tonstudio Abyss und die Live Auftritte waren zu viel, und
so entschied er sich, nur noch seine eigenen CDs und die einiger Freunde
(Immortal, Dark Funeral, Dimmu Borgir) aufzunehmen, und mit der gewonnenen
freien Zeit die Welt mit seiner Musik zu erobern (in dem er z.b nur
in Unterhose auf der Bühne steht). Die beiden folgenden Alben "Hypocrisy“
(1999) und "Into the Abyss“ (2000) zeigten die neu gewonnene Kraft
und Energie der Band und entluden sich in Über -Songs wie "Fractured
Millenium“, "Fire in the Sky“ oder "Deathrow (No Regrets)“.
Ausgedehnte Touren überall auf der Welt waren die Folge, um dem
neuen Motto eine Band für die Fans zu sein, gerecht zu werden.
Mit dem Jubiläumsalbum "10 Years of Chaos and Confusion“
(2001) beschritten sie diesen Weg weiter, denn Fans auf der ganzen Welt
waren aufgerufen die Tracklist des Albums auszuwählen, und noch
mehr Liveauftritte folgten. Das folgende Album "Catch 22“
verfügte über noch komplexere und breitere Songstrukturen,
und der schnelle Zugang zu den Songs ging verloren, weshalb dieses Album
auch als sehr experimentell bezeichnet wird. Obwohl bei den Fans nicht
so beliebt, ist „Catch 22“ Tägtgrens Lieblingsalbum
seiner Band. Eine weitere Welttournee folgte, mit Bands wie Soilwork,
Dimmu Borgir, Children of Bodom etc. wurde in Nord-Amerika und Europa
gescheppert was das Zeug hält.
Das mit Spannung erwartete "The Arrival“ (2004) entschädigte
die meisten Fans für „Catch 22“, jedoch fehlte dem
Album die Abwechslung in den Songstrukturen. Des Weiteren verabschiedete
sich der Langjährige Freund Tägtgrens, Lars Szöke von
der Band um mehr Zeit für seine Familie zu haben, direkt nach den
Aufnahmen für das Album, und die Band stand vor der Tour ohne Drummer
da. Doch Tägtgren brauchte nicht lange, um einen guten Freund, Reindar
"Horgh“ Horghagen (Immortal/Grimfist) persönlich, zu
rekrutieren. Und auch Live-Gitarrist Andreas Holma wurde zum festen
Mitglied der Familie Hypocrisys. Mit dieser Vier-Mann-Besetzung wurde
dann in einer fast zwei Jahre dauernden Tour die Welt in Schutt und
Asche gelegt.
Das 2005 veröffentlichte Album "The Virus“ trägt
diesen Namen zu Recht, denn einmal infiziert lässt es einen nicht
mehr los. Nicht zuletzt dank neuem Drummer ist dieses Album das wohl
härteste und brutalste Album der Bandgeschichte. Alles was Hypocrisy
ausmacht ist auf diesem Album vertreten: Härte, geniale Riffs,
Double-Bass-Attacken, hymnische Melodien, Geschwindigkeit, und eine
höllisch geile Stimme.
Sebastian aka Azfares
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