Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

Destruction

Destruction Band Thrash MetalGegründet wurde die deutsche Thrash-Metal 1982 im badischen Weil am Rhein von Sänger und Basser Schmier (Marcel Schirmer), Gitarrero Mike (Michael Sifringer) und Drummer Tommy (Thomas Sandmann), damals noch als Knights of Demon. Die (damals) musikalischen Grünschnäbel wollten ihren Vorbildern Iron Maiden, Venom und vor allem Motörhead nacheifern. So wurde fleißig geprobt, der Bandname in Destruction geändert und schon 1983 wurde die erste Demo „Speed Kills“ aufgenommen. Die nur ein Jahr später folgende Demo „Bestial Invasion of Hell“ brachte den drei Jungs einen Plattendeal mit SPV ein. Mit dem Label im Rücken kam dann noch im gleichen Jahr die erste EP „Sentence of Death“ auf den Markt. Auch das erste Album sollte nicht lang auf sich warten lassen und so erschien Ende 1985 „Infernal Overkill, vorher stand noch die erste größere Reise an: mit niemand geringerem als den Thrash-Göttern von Slayer ging es auf Europa-Tournee! Außerdem ging es im gleichen Jahr auch noch über den großen Teich, Destruction spielten auf dem legendären Word War III – Festin Kanada, was für eine deutsche Newcomer-Band schon ein riesen Erfolg war und Destruction zu einer der führenden Thrash-Metal-Combos in Europa machte.
Auf dem Erfolg ausruhen kam aber gar nicht in die Tüte, so stand 1986 das nächste Langeisen „Eternal Devastation“ in den Regalen und die erste Headlinertour war gebucht, zusammen mit Rage und Kreator ging es quer durch Europa. Allerdings verließTommy kurz darauf die Band und wurde gleich durch zwei neue Gitarristen ersetzt: mit Olli (Oliver Kaiser) und Harry (Harold Wilkens) ging es wieder ins Studio, um das 87er Album „Mad Butcher“ einzutrümmern. 1988 ging es dann mit ihren großen Vorbildern von Motörhead auf Europa-Tour, gefolgt vom nächsten Album „Release from Destruction Band Thrash MetalAgony“, was stark vom veränderten Gitarren-Stil der beiden neuen geprägt war. Entsprechend gespalten war dann auch das Fanlager. So ließ auch leider die Spaltung von Destruction nicht lange auf sich warten. Nach der 1989er Tour mit Celtic Frost kehrte Fronter Schmier der Band den Rücken und wurde durch André Grieder ersetzt. Das folgende Album „Cracked Brain“ konnte allerdings überhaupt nicht überzeugen und so schien es das Ende einer erfolgreichen Ära zu werden.
Bis auf einige Demos, die Olli und Mike mit wechselnden Musikern aufnehmen, wird es ruhig um die deutsche Thrash-Legende, auch Schmiers neues Projekt „Headhunter“ kann nicht annähernd an die Erfoge von Destruction anknüpfen.
Erst 1999 besinnen sich Schmier und Mike der alten Zeiten, holen sich mit Sven Vormann einen neuen Drummer an Bord und rocken gleich mal die Bühnen beim Bang your Head, beim With Full Force und in Wacken. Dazu gibt‘s einen neuen Plattenvertrag bei Nuclear Blast und so bekommt die hungrige Fanmeute 2000 mit „All Hell Breaks Loose“ endlich wieder einen ordentlichen Destruction-Hassbatzen vorgesetzt. Produziert wird die Scheibe von Peter Tägtgren – selbst ein großer Destruction-Fan! Kurz danach stehen sie bei der Nuclear Blast-Roadshow auch zusammen auf der Bühne, begleitet von Kataklysm und Crematory. Um die hungernden Fans nicht lange warten zu lassen, folgt 2001 das Album „The Antichrist“, bei dem es bei der ersten Auflage eine Fehlpressung gab: die Reihenfolge der Tracks war etwas durcheinander geraten, der Qualität der Scheibe tut das aber keinen Abbruch.
Aufgrund des doch recht anspruchsvollen und wenig familienfreundlichen Terminplanes verlässt Sven Ende 2001 die Band wieder. Mit Marc Reign ist hier aber schnell Ersatz gefunden, und so steht einer Tour der deutschen Thrash-Phalanx mit Sodom und Kreator nichts mehr im Weg, im Anschluss rocken Destruction und Kreator noch die Bühnen Südamerikas. 2003 ist dann kein so optimales Jahr für Schmier, zuerst wird ihm auf der US-Tournee sein Bass geklaut, dann zieht er sich noch einen Handbruch zu, so dass die anstehende UK-Tour abgesagt werden muss. Bei den späteren Auftritten in Australien und für die Aufnahmen von „Metal Discharge“ ist er aber wieder einsatzbereit. Und wieder steht eine Nuclear-Blast-Tour an, diesmal mit u.a. mit Amon Amarth, Deicide, Nile und Disbelief. Anfang 2005 trennen sicDestruction - Live at Eisenwahn 2010h dann vorerst die Wege von Nuclear Blast und Destruction, das nächste Langeisen „Inventor of Evil“ erscheint beim neuen Label AFM Records, für den Song „The Alliance of Hellhoundz“ werden einige Gastsänger rekrutiert, darunter u.a. Paul Di’Anno und Doro. Dass neben den ganzen Live-Auftritten überhaupt noch Zeit für Studio-Aufnahmen bleibt, ist schon verwunderlich, aber Destruction werden nicht müde. Das Anfang 2007 erschienene Best-Of-Album „Thrash Anthem“ kleidet alte Klassiker in modernere Sound-Gewänder und beim Auftritt in Wacken spielen sie auch ein Best-Of-Set zusammen mit allen ehemaligen Bandmembern. Trotz allem scheint es Schmier etwas langweilig zu werden, denn nachdem Stratovarius-Drummer Jörg Michael frei wird, reaktiviert er Headhunter und nimmt auch da ein neues Album auf.
Auf Destruction hat das jedoch keine spürbare Wirkung, denn schon im Spätsommer 2008 erscheint mit „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ das inzwischen zehnte Album der Badener. Mit der Veröffentlichung der DVD-Biographie „A Savage Symphony - The History Of Annihilation“ endet auch die Zeit von Marc Reign an der Schießbude, er verabschiedet sich in Freundschaft und wird ersetzt durch den Polen Vaaver (Wawrzyniec Dramowicz), ebenfalls ein Arbeitstier - seine Engagements bei Unsun, Indukti und Lunatic Soul behält er bei. Außerdem kehren die drei wieder zurück zu Nuclear Blast, dort erscheint dann Anfang 2011 „Day of Reckoning“, kurz bevor es mit Overkill auf große Europa-Tournee geht.
Etwas mehr als 1,5 Jahre (und fast 200 Auftritte) später erscheint zum 30. Bandjubiläum das zwölfte Langeisen. Und darauf beweisen Destruction einmal mehr, dass sie noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Vertreten sind hier auch Gerre und Tom Angelripper, die sich beim Song „Legacy oft he Past“ die Ehre geben. Hier wurde eine Hommage an die letzten 30 Jahre Thrash-Geschichte komponiert, der Text setzt sich zu großen Teilen aus Album- und Songtiteln vor allem von Sodom, Tankard und Destruction zusammen („Make the metal blade stand tall / Agent Orange will never fall / After the chemical invasion / Eternal devastation!“).
Kaum zu glauben, aber wahr: Destruction sind das erste Mal auf dem PSOA-Billing zu finden! Mit den alten Klassikern und aktuellem Material im Gepäck werden uns die drei Thrasher ordentlich in den Arsch treten, da ist der Name Programm.
Steven aka RedDevil // Stand: 06.2013

 

Bisher erschienene Alben:

1983 / Speed Kills (Demo)
1984 / Bestial Invasion of Hell (Demo)
1984 / Sentence of Death (EP)
1985 / Infernal Overkill pre-production demo (Demo)
1985 / Infernal Overkill / SPV
1986 / Eternal Devastation / SPV
1987 / Mad Butcher (EP)
1988 / Release from Agony / SPV
1989 / A Black Metal Night (EP)
1989 / Cracked Brain / SPV
1999 / The Butcher Strikes Back
2000 / All Hell Breaks Loose / Nuclear Blast
2001 / The Antichrist / Nuclear Blast
2003 / Metal Discharge / Nuclear Blast
2005 / Inventor of Evil / AFM Records
2007 / Thrash Anthems / AFM Records
2008 / D.E.V.O.L.U.T.I.O.N. / AFM Records
2011 / Day of Reckoning / Nuclear Blast
2012 / Spiritual Genocide / Nuclear Blast
2012 / The Big Teutonic 4 (Split-EP mit Kreator, Sodom und Tankard)

Bandmembers:
Marcel „Schmier“ Schirmer - Gesang, Bass
Michael „Mike“ Sifringer - Gitarre
Wawrzyniec „Vaaver“ Dramowicz - Schlagzeug
 

Style: Thrash Metal

Herkunft: Deutschland

Website: www.destruction.de