Path of Death V
08.10.2016 Mainz
Pentagramm

DECAPITATED

DecapitatedWann immer man über Polen als Urlaubsziel spricht, rollen die Zuhörer mit den Augen. Doch erwähnt man Polen in Sachen (Death) Metal, beginnen die Augen eines jeden Metalfans zu leuchten. VADER, HATE, LOST SOUL und BEHEMOTH sind nur eine kleine Auswahl grandioser polnischer Bands. Ach ja, da wären noch DECAPITATED zu erwähnen. Eine Band die es seit Kindesbeinen an faustdick hinter den Ohren hat:
Als Sauron (Gesang), Vogg (Gitarre) und Vitek (Schlagzeug) die Band 1996 in der polnischen Stadt Krosno gründeten, lag ihr Durchschnittsalter bei 14 Jahren. Drummer Vitek war sogar erst 12 Lenze jung. Ein Jahr später stieß der 13 jährige Bassist Martin dazu, welchen Vogg aus seiner Black Metal Band LUX OCCULTA kannte.
Mit ihren beiden Demos „Cemeteral Gardens“ (1997) und „The Eye Of Horus“ (1998) fassten die Jungspunde im Underground Fuß, wurden aber aufgrund ihres Alter stets belächelt. Doch mit der harten Arbeit und zahlreichen Live-Auftritten kam auch der Erfolg und die jungen Herren wurden zur kultigen Neuheit im europäischen Death Metal!
Das niederländische Label Releapse Records hatte schon länger ein Auge auf die polnische Szene geworfen und veröffentlichte 2000 den „Polish Assault“ Sampler mit YATTERING , LOST SOUL , DAMNABLE und natürlich DECAPITATED.
DecapitatedWicked World, ein Ableger von Earache Records, verpflichtete die Herren für ihr 2000'er Debüt „Winds Of Creation“ und hätte gar keinen besseren Fang machen können. Ein Album, das von der ersten bis zur letzten Minute technischen Death Metal in Reinform bietet. Selbst Produzent Piotr Wiwczarek (VADER) war von den Aufnahmen überrascht. Die scharfen Riffs, das bestialische Drumming und die hassgeschwängerten Vocals lassen einen enthaupteten Zuhörer zurück. Polens Metal Mind Productions veröffentlichte noch im selben Jahr die „The First Damned“ CD mit den ersten beiden Demos der Band und spendierte als Extra zwei Live-Aufnahmen vom „Trash 'Em All' Festival“.
Noch bevor DECAPITATED ihren zweiten Output in die Läden brachten, supporteten sie Anfang 2001 VADER auf ihrer Tour. Februar 2002 wurde dann „Nihility“ auf die Massen losgelassen. Mörderische Dampfwalze trifft auf Griffbrettgewichse! Ein Song überholt den anderen. Für Atempausen ist keine Zeit. „Salvation is nothing, nothing is salvation!“ - Und Erlösung gibt es garantiert keine.
Auch Live waren die Jungs sehr gefragt. Im späten Mai wurde die Band für das polnische „Ozzfest“ bestätigt und im August gingen DECAPITATED mit INCANTATION, VEHEMENCE und DEAD TO FALL auf Nordamerika-Tour. Diese unglaubliche Konstellation würde auch heute noch Fans der harten Musik Tränen in die Augen treiben!
Ihr viertes Langeisen „The Negatron“ (2004) strotzt genau so wie sein Vorgänger voller Kraft und Härte. Die Songs sind komplex, ausgereift und versetzten den Nacken in dezent starke Schwingungen. DECAPITATED verstehen ihr Handwerk – Speaker auf Maximum und zurück lehnen. Der Rest klärt sich von selbst.
Wer rastet der rostet und das ist selbst beim Todesmetall der Fall. Darum ging es auch mit Größen wie ROTTING CHRIST, ANATA und THUS DEFILED oder auch MAYHEM und den japanischen DEFILED auf Tour durch Europa. Die für Nordamerika angesetzte Tour mit CANNIBAL CORPSE wurde wegen ihres Namens gecancelt, da zu dieser Zeit viele Fotos enthaupteter und verstümmelter Irakopfer in den Medien kursierten.
Im Oktober trennten sich die Polen von ihrem Gitarristen Jacek Hiro. Doch ihr unbändiger Wille trieb sie weiter voran und so ging es im Februar 2005 schon wieder auf zahlreiche Gigs mit HATE , CRIONICS und DIES IRAE. Nach neun Jahren verabschiedete sich Frontmann Sauron ebenfalls von seinen Freunden. Doch einen Ersatz fand man schnell in Covan von ATROPHIA RED SUN.
Im August enterte die Band das Hertz Studio um ihr neues Album „Organic Hallucinosis“ (2006) einzuprügeln. Jenes Machwerk wurde heftig umstritten. Die einen lobten diesen Silberling als Meilenstein im technischen Death Metal, die anderen kritisierten stark die Vocals und die Produktion. Doch getreu dem Motto „Jedem das Seine, uns das Meiste“ machten DECAPITATED munter weiter und gingen mit Bands wie GOREROTTED, NILE und HYPOCRISY auf TourDecaptitated - Vitek. Zwischenzeitlich musste Bassist Martin aus der Band aussteigen und wurde bis zur seiner Rückkehr durch Richard Gulczynski vertreten.
Im Oktober 2007 ging die Band auf eine Tour durch Russland. Und diese Reise veränderte alles. Bei einem tragischen Busunfall wurden Vitek und Covan schwer verletzt. Covan fiel ins Koma und erholte sich später, doch ihr 23 jähriger Drummer Vitek verstarb im November an den Folgen des Unfalls. RIP.
Daraufhin wurde die Band bis Ende März 2008 auf Eis gelegt, ehe Vogg beschloss, DECAPITATED wieder ins Leben zu rufen. Nachdem das neue LineUp zusammengewürfelt wurde und man sich eingespielt hatte, gab es auf dem Metalfest 2010 die große „Return Of“-Show! Ein wirklich erbarmungsloser Gig, bei dem fast jeder mit den Hufen scharrte und die Köpfe im Takt mitratterten! Ihr brachialer Sound walzte sich durch die Menge und machte alles platt!
Für Juli 2011 haben die vier Herren großes vor. „Carnival Is Forever", das neue Album der Polen, steht in den Startlöchern. Diesmal gibt es aber keinen technischen Death Metal auf die Lauschlappen. Progressiver, facettenreich und ausgereifter als jemals zuvor sollen euch acht Songs den Verstand rauben. Dazu folgte eine ausgedehnte Promoten Tour durch Europa die auch etliche Sommerfestivals beinhaltete.
Unglaublich aber wahr - abermals entkamen die Jungs nur knapp dem Tod. Die Polen mussten im November 2011 ihr Tourdates in Aalborg (Aalborg Metal Festival) und Leeds (Damnation Festival) absagen, da sie am 02.11.2011 in einem Flugzeug saßen, welches auf dem Flug von New York nach Warschau wegen eines technischen Defekts ohne Fahrwerk notlanden mussten. Alle 230 Passagiere der Boeing 767 konnten gerettet werden, darunter auch die Death Metaller von Decapitated.
Eik aka Runes  // Update Pit // Stand: 05.2011

 

Bisher erschienene Alben:

1997 / Cemeteral Gardens / Demo
2000 / The Eye of Horus / Demo
2000 / The First Damned / Compilation
2000 / Polish Assault / Split
2000 / Winds of Creation
2002 / Nihility
2004 / The Negation
2006 / Organic Hallucinosis
2006 / Live Nottingham 20 Dec 2004 / Live album
2007 / Tribute to Vitek / Compilation
2008 / Human's Dust / DVD
2009 / Live at the Rescue Rooms / DVD
2011 / Carnival Is Forever

Bandmembers:
Rafał Piotrowski - Gesang
Waclaw “Vogg” Kieltyka - Gitarre
Filip “Heinrich” Hałucha - Bass
Kerim “Krimh” Lechner - Schlagzeug
 

Style: Death-Metal

Herkunft: Polen

Website: www.decapitated.net                     www.myspace.com/decapitated