|
Mittlerweile
dürfte die Krawallkombo um Bandgründer Adam Darski, aka Nergal, weltweit
bekannt sein. Mit der großen 2007er Tour haben die Polen sich ihre
Fangemeinde hart erarbeitet, und das zu Recht, spielen sie doch nun in der Metal-Oberklasse mit. So durften sie letztes Jahr als erste polnische
Metal Band an der Ozzfest Tour durch Amerika teilnehmen, und haben auch
sonst den Rest der Welt in mehr als 100 Konzerten, zusammen mit Größen wie
Kataklysm, Aborted und anderen, in Schutt und Asche gelegt.
Alles begann 1991 als Adam Darski in seiner Heimatstadt Danzig die Band
gründete, damals noch unter dem Namen Baphomet. Die ersten Titel klangen
stark nach Bands wie Beherit, Samael oder auch Celtic Frost. Man hat sich
stark am Black Metal orientiert, was sich auch textlich widerspiegelte, so
war Okkultismus das prägende Thema. Nach der Umbenennung in BEHEMOTH
erschien 1992 die erste Demo “Endless Damnation“ via Pagan Records. Unter
gleichem Label wurde noch im selben Jahr die zweite Demo “The Return of
the
Northern Moon“ veröffentlicht und beide Werke sorgten im Untergrund
für Furore. Ist doch Polen eins der erzkatholischen Länder dieser Erde,
sorgten die Texte über Satan und die Apokalypse für einiges Aufsehen. Die
Kirche sah die Einstellung der Band als Bedrohung an und wollte diese
sogar verbieten lassen, wozu es, Satan sei Dank, dann doch nicht kam.
Die folgende dritte Demo “..From the Pagan Vastlands“ schlug gut ein und
wurde innerhalb weniger Wochen mehr als 3.000 mal verkauft, was für diese
junge polnische Band ein Riesenerfolg war. Durch den Erfolg wurde das
italienische Label Entropy Productions auf die Truppe aufmerksam,
gemeinsam wurde 1994 die EP “And the Forest dreams Eternally“
veröffentlicht und verkaufte sich gut. Allerdings mehrten sich bereits
jetzt die Stimmen im Untergrund, BEHEMOTH würden nur finanziellen Profit
machen wollen (wir kennen dieses Müllgelaber ja).
Ungeachtet der Unkenrufe brachten die Jungs ihr erstes Full-Length-Album
auf den Markt, “Sventevith (Storming near the Baltic)“ (1995) erfreute
sich internationaler Beliebtheit. Dadurch motiviert kamen die ersten
Auftritte außerhalb Polens zustande. Es folgten die Alben “Grom“ (1996),
sowie “Pandemonic Incantations“ (1998). Hier zeigten sich dann erste
Einflüsse von modernem Death Metal, was mit dem 1999er Output “Satanica“
seinen Höhepunkt in einem sehr technischen Death Metal Album fand. Dies
wird bis heute als wichtiger Wendepunkt im Stil der Band angesehen. Im
Jahr 2000 erblickte “Thelema.6“ das Licht der Welt und führte den Stil
weiter. Allerdings stagnierte die Beliebtheit der Band auf Grund ihres
technisch experimentellen Stils etwas. Dies änderte sich auch nicht mit
der nächsten Veröffentlichung “Zos Kia Cultus (Here and Beyond)“ (2002).
Einige Besetzungs- und Labelwechsel waren die Folge.
Doch dann folgte 2004 der Kracher. “Demigod“ kam heraus und schlug ein wie
eine Bombe. Die Band vereinte ihre besten Qualitäten auf diesem
Silberling, die Schnelligkeit des Black Metal, gepaart mit klassischen
Death Metal Einflüssen. Ergänzt durch experimentelle Klänge, und nicht
zuletzt Dank der perfekten Instrumentenbeherrschung sowie der genialen
Produktion wurde dieses Album zu einem Meisterwerk. Die Popularität
stieg sprunghaft an, eine ausgedehnte Tour war die Folge. Nachdem die Band
nach vielen Konzerten wieder etwas zur Ruhe kam, konnte man 2007 den
Nachfolger “The Apostasy“ auf die Menschheit los lassen. Die begonnene
Tradition wurde in bester Manier fortgeführt und BEHEMOTH traten zur
berühmten Apostasy World Tour 2007 an. Über 100 Konzerte auf 5 Kontinenten
wurden gespielt, darunter auch viele in Deutschland.
Wir durften uns letztes Jahr in Würzburg und Darmstadt (Fotos
und Bericht) selbst von den Live-Qualitäten
der Polen überzeugen. Technisch perfekt vorgetragen, schönes Stage-Acting,
geile Leder-Oufits incl. Corpse Paint, und ein immer gut gelaunter Nergal
am Mikrofon machten diese Konzerte zu einem einzigartigen Erlebnis. Auch die restlichen
Kritiken ließen keinen Makel an Behemoth, deshalb freue ich mich, die Prügelkombo auf der großen PSOA Bühne sehen zu dürfen. Bei Hits wie
“Conquer All“, “Slaves Shall Serve“, “Christians to the Lions“ und nicht
zuletzt “Chant for Eschaton“ wird kein Kopf auf dem Hals ruhig sitzen
bleiben. Also freut euch auf ein schwarzes Fest mit BEHEMOTH. Wir sehen
uns in der Menge.
Sebastian aka Azfares
|