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Thema: X. „Hammer of Doom“ Festival, Würzburg, Posthalle, Samstag, 21.11.2015 (2. Tag des Festivals)< Älteres Thema | Neueres Thema >
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PostIcon Geschrieben: 28.11.2015, 14:39  Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Düsterhammer für Kurzentschlossene (deshalb leider auch ohne Fotos).
Kurzinfo vorab: Das „Hammer of Doom“ Festival ist ein zweitägiges Festival in Würzburg, Hauptstadt von Unterfranken (leider Bayern  ;)  ), dass nun bereits ein ganzes Jahrzehnt Erfolgsgeschichte vorweisen kann.
So hatte man auch die letzten Jahre immer hochkarätige Bands verpflichten können, und es werden nicht nur verschiedene Doom-Ausrichtungen abgedeckt, sondern auch Vintage-, Blues- und Occult Rock geboten. Mancher Kritiker hat aus diesem Grund auch schon bemängelt, der „Hammer of Doom“ sei gar kein „reines“ Doom Festival. Aber mal ehrlich: Es tut doch ganz gut, wenn man hier und da auflockert. Anbei mal ein paar Namen aus den vergangen Jahren, damit man sieht, wie „bunt“ der Hammer ist: Jex Thoth, Blues Pills, Orchid, Scorpion Child, Avatarium, The Ruins of Beverast,Trouble, Saint Vitus, Atlantean Kodex, Ahab, Cathedral, The Devil's Blood , Blood Ceremony, Solstice, Necros Christos, Orange Goblin,...

Der Veranstaltungsort ist die Posthalle (eine ehemalige Lagerhalle) und liegt direkt neben dem Würzburger Hauptbahnhof. Fassungsvermögen so an die 2.000 Leute, für das Festival wurde die Halle ca. Hälfte/Hälfte unterteilt, nämlich ein Bereich fürs Publikum, ein anderer für Merch sowie Drink & Food.

Nachdem ich am Freitag „Cross Vault“, „Path Of Samsara“, „Sorcerer“ und „Pentagram“ nicht gesehen hatte, wollte ich mir wenigstens den Samstag geben. Ich bin also frühzeitig aufgebrochen, weil ich mir gerade die ersten beiden Bands des Tages, genauer gesagt „Lord Vigo“ und „Doomshine“ nicht entgehen lassen wollte, und das Festival bereits um 13:30 Uhr startete.  
Ich holte mir an der Abend- (oder eigentlich: Mittagskasse) mein Ticket für 50.- Euro (44.- im Vorverkauf), und da ich alleine unterwegs war, dauerte es glücklicherweise nicht lange, und ich kam mit vier Bielefeldern – drei Jungs und ein Mädel - ins Gespräch, die bereits am Freitag vor Ort gewesen waren und nun mit mir den gleichen Bistrotisch umlagerten. Die Bar befand sich seitlich von der Bühne, man konnte also dort seine Getränke schlürfen (ich gezwungenermaßen hauptsächlich Cola und Kaffee, da ich noch am selben Abend heimzufahren gedachte) und gleichzeitig den dunklen Klängen lauschen.

Die Besucher waren größtenteils im Alter zwischen Ü 30 bis Anfang 60 und ich schätze mal gut 1.000 Doomerinnen und Doomer an der Zahl, wenn nicht sogar mehr. Die Räumlichkeit war zumindest gut gefüllt, die Stimmung von Anfang an sehr angenehm, sehr entspannt. Die Organisation war professionell, alles wirkte durchdacht, die Mitarbeiter waren freundlich und hilfsbereit. Von den angereisten Fans um mich herum bekam ich einige Nationalitäten mit, die Leute waren somit teilweise von ziemlich weit her gekommen, was für eine hohe Wertigkeit des „Hammers“ innerhalb dieser Szene sprechen dürfte.

Dann gings auch schon los mit „Lord Vigo“, einer Epic Doom Metal - Band aus Landstuhl/Rheinland-Pfalz. Der Sänger trug anfangs einen mit Stacheln besetzten Stahlhelm, den er nach zwei, drei Liedern abnahm - also man sah gleich, die Band nimmt sich nicht ganz so ernst. Die Jungs haben bisher eine EP mit dem Titel „Under Carpathian Sun“ veröffentlicht, die übrigens ein sehr grottiges Cover ziert (auch das würde ich mal mit Humor nehmen - muss man zuhause ja nicht offen rumliegen lassen, könnte ja unerwartet Besuch kommen  ;)  ). In Reviews waren schon Vergleiche mit „Candlemass“, „Bathory“ und „Manilla Road“ zu lesen und das trifft den Stil der Gruppe ganz gut. Uns gefiel's jedenfalls, die junge Dame am Tisch kritisierte nur den in ihren Augen etwas zu eintönigen Gesang – nicht ganz zu unrecht, hier könnte man eventuell mehr rausholen und der Sänger ist dazu sicherlich auch fähig.

Dann folgten „Doomshine“ aus Ludwigsburg/Baden-Württemberg, die ebenfalls mit epischen Doom Metal aufwarteten. Auch hier waren wieder Vergleiche fällig, z.B. „Solitude Aeturnus“, „Candlemass“ und „Sorcerer“ und auch diese Band wusste echt zu gefallen. Meine Tischkollegen mussten nur über das recht biedere Erscheinungsbild des Gitarristen schmunzeln, der wirkte, als wäre er ein braver Verwaltungsangestellter, und hätte vergessen, sich für die Show noch wenigstens umzuziehen. Doch wider Erwarten ging er auf der Bühne echt gut ab und sein Spiel wurde auch sehr gelobt! Ja, ja, don't judge a book by its cover...

Nun zu den italienschen Doomern „Black Oath“. Ich muss sagen, ich hatte mich vorher mal in das (Studio-)Material reingehört, und es hat mir wirklich ganz gut gefallen, so dass ich mich eigentlich schon auf die Band gefreut hatte. Aber live fing die weinerliche Stimme des Sängers irgendwann zu nerven an, und nach den beiden Epic Doom Metal Bands war mir der Stoff auch einfach zu drucklos, obwohl Abwechslung ja gerade gut getan hätte. Ich schreibe hier natürlich nur meine private Meinung, die Band wurde vom Publikum ansonsten recht gut angenommen. Überhaupt muss ich sagen, dass von Anfang an jeder Band ein hoher Respekt gezollt wurde, sogar bei „Lord Vigo“ waren viele Leute vor der Bühne und es wurde ausgiebig geklatscht und gejubelt, als wäre hier (fast) ein Headliner am Werk.

Es folgten „Caronte“, Landsmänner von „Black Oath“, und die waren nun auch nicht so mein Fall. Geboten wurde Doom/Stoner Metal, doch auch hier störte mich wieder ein arg klagender, weinerliche Gesang. Vielleicht gedachte man an die Nichtsdestotrotz gefiehl's der Mehrheit  und auch „Caronte“ wurde wie die Bands zuvor mit großem Applaus bedacht.

„The Order of Israfel“, Doom Metal aus Schweden, waren die fünfte Band am Abend. Bisher haben sie nur ihr Debüt „Wisdom“ veröffentlicht, die Bandmitglieder sind aber größtenteils keine Unbekannten, sondern waren schon in anderen namhaften Bands („Doomdogs“, „Night-Viper“, „Church of Misery“, etc.) zugange, so dass meine Gesprächspartner ehrfürchtig von einer All-Star-Band redeten. Ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, mir gefiel auch diesmal nicht jeder Song, aber es machte doch deutlich mehr Laune als die Italiener und war insgesamt ein ordentlicher Auftritt!

Tja, dann war Zeit zum Essenfassen, denn nur von der Musik alleine lässt sich's nunmal nicht leben, und da die Bielefelder Fraktion keine Lust auf das Essen vor Ort hatte (lasche Pizzazungen und schlappe Hotdogs), schlugen sie vor, in die Innenstadt zu gehen und luden mich freundlicherweise ein, mitzukommen. Da ich keine Lust hatte, alleine abzuhängen und die Gespräche bisher sehr interessant verlaufen waren, schloss ich mich gerne an.

Da wir gute zwei Stunden unterwegs waren, hatten wir „Skepticism“ aus Finnland mit ihrem Funeral Doom und die Doom Metaller „40 Watt Sun“ aus England verpasst, kamen aber rechtzeitig für die Legende „Candlemass“ zurück und ich begab mich sogleich direkt ins Getümmel, sprich vor die Bühne.
Die Schweden waren verdammt gut und ihre Performance rechtfertigte für mich zusammen mit „Lord Vigo“ und „Doomshine“ den Eintrittspreis. Mats Levén am Mikro, der ja nach Sängern wie Messiah Marcolin und Rob Lowe ein wirklich schweres Erbe anzutreten hatte, lieferte eine saubere Show. Leif Edling war nicht am Bass, ich habe gelesen, dass er krankheitsbedingt immer wieder ausfällt, und deshalb auch bei seiner anderen Band „Avatarium“, die sich aktuell auf Tournee befindet, nicht spielen kann. Ich kann hier jetzt nicht die ganze Setlist aus dem Kopf wiedergeben, es wurde halt erwartungsgemäß viel von den Klassikern „Nightfall“, „Ancient Dreams“ und „Tales of Creation“ Mitte/Ende 80er gespielt, als Überraschung aber auch „Dying Illusion“ vom '92er Album „Chapter VI“. Mein persönlicher Favorit war „Emperor Of  The Void“ vom Album „King Of The Grey Islands“, bei dem Mats Levén eine große Flagge mit dem Album-Cover (sprich: gekrönter Totenkopf) schwenkte und so einigermaßen an Bruce Dickinson bei dessen traditioneller Darbietung von „The Trooper“ erinnerte. "Candlemass" wurde zurecht frenetisch abgefeiert, alles um mich herum war textsicher, Haare (wo vorhanden) flogen spätestens, sobald es in den midtempo Bereich ging, ständiges „Hey hey hey“ Anfeuern, also echt sehr geile Stimmung!

Als letzte Band am Abend standen nun die allseits bekannten „My Dying Bride“ auf dem Programm, von der ich nun mal kein so großer Fan bin, dass ich sie unbedingt hätte sehen müssen. Außerdem hatte ich am nächsten Morgen Verpflichtungen und es lagen noch 90 km Autobahn bei einsetzendem Schneeregen vor mir, so dass ich mich von den Bielefelder Metalheads verabschiedete und den Rückweg antrat.

Fazit: Für Doom-Heads eine Pflichtveranstaltung. Ich selbst werde wahrscheinlich nächstes Jahr wieder sehr kurzentschlossen reagieren.

Boah... ganz schön fetter Block geworden. Bin für jede Kritik offen, da ich hier ziemlich ungeübt bin.


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PostIcon Geschrieben: 28.11.2015, 16:20 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Sehr schönes Review ! Liest sich gut, gerne mehr davon.

Kenne die Posthalle schon von so manch anderen Veranstaltungen, finde die zwar nicht so toll vom Ambiente her, aber wenigstens war der Sound dort ganz angenehm.

The Ruins of Beverast haben auch auf dem Hammer of Doom gespielt ? Krass, passen da ja "eigentlich" nicht so dazu.

Ansonsten scheint es ja ein cooles Event gewesen zu sein. 50 Euro Eintritt für einen Tag finde ich aber schon üppig.


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PostIcon Geschrieben: 28.11.2015, 22:50 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Ja Festival ist scjon weithin bekannt.
Übrigens sehr unterhaltsam geschrieben :ok:


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PostIcon Geschrieben: 29.11.2015, 13:05 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Danke für's Feedback!

@Exorzist: Ja, „The Ruins...“ haben auf dem 9. Hammer gespielt.


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PostIcon Geschrieben: 29.11.2015, 17:16 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Top geschrieben, man bekommt einen sehr guten Eindruck des Festivals. Respekt dafür das du nur so "kurz" da warst und dir dennoch so einen umfassenden Bericht aus den Rippen geleiert hast!

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PostIcon Geschrieben: 29.11.2015, 17:38 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Danke, das motiviert!

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PostIcon Geschrieben: 30.11.2015, 17:00 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Nur über diesen Satz müssen wir noch reden:
"Als letzte Band am Abend standen nun die allseits bekannten „My Dying Bride“ auf dem Programm, von der ich nun mal kein so großer Fan bin, dass ich sie unbedingt hätte sehen müssen."
Wie kann man den MDB nicht mögen....... :aerger:  :)  :)  :)


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PostIcon Geschrieben: 30.11.2015, 22:03 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

Wer weiß, vielleicht entdecke ich MDB ja irgendwann doch noch für mich - und beiße mir dann in den A****, weil ich sie am X. Hammer so schmählich ignoriert habe   ;) :)

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PostIcon Geschrieben: 03.12.2015, 09:05 Skip to the previous post in this topic. Skip to the next post in this topic. Ignore posts   QUOTE

@Alu: Hier ich, ich mag die auch überhaupt nicht. Einfach lahm und langweilig.  :p
Schickes Review übrigens, war nett zu lesen  ;)


Bearbeitet von Azze an 03.12.2015, 09:06

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PostIcon Geschrieben: 03.12.2015, 15:20 Skip to the previous post in this topic.  Ignore posts   QUOTE


(Azze @ 03.12.2015, 09:05)
QUOTE
@Alu: Hier ich, ich mag die auch überhaupt nicht. Einfach lahm und langweilig.  :p

Kann garnicht sein, da verwechselst du was...

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